Das Literaturverwaltungsprogramm Zotero und seine Funktionen (Teil 2)

0 Veröffentlicht von Sophia Corell am

Wie in Teil 1 erklärt, kann man mit Zotero eine ganze Menge anfangen. Aber natürlich gibt es nicht nur die Möglichkeit, für sich selbst eine Liste der verwendeten Literatur zu erzeugen, sondern man kann sie auch teilen und öffentlich zugänglich machen. Ein Beispiel möchte ich Euch nun vorstellen:

Nachdem ich manuell oder mit Hilfe des Zauberstabs einige Titel aufgenommen hatte, ergab sich bei mir die Frage nach dem Zitationsstil. Denn die erzeugte Liste an Literatur sieht auf der Zotero Website noch nicht so aus, wie in einem klassischen Literaturverzeichnis. Deshalb kann man einen bereits bestehenden Zitationsstil auswählen oder einen eigenen kreieren. Hinweise dazu findet ihr unter diesem Link. Um den Zitationsstil für Eure eigene Bibliographie auszuwählen, müsst ihr nur auf das Feld „Create Citations“ gehen und den für Euch passenden Stil auswählen. Ich persönlich habe mich für den Chicago Manual Style (full note) entschieden, da er meinem bisherigen Zitationsstil am nächsten kommt.

Eine Möglichkeit, um die erstellte Liste der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wie beispielsweise bei einigen Open Access Werken, ist die Einstellung bei Zotero, dass die Bibliographie für alle sichtbar ist. Dies muss aber nicht heißen, dass alle Besucher*innen die Liste bearbeiten können (hierzu gibt es unterschiedliche Einstellungen der Rechte).

Allerdings gibt es noch eine andere und vielfältigere Möglichkeit, um die erstellte Literaturliste zu veröffentlichen: die API (‚application programming interface‘). Durch sie lässt sich eine publizierfähige Liste erzeugen, wie sie auch in klassischen Literaturverzeichnissen auffindbar ist. Es gibt vielfältige Verwendungsmöglichkeiten solch einer API: sie kann an das Ende einer Arbeit zum Zweck des Literaturverzeichnisses angefügt werden; man kann den Link an Kolleginnen und Kollegen oder Interessierte weitergeben oder die Liste auf der dazugehörigen Projekthomepage einfügen. Somit dient diese Funktion der Sichtbarmachung der erstellten Bibliographie und bringt auch für andere einen Vorteil mit sich, da die gesammelte und übersichtlich dargestellte Literatur von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Um solch eine API zu generieren, benötigt man zunächst die Grundadresse: https://api.zotero.org/ (diese ist immer gleich). Danach wird spezifiziert, welche Liste erzeugt werden soll, beispielsweise die Bibliographie einer bestimmten Gruppe (groups/…). Die dazugehörige Nummer lässt sich oben in der Linkadresse im Browser ablesen. Wenn nun die Bibliographie eines bestimmten Projekts/einer bestimmten Untergruppe generiert werden soll, klickt man auf den Unterordner und erhält ebenfalls aus der Linkadresse im Browser die dazugehörige Nummer (collections/…).

Mit dem Befehl items? wird anschließend abgefragt, wie genau die Literatur des Ordners dargestellt werden soll. Zunächst ist hier mit format=bib anzugeben, dass man ein menschenlesbares Format bekommen möchte. Anschließend bestimmt man mit style=..., welchen Zitationsstil man haben möchte (in meinem Fall style=chicago-fullnote-bibliography-16th-edition). Optional kann noch gefiltert werden, ob zum Beispiel ausschließlich die Literatur mit einem bestimmten tag (z.B. zu einem Thema/Jahr/Ort etc.) aufgelistet wird. Dies wird dann an die bereits kreierte Linkadresse angefügt. Zur Veranschaulichung: &tag=18.%20Jahrhundert (& bedeutet, dass ein neuer Befehl angefügt wurde; %20 ist der Ersatz für ein Leerzeichen). Ein beispielhaftes Endergebnis einer kleinen Projekt-Bibliographie: https://api.zotero.org/groups/354807/collections/TVSCU65Q/items?format=bib&style=chicago-fullnote-bibliography-16th-edition. Eine größere Liste von Literatur zu einem neuen Projekt haben Torsten und ich zudem auf der Projektwebsite “sammlungsraeume.de” dynamisch eingebunden, so dass sie dort immer aktuell erscheint, wenn in der Zotero-Datenbank etwas aktualisiert wird. 

Falls ihr Interesse an dieser Thematik habt, empfehle ich Euch noch diese Website zur weiteren Vertiefung.

Das war’s von mir. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Sophia Corell hat in Würzburg Philosophie studiert und beginnt nun in Frankfurt das Aufbaustudium. Aktuell ist sie als Praktikantin am Leopoldina-Zentrum für Wissenschaftsforschung tätig.

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