CfP: Wozu Digitale Geisteswissenschaften? Innovationen, Revisionen, Binnenkonflikte

0 Veröffentlicht von Julia Menzel am

1. Allgemeine Informationen

Im Rahmen der DFG-geförderten Symposienreihe Digitalität in den Geisteswissenschaften findet vom 20. bis 22. November 2019 unter der Leitung von Martin Huber, Sybille Krämer und Claus Pias ein Symposium zum Thema »Wozu digitale Geisteswissenschaften: Methoden, Revisionen, Binnenkonflikte« an der Leuphana Universität Lüneburg statt. Vorangegangen sind bereits vier Veranstaltungen, die sich 1. dem status quo der Digitalität in einzelnen Fächern; 2. neuen Forschungsgegenständen und Methoden digitaler Geisteswissenschaften; 3. ihren Infrastrukturen; sowie 4. der Erörterung und Revision von Grundbegriffen widmeten.

2. Zum Thema

Die fünfte Veranstaltung der Symposienreihe widmet sich nun der Frage nach dem Verhältnis zwischen Geisteswissenschaften und Digital Humanities und fragt insbesondere nach dem bislang unklaren Status der emergierenden Digital Humanities zwischen Autonomie und Integration. Bilden die auf der Verbindung von Informatik und Geisteswissenschaften beruhenden Digital Humanities eine eigene Form von Fachlichkeit aus und konsolidieren sich damit ›neben‹ den geisteswissenschaftlichen Fächern? Oder werden sie deren integraler Bestandteil, indem sie die geisteswissenschaftliche Forschungsagenda um solche Fragen ergänzen, die nur mit digitalen Methoden zu bearbeiten sind? Was versprechen die Digital Humanities, was verspricht die Digitalisierung für die Geisteswissenschaften und wie verhalten sich diese beiden Versprechen zueinander?

Das Symposium will Geisteswissenschaften und Digital Humanities in einen produktiven Dialog bringen.

Dabei soll es erstens darum gehen, durch welche Innovationsaussichten und genuin neuen Erkenntnisse sich digitale Forschungsmethoden legitimieren. Welche Fortschrittsrhetoriken (etwa der Verwissenschaftlichung) werden in Anschlag gebracht? An welche unterschiedlichen Öffentlichkeiten wenden sich diese Innovationen?

Zweitens soll es um das Verhältnis von Revisionsbedarf und Revisionsanspruch gehen, das sich aus der wechselseitigen Beobachtung von Digital Humanities und Geisteswissenschaften ergibt. Was bedeutet der Anspruch kraft computationaler Analysemethoden geisteswissenschaftlich empirisch arbeiten zu können? Inwieweit ist das Verhältnis von Quantität und Qualität neu zu denken? Warum soll das Konzept der Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen auch in den Geisteswissenschaften an Bedeutung gewinnen? Gewinnen tradierte Grundbegriffe wie »Text«, »Bedeutung«, »Lesen« eine neue Kontur? Können blinde Flecken hermeneutisch verfahrender Geisteswissenschaften aufgedeckt werden? Was geht hinsichtlich der geisteswissenschaftlichen Befähigung zu Interpretation und Kritik verloren welche Befähigungen werden aufgrund der Fokussierung auf informatikgestützte Methoden beansprucht? Wer spricht überhaupt in welcher Hinsicht und zu welchem Zweck von »Revision«?

Drittens und zuletzt sollen jene Binnenkonflikte thematisiert werden, die dadurch entstehen, dass Digital Humanities sich als Forschungsparadigma eigenen Rechts konstituieren. Warum werden Forschungsergebnisse wechselseitig nicht zur Kenntnis genommen? Warum werden bestimmte Fragen (und Antworten) als sinnlos oder sinnhaft ausgeschlossen oder integriert? Welche Rolle spielt dabei das Förderhandeln und die Art und Weise der Institutionalisierung?

3. Einreichungen

Bitte bewerben Sie sich mit einer Skizze Ihres Themenvorschlags in der Länge von max. 400 Wörtern sowie einem kurzen wissenschaftlichen Lebenslauf bis zum 31.05.2019 per Mail an digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de. Der Themenvorschlag sollte sich mit mindestens einem der drei thematischen Bereiche des Symposiums (Innovationen, Revisionen, Binnenkonflikte) beschäftigen.

4. Kontakt

Für weitere Informationen steht Julia Menzel gerne zur Verfügung:

Digitalität in den Geisteswissenschaften
Geschäftsstelle
Universität Bayreuth
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Julia Menzel
GW I, Zi. 0.14
95447 Bayreuth

Tel.: 0921/55-3629
digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de

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