correspSearch: Neue Tools, neue Daten – und eine Auszeichnung

0 Veröffentlicht von Stefan Dumont am

Briefeditonen vernetzen – das geht nun noch leichter mit den neuen Tools von correspSearch: Das Javascript-Widget csLink vernetzt Briefeditionen auf ganz neue Art und Weise untereinander. Mit Hilfe des umfassend überarbeiteten CMIF Creator 2 lassen sich digitale Briefverzeichnisse gedruckter Editionen einfach und schnell erstellen. Und auch sonst hat sich bei correspSearch wieder einiges getan.

csLink: Erweiterten Korrespondenzkontext anzeigen

Screenshot der edition humboldt digital mit eingebautem Javascript-Widget csLink (oben rechts)

Das JavaScript-Widget csLink weist zu einem edierten Brief in der eigenen digitalen Edition auf zeitlich benachbarte Briefe der Korrespondenzpartner aus anderen Editionen hin. Dabei fragt das Widget automatisiert die correspSearch API auf Briefe aus demselben Zeitraum mit demselben Absender oder Empfänger ab. Letzteres geschieht unter Angabe einer Normdaten-ID, wie z.B. GND oder VIAF. Das Widget lässt sich konfigurieren, etwa wie groß der abgefragte Zeitraum sein soll oder wie viele Briefe maximal angezeigt werden sollen. Interessierte können sich  in der edition humboldt digital ein Bild von der Funktionsweise machen (z.B. beim Brief an Soemmerring vom 5.12.1793, Link “Briefnetz erkunden” oben rechts). Als Javascript-Widget und auf dem HMTL/CSS-Framework Bootstrap basierend lässt sich csLink mit wenigen Handgriffen in jede digitale Edition integrieren. Es steht frei lizenziert (LGPL) auf https://github.com/correspSearch zum Download und Nachnutzung zur Verfügung.

CMIF Creator 2: Digitale Briefverzeichnisse erstellen

Screenshot des CMIF Creators 2Der CMIF Creator ermöglicht das bequeme, formularbasierte Erstellen von digitalen Briefverzeichnissen gedruckter Editionen im „Corresponence Metadata Interchange Format“ (CMIF) – auch ohne technische Kenntnisse. Der CMIF Creator liegt nun in einer komplett überarbeiteten Version 2 vor. Neben vielen kleineren Verbesserungen in der Oberfläche und einer optimierten Performance, wurden auch zwei größere Features neu hinzugefügt: Zum einen ist es nun möglich, direkt im Formular die zu einer Person oder Körperschaft passende ID aus der Gemeinsamen Normdatei auszuwählen. Hierbei greift der CMIF Creator 2 auf die von lobid.org bereitgestellte GND-API zurück. Zum anderen validiert der CMIF Creator 2 nun die Eingaben und gibt sowohl während der Eingabe als auch beim Speichern detaillierte Informationen zu Fehlern. Der CMIF Creator steht auf https://correspsearch.net/ zur sofortigen Verwendung bereit; dort findet sich auch eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Neue Daten

Neben den neuen Werkzeugen sind in den letzten Monaten auch viele neue Briefmetadaten von verschiedenen Editionsvorhaben und Institutionen als CMIF bereitgestellt und in correspSearch aggregiert worden: so z.B. die digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels, die Briefe von Jean Paul oder Briefe aus der digitalen Quellenedition “DER STURM” – um nur einige zu nennen. Ganz neu hinzugekommen ist auch die Korrespondenz der norwegischen Schriftstellerin Camilla Collet zwischen 1841 und 1851. Das CMIF dieser Briefedition ist die erste Lieferung des Projekts “Norske Korrespondanser – Norwegian Correspondences” (NorKorr) das kürzlich an der Norwegischen Nationalbibliothek von Annika Rockenberger initiiert wurde und zum Ziel hat, norwegische Korrespondenzen zu erschließen.

Mittlerweile sind im Webservice über 44.500 edierte Briefe nachgewiesen. Der Webservice ist auf digitale Briefverzeichnisse angewiesen, daher sind neue Metadaten aus digitalen oder gedruckten Briefeditionen herzlich willkommen.

Last but not least: eine Auszeichnung

Auf der Konferenz der Text Encoding Initiative (TEI) in Tokio wurde im September der  Projektverbund von correspDesc, CMIF und correspSearch mit dem „Rahtz Prize for TEI Ingenuity 2018“ ausgezeichnet. Dieser wird – in Erinnerung an das TEI-Mitglied Sebastian Rahtz (1955–2016) – vom Konsortium der TEI verliehen und zeichnet Einzelpersonen oder Gruppen aus, die durch nichtkommerzielle und öffentlich zugängliche Projekte und Initiativen einen bedeutenden Beitrag zur TEI leisten.

Aus der Begründung der Jury: “Given the significance of letters as important historical sources for many disciplines, the work on correspDesc, CMIF & correspSearch has over the last couple of years contributed significantly to pushing forward the TEI regarding the encoding of letters, but also digital scholarly editing of primary sources in general. The project follows an open, standards-based, TEI-aware web development strategy, provides excellent documentation and has great potential for use in cultural heritage institutions, especially those with limited resources to spare on detailed descriptions of their primary sources.”

Das Projekt correspSearch freut sich – zusammen mit seinen Partnern – sehr über diese Auszeichnung!

Bildnachweis zum Teaserbild dieses Beitrags: „Sorting Mail in Front Royal“. USMC Archives, Quantico. CC BY 2.0 https://www.flickr.com/photos/usmcarchives/9524920862

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