Vorstellung der DARIAH DH-Award-PreisträgerInnen 2018: Gernot Howanitz

1 Veröffentlicht von Leonard Wolf am

Mit dem DARIAH-DE DH-Award wurde dieses Jahr Gernot Howanitz ausgezeichnet. Der DARIAH-DE DH-AWARD fördert NachwuchswissenschaftlerInnen, die in ihren Forschungsvorhaben innovative digitale Ansätze und Methoden einsetzen und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Digital Humanities leisten. Im DHd-Blog stellen wir PreisträgerInnen und Projekte in den nächsten Wochen vor.

Gernot Howanitz hat russische Literaturwissenschaft und angewandte Informatik in Salzburg, Moskau und Prag studiert. 2017 promovierte er an der Universität Passau über (Selbst-)Inszenierungen russischer Autorinnen und Autoren im Internet; zur Zeit bereitet er ein Habilitationsprojekt über den polnischen Positivismus vor.Forschungsschwerpunkte sind russische, tschechische und polnische Literatur von 1850 bis heute, (Auto-)Biographietheorie, Erinnerungskulturen, Rezeptionstheorien, Neue Medien und Digital Humanities.

Worum geht es in Ihrem Projekt?

Meine Dissertation analysiert (auto-)biographische Praktiken russischer Autorinnen und Autoren im Web, um deren Strategien der (Selbst-)Inszenierung aufschlüsseln zu können.

Mit welchen Materialien und Daten arbeiten Sie?

37 Blogs und Social-Media-Profile von 31 bekannten russischen Autorinnen und Autoren, das sind 78.268 Texte  mit 17.816.195 Wörtern, gesammelt zwischen 16. Februar 2002 und 31. Dezember 2014.

Gibt es Methoden, Theorien und Tools, welche für diese Aufgabe besonders interessant sind?

Topic Modeling mit nachgeschalteten Clustering- und Visualisierungsverfahren, die mit ‚klassischem‘ close reading kombiniert werden; darüber hinaus qualitative Erfassung multimodaler Inhalte (Bilder, Videos)

Wie haben Sie begonnen, sich mit digitalen Geisteswissenschaften zu beschäftigen?

Ich habe an der Universität Salzburg sowohl Angewandte Informatik als auch Slawistik studiert, war also digitaler Humanist, bevor ich wusste, was das überhaupt ist.

Welche Angebote der digitalen Geisteswissenschaften fänden Sie für Ihre Forschungsprojekte in Zukunft besonders hilfreich?

Momentan arbeite ich mit Kolleginnen und Kollegen am Passauer Centre for eHumanities an Deep-Learning-Methoden, um Bilder, Videoclips und Spielfilme quantitativ erfassen zu können. Das ist zwar nicht ganz trivial, wird es in Zukunft aber erlauben, eine Vielzahl an kulturwissenschaftlichen Fragestellungen neu zu denken.

 


DARIAH-DE unterstützt mit digitalen Ressourcen und Methoden arbeitende Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen in Forschung und Lehre. Dafür baut das Projekt eine digitale Forschungsinfrastruktur für Werkzeuge und Forschungsdaten auf und entwickelt Materialien für Lehre und Weiterbildung im Bereich der Digital Humanities (DH). DARIAH-DE ist der deutsche Beitrag von DARIAH-EU und arbeitet in diesem Kontext mit einer Vielzahl von europäischen Partnern und Projektverbündeten zusammen.

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