Workshop: Gender & Archive – Sichtbarkeit und Leerstelle zwischen Sammlungspraxis und digitaler Infrastruktur

0 Veröffentlicht von Lou Klappenbach am

Die Initiative „Gender & Data“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) lädt herzlich zum Workshop „Gender & Archive“ ein.

Wann: Montag, 16. November 2026, 12:30–18:30 Uhr
Wo: BBAW, Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Anmeldung: über die Veranstaltungsseite der BBAW, die Teilnahme ist kostenfrei

Archive sind keine neutralen Speicherorte der Vergangenheit. Sie prägen, wer erinnert wird, welche Geschichten erzählt werden und welches Wissen für Forschung und Öffentlichkeit verfügbar ist. Frauen, queere Personen und andere marginalisierte Gruppen sind dabei oft unterrepräsentiert.

Diese Ungleichheiten setzen sich in digitalen Datenbeständen, Erschließungspraktiken und Forschungsinfrastrukturen fort. Der Workshop der Initiative „Gender & Data“ widmet sich der Frage, wie Archive dazu beitragen können, solche Leerstellen sichtbar zu machen und etablierte Wissensordnungen kritisch zu reflektieren. Im Fokus stehen Fragen der Sammlung, Dokumentation, Sichtbarmachung und Vernetzung von Beständen sowie die Herausforderungen und Potenziale digitaler Methoden. Wie lassen sich Quellen so erschließen, modellieren und vernetzen, dass marginalisierte Akteur:innen, Beziehungen und Wissensformen sichtbar werden? Welche Rolle spielen Metadaten, Normdaten und digitale Infrastrukturen bei der Reproduktion oder Überwindung von Ausschlüssen? An der Schnittstelle von Archivwissenschaft, Digital Humanities und Gender Studies diskutiert der Workshop Ansätze für einen gendersensiblen und inklusiven Umgang mit kulturellem Erbe im digitalen Zeitalter. Archive werden dabei nicht nur als Orte der Bewahrung, sondern auch als Räume kritischer Wissensproduktion verstanden.

Programm

ab 12 Uhr – Registrierung

12:30 Uhr – Begrüßung und Einführung
Michaela Kreyenfeld und Frederike Neuber (Initiative „Gender & Data“)

Externe Perspektiven I: Projekte und Forschung (Moderation: Michael Rölcke)

  • 13:00 Uhr – Quod non est in actis non est in mundo? Über die Macht der Archive – und der Leerstellen, Heike Gfrereis (Deutsches Literaturarchiv Marbach)
  • 13:40 Uhr – Lost in Archives. Unsichtbare Frauen (wieder) sichtbar machen, Anna Axtner-Borsutzky (LMU München)

Aus der BBAW-Praxis (Moderation: Frederike Neuber)

  • 14:50 Uhr – »Eva, wo bist du?« Herausforderungen bei der Edition von Archivalien von Frauen, Selma Jahnke (ÖAW) und Michael Rölcke (BBAW)
  • 15:20 Uhr – Der Schreibtisch der preußischen Königin – ein blinder Fleck? Quellen, Überlieferungsprobleme und Terminologie, Susanne Bauer und Ulrike Marlow (BBAW)
  • 15:50 Uhr – Zwischen den Zeilen. Archivische Erschließungspraktiken und digitale Infrastrukturen neu denken, Sandra Miehlbradt (BBAW-Archiv)

Externe Perspektiven II: Bibliotheken und Archive (Moderation: Sandra Miehlbradt)

  • 16:40 Uhr – Den Ariadne-Faden legen. Zur Sichtbarmachung frauen- und genderspezifischer Bestände an der Österreichischen Nationalbibliothek, Andrea Gruber und Andrea Reisner (ÖNB)
  • 17:20 Uhr – Die Rolle von Bewegungsarchiven in der Überlieferung und Vermittlung marginalisierter Geschichte(n), Lisa Schug (FFBIZ – das feministische Archiv)

18:00–18:30 Uhr – Abschlussdiskussion

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den gemeinsamen Austausch!

Organisiert von Frederike Neuber, Lou Klappenbach und Michael Rölcke für die Initiative „Gender & Data“.

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