CRETA-Coaching

0 Veröffentlicht von Anna Schmitt am

Das Creta-Coaching an der Universität Stuttgart

Im September 2019 hatte ich die Möglichkeit am erstmals ausgeschriebenen Coaching des „Centrum für reflektierte Textanalyse“ (CRETA) der Universität Stuttgart teilzunehmen. Das Coaching umfasste vier Einzeltermine mit jeweils zwei CRETA-Assoziierten aus jeweils unterschiedlichen Fachbereichen (Digital Humanities, Computerlinguistik, Literaturwissenschaften und Philosophie), die Teilnahme am Kurs „Reflected Text Analysis beyond Linguistics“ (Bestandteil der Fall School of Computational Linguistics) und einer Präsentation im Rahmen der CRETA-Werkstatt #8.

Durch den engen Austausch mit unterschiedlichen FachvertreterInnen, die allesamt interdisziplinäres Arbeiten gewohnt sind und so gute Tipps und Einschätzungen geben konnten, entstand eine äußerst produktive und mehrdimensionale Auseinandersetzung mit der Forschungsfrage meiner Dissertation. Die Arbeit eines Promovenden – also die intensive Textarbeit, Ausarbeitung von Hypothesen und Instrumentarien – , die ja oft nur im stillen Kämmerlein stattfindet, wurde so einmal ganz offen gelegt und konstruktiv erörtert. Es entstand ein mehr als anregender Austausch, bei dem verschiedene Handlungsoptionen und Operationalisierungen durchgespielt wurden und am Ende eine Pipeline für konkrete nächste Schritte entstand. Dabei wurden die spezifischen Fragen der Literaturwissenschaft stets im Blick behalten und mit Methodiken der Computerlinguistik flankiert.

Der Veranstaltungsort des IMS Stuttgart verwandelte sich für eine Woche in einen inspirierenden Lern-Ort – geprägt durch eine wertschätzende Atmosphäre und sachliche und konstruktive Diskussionen über die jeweiligen Fachgrenzen hinaus. Der „Spirit“ interdisziplinären Lernens und Arbeitens war spürbar – und hat meinem Dissertationsprojekt einen ganz besonderen Auftrieb gegeben.

Montags und Dienstags fand die CRETA-Werkstatt #8 statt, bei der die Coachees die Möglichkeit hatten, ihr Forschungsprojekt zu präsentieren. Auch hier begegnete man einer aufgeschlossenen und heterogenen Gruppe von Menschen, die alle von einem ähnlich starken Erkenntnisinteresse geleitet sind: „textanalytischen Fragestellungen aus der Literatur-, Sprach-, Geschichts- und Sozialwissenschaft sowie Philosophie“. Es gelang eine geglückte Symbiose aus verschiedenen Bereichen mit Text- und Sprachinteresse und eine Plattform zu schaffen, die wirklich den Namen „Werkstatt“ verdient.

So war die Woche keineswegs nur ein „call the technician“ oder „eine Fahrt in die Werkstatt“ (Nils Reiter), sondern ein äußerst bereichernder und inspirierender Forschungsaufenthalt. Danke CRETA!

Kommentar schreiben