Zum ersten Mal auf einer Tagung – Meine Eindrücke der DHd 2019

2 Veröffentlicht von Bianca Buff am

Die DHd-Tagung 2019 in Mainz und Frankfurt war meine allererste Tagung, bei der ich nicht nur als Teilnehmerin, sondern zusätzlich auch als Vortragende dabei war. Daher möchte ich hier ein paar meiner Eindrücke als „Neue“ schildern.

Gerade am Anfang des Masterstudiums zu sein, in einem Hörsaal mit Promovierenden und Professorinnen und Professoren zu sitzen und weiteren faszinierenden Forschenden bei Vorträgen über ihre Arbeit zu lauschen, ist nichts Alltägliches. Umso erstaunter war ich, wie angenehm die Atmosphäre des wissenschaftlichen Austausches war und wie schnell ich mich gut aufgehoben und in die Community integriert fühlte. Allerdings gehörte vor allem zu Beginn auch eine gute Portion Mut dazu, sich aktiv zu anderen zu gesellen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei waren die soeben besuchten Workshops und Vorträge stets der perfekte Aufhänger, um die Schwelle der Unbekanntheit zu überqueren und den Weg zu ebnen für einen anschließenden interessanten Austausch über das Studium, Digital Humanities und Fächerübergreifendes. Besonders schön war, dass ich stets neue Menschen kennenlernte, die entweder jemanden aus meinem weiteren Bekanntenkreis kannten oder die sich einfach so zu uns gesellten, und nicht zuletzt auch, weil mich meine Professorin einfach anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorstellte! So war es möglich, langsam aber sicher das Netz aus bekannten Gesichtern zu erweitern.

Auch der fachliche Austausch kam nicht zu kurz: Mit anderen Studierenden tauschte ich mich aus über unsere verschiedenen Studiengänge und Universitäten, von Digital Humanities über Romanistik und (englische) Mediävistik bis Informatik in Göttingen, Stuttgart oder der Schweiz war alles dabei. Dabei fand ich besonders spannend, mich in dieser interdisziplinären Gruppe nicht nur über die Studieninhalte auszutauschen, sondern auch einen Funken der Faszination an individuellen Interessenbereichen abzubekommen. Diese Faszination war zudem während der Vorträge zu spüren, in denen die Forschenden über ihre Projekte berichteten. Teilweise hatte ich von den Forschungsschwerpunkten noch nie zuvor gehört, wie bei einem der ersten Vorträge über das Projekt „Historical Geographical Information System“ (HistoGIS), in dem im Fokus stand, herauszufinden, wo sich ein bestimmter Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt befunden hat und so zum Beispiel Wanderungsbewegungen oder Grenzverschiebungen über Raum und Zeit aufzudecken. Besonders spannend fand ich außerdem Projekte, die sich des Machine und Deep Learning bedienten, da diese Methoden auch in meiner Arbeitsgruppe von hoher Relevanz sind. 

Während der gesamten DHd 2019 gab es fast keine technischen Schwierigkeiten, zumindest nicht bei den von mir besuchten Workshops und Vorträgen. Die technischen Assistentinnen und Assistenten standen stets bereit, und vor allem bei der Vorbereitung meines eigenen Vortrags war ich froh, jemanden an meiner Seite zu haben, die die Technik zum Laufen brachte, während ich bereits aufgeregt über meine ersten Worte nachdachte. Als einzige technische „Schwierigkeit“ kann ich höchstens das mehrmals wiederholte „Pling“ nennen, das während des Posterslams aufgrund einer falschen Suchanfrage durch den Hörsaal und den Beitrag eines Referenten klang und so zu einigem Schmunzeln und Lachern führte…

Zuletzt möchte ich das Thema Gender ansprechen. In dem Panel „Deep Learning als Herausforderung für die digitale Literaturwissenschaft“ wurde angemerkt, dass leider trotz intensiver Suche keine weibliche Referentin für das Panel gefunden worden war. Auch wenn bei der DHd 2019 dieses Panel und manche Projekte von Männern dominiert waren, sehe ich es als positiv an, dass sowohl die Eröffnungs- als auch die Abschluss-Keynote von Frauen gehalten wurden. Die zwei faszinierenden Rednerinnen boten eine Perspektive der anderen Art auf mehr oder weniger alltägliche Themen und Fragestellungen. Frau Prof. Dr. Barbara Flückiger präsentierte einen speziellen Blick auf die ästhetische Filmanalyse und eröffnete mit ihrem neuen Annotationstool ganz neue Möglichkeiten. Zum Abschluss der DHd 2019 führte Frau Dr. Jana Diesner durch ihre kreativ angewandten Methoden im Bereich Computational Social Science zu neuen Denkanstößen.

Zusammenfassend habe ich nach dieser lehrreichen Woche auf jeden Fall genug Inspiration und Lesestoff, um die Zeit bis zur nächsten DHd Tagung zu überbrücken. Ich werde die DHd 2019 in guter Erinnerung behalten und bin dankbar für die zahlreichen Erfahrungen, die ich in der Digital Humanities Community machen durfte! Bis zum nächsten Jahr in „meiner“ Stadt Paderborn 😊!

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    So war’s auf der #DHd2019 in Mainz und Frankfurt: Berichte der Reisestipendiat*innen | DHd-Blog

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    […] Bianca Buff, Zum ersten Mal auf einer Tagung – Meine Eindrücke der DHd 2019, in: 26.4.2019, https://dhd-blog.org/?p=11641. […]

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