Neue Blickwinkel durch die DHd2020

0 Veröffentlicht von Anna-Marie Ortloff am

Drei Dinge, die ich durch die DHd2020 gelernt habe:

– Workshops sind schnell voll – man sollte sich also früh genug anmelden.

– Digital Humanities sind ein breiteres Feld, als ich vorher gedacht habe.

– Postersessions sind anstrengend, aber auch bereichernd. Die meisten Besucher*innen sind ehrlich interessiert und es macht mehr Spaß, als gedacht, die eigene Arbeit auf diese Weise vorzustellen.

 

Drei witzige Andersartigkeiten an Paderborn:

– Die Stromkästchen sind oft bemalt bzw. farbig gestaltet, statt nur grau.

– Bushäuschen befinden sich nicht direkt an der Bushaltestelle, sondern häufig etwas in eine Richtung versetz.

– Es gibt mehrere Straßen mit Schranken, die nur von berechtigten Fahrzeugen befahren werden können.

 

Drei Fakten aus der Stadtführung:

– Die Pader ist der kürzeste Fluss Deutschlands und circa zwölf Grad warm an der Quelle.

– Das älteste Gebäude in Paderborn ist nicht der Dom, sondern eine kleine Kapelle daneben, die sich sehr gut eignet, um darin zu singen.

– Es gibt nicht mehr viele Fachwerkhäuser in Paderborn, weil die meisten davon  Bombenangriffen in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs zum Opfer gefallen sind.

 

Es bestand zunächst die Überlegung, diesen Blogartikel als Liste von Listen abzugeben, was ja durchaus eine Art ist, Daten darzustellen, aber ich möchte nun doch noch einen kurzen Fließtext anhängen, um meinen Blick auf die Digital Humanities etwas weiter auszuführen. So soll dieser Blogeintrag meine Verortung zwischen Informatik und Geisteswissenschaft darstellen.

Um das vorwegzunehmen: Mein Blickwinkel auf die Digital Humanities ist der einer Medieninformatikerin. Ich habe im Bachelorstudium zwar noch Spanisch als Nebenfach studiert, aber keine wissenschaftliche Arbeit in diesem Bereich verfasst. Als solche war ich wohl eher mit dem Bereich der Digital Humanities vertraut, der sich mit der Anwendung computergestützter Methoden in den Geisteswissenschaften befasst. Auch das von meiner Freundin Lydia Güntner und mir vorgestellte Poster zu BeyondTheNotes, einem von uns entwickelten Tool zur quantitativen Musikanalyse, gehört zu diesem Bereich.

Dass die DH nicht auf diesen Bereich beschränkt, sondern noch viel umfassender sind, kam in der Session V13 Text/Theorie in Vergangenheit und Zukunft zum Vorschein. Ich glaube, ich war in meiner gesamten Zeit an der Universität noch nie so verwirrt wie in diesen Vorträgen. Ich wurde im Nachhinein darauf aufmerksam gemacht, dass solche Theoriebeiträge nicht unbedingt typische Kost für eher anwendungsorientierte Disziplinen wie Medieninformatik sind, aber es war nichtsdestotrotz ein interessanter Einblick in eine andere Welt. Mir wurde dabei bewusst, dass die Beschäftigung mit sich selbst durchaus auch ein Teil der Digital Humanities ist.

Abgesehen davon, dass mir meine eigene Unwissenheit also vor Augen geführt wurde, habe ich es durchaus genossen, zum ersten Mal bei einer Tagung nur als Teilnehmerin und nicht gleichzeitig auch als Helferin aktiv zu sein und somit mehr Zeit zur Wissensaufnahme zu haben. Das Rahmenprogramm, wie der Besuch des Heinz-Nixdorf-Museumsforums, oder die Stadtführungen, haben für mich zu einem angenehmen Erlebnis beigetragen. Nicht zuletzt konnte ich meine Nervosität vor der Postersession ablegen. An alle Neulinge da draußen: Selbst, wenn eure Arbeit nicht perfekt ist, wird euch niemand zerreißen. Die Postersession ist eine gute Gelegenheit ins Gespräch zu kommen und neue Blickwinkel kennenzulernen. Und das war auch für mich eine gute Zusammenfassung zur DHd 2020: Ich habe neue Blickwinkel angenommen, ausprobiert und erlebt.

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