CfP Workshop „Desktop oder App: Smarte Zugänge zu hypermedialen Sprachauskunftssystemen“

0 Veröffentlicht von Roman Schneider am

Hypermediale Sprachauskunftssysteme sind logisch strukturierte Informationsangebote im Internet, mit deren Hilfe sich Fakten und Zusammenhänge über natürliche Sprache zunächst speichern und anschließend einem breiten Nutzerkreis zur Verfügung stellen lassen. Eine wesentliche Motivation entspringt der Vision von einem zentralen Informations-Repository, das digitale, hypertextuell oder in einer Datenbank organisierte Inhalte multifunktional nutzbar machen kann. Populär ist in diesem Zusammenhang der Leitsatz „Write once, publish anywhere“, der das Bestreben hervorhebt, einmal niedergeschriebenes Wissen bei Bedarf ohne umfangreiche manuelle Nachbearbeitung für unterschiedliche Publikationskanäle zu verwenden. Ferner steht die Ausrichtung auf den individuellen Endanwender im Fokus, so dass linguistische Inhalte idealerweise für unterschiedliche Nutzergruppen und variable Benutzungssituationen (fundierte Untersuchung vs. Ad-hoc-Recherche etc.) aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden.

Sprachauskunftssysteme, die von Forschungsinstitutionen aufgebaut und gepflegt werden – hierzu gehören im deutschsprachigen Raum etwa das grammatische Informationssystem GRAMMIS oder das Wortschatz-Informationssystem OWID am Institut für Deutsche Sprache (IDS), weitere Online-Wörterbücher wie DWDS oder das Leipziger Wortschatz-Portal – , aber auch private Initiativen wie leo.org oder canoo.net sind ursprünglich zumeist für die Nutzung von ForscherInnen konzipiert, die am Desktop-Computer bzw. im Web-Browser mit digitalen Sprachressourcen interagieren. Doch darüber hinaus werden diese Ressourcen flexibel in Lehre, Ausbildung und Fremdsprachenstudium genutzt, oder einfach zum punktuellen Nachschlagen unterwegs. Zukünftige Entwicklungen und Relaunches dürften deshalb zunehmend auch Smartphone-Apps oder zumindest Designs für den mobilen Zugriff mit einplanen.

Mobile Anwendungen hängen in herausragendem Maße von der Qualität ihrer Benutzerschnittstellen ab. Kriterien sind hier – unter anderem – der Umgang mit der Bildschirmfläche und Kontrastfarben, die Konzeption von Benutzereingaben und Mausklicks/Tapps sowie die Reduzierung von Wartezeiten. Was auf dem Desktop vielleicht akzeptabel ist, führt im Mobilbereich schlimmstenfalls zur Unbrauchbarkeit.

Vor diesem Hintergrund möchte der Workshop Forscher und Praktiker zusammenbringen, die hypermediale Sprachauskunftssysteme konzipieren oder einsetzen, egal ob als App oder im Browser auf dem PC-Desktop. Beiträge sollen aus der Nutzer- oder Entwicklerperspektive folgende – oder daran anknüpfende – Fragen thematisieren:

  • Welche innovativen „smarten“ Zugänge zu linguistischen Inhalten sind wünschenswert und möglich (für Desktop und/oder App)?
  • Welche Formen der Visualisierung sind für welche Arten von Informationen sinnvoll (ggf. auch interaktive Explorationsformen)?
  • Lassen sich typische Anwendungssituationen und Inhaltstypen unterscheiden, d.h. was ist sinnvoll für eine App, was für den Desktop-Browser?
  • Wie lassen sich intuitive Einstiege (z.B. einfache Suchfelder) mit der Koordinierung komplexer, dahinter liegende Ressourcen verknüpfen?
  • Wie können sprachwissenschaftliche Apps und Browserangebote generell nutzerfreundlich gestaltet werden bzw. wo liegen typische Fehlerquellen?
  • Wo werden mobile Systeme bislang genutzt (Universität, Schule, ggf. von Übersetzern oder Journalisten), wie ist die Akzeptanz und was wünschen sich die Anwender?

Keynote-Vorträge:

  • Prof. em. Dr. Hans Jürgen Heringer, Augsburg / Herrsching
  • Dr. Kathrin Kunkel-Razum, Dudenredaktion Berlin

Termine:

  • Einreichen von Abstracts für Vorträge oder Posterbeiträge: 30.06.2017
  • Rückmeldung über die Annahme: 31.07.2017
  • Workshop: 28. – 29.09.2017

Veranstaltungsort:

Institut für Deutsche Sprache (IDS), R5 6-13, D-68161 Mannheim

Richtlinien für die Einreichung von Themenvorschlägen/Abstracts:

Vorschläge für Einzel- und Gemeinschaftsvorträge (25 min + 15 min Diskussion) können in elektronischer Form als PDF-Dokumente an die unten angegebenen Organisatoren eingereicht werden. Abstracts sollten nicht länger als eine DIN A4 Seite sein (Schriftgröße 12pt), wobei eine zweite Seite für Literaturangaben genutzt werden kann. Da die Vorschläge unabhängig begutachtet werden, dürfen Name und Institution des/der Vortragenden nicht auf dem Abstract genannt werden.

Organisation:

Website:

http://hypermedia.ids-mannheim.de/gscl-ak/html/activities.html

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