Stellenausschreibung nebenberufliche Professur Digital Humanities (W2) an der Fachhochschule Potsdam

5 Veröffentlicht von Jenny Oltersdorf am

An der Fachhochschule Potsdam ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine nebenberufliche Professur im Bereich Digital Humanities zu besetzen.

Der Fachbereich sucht eine/n Wissenschaftler/in auf dem Gebiet der Digital Humanities, die/der sowohl in den Geisteswissenschaften als auch der Informatik ausgewiesen ist, und über nachgewiesene Erfahrungen im Bereich der Digital Humanities (DH) sowie optimaler Weise auch in der interdisziplinären Lehre in den Fachrichtungen Archiv, Bibliothekswissenschaft, Information und Dokumentation verfügt.

Nähere Angaben finden Sie unter:

Ausschreibung nebenberufliche Professur Digital Humanities

2 Kommentare Kommentar schreiben
  • Bernd Wolters

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    Andere würden das Lohndumping nennen – oder, wir leiden gerne und sind hoch motiviert dabei: „Nebenberufliche-Professur“ 5 Semester-Wochenstunden Lehre bei 25% W2-Gehalt für 5 Jahre
    Ich habe schon so einige Stellenausschreibungen gelesen und mich über die Einkommensmöglichkeiten gewundert. Aber dieses „Angebot“ stellt eindeutig den bisherigen Tiefpunkt dar. Kreative Stellenformulierungen und Finanzierungskonzepte ist man in den Geisteswissenschaften fast schon gewohnt. Doch die Bezeichnung „Nebenberufliche-Professur“ mit 5 Semester-Wochenstunden Lehrdeputat ist schlicht weg, freundlich gesagt, etwas zu gewagt. Oder anders gesagt: Eine solche Stelle nebenberuflich mit befristetem 25% W2-Gehalt auszuschreiben ist arbeitsrechtlich mehr als grenzwertig und wenig seriös.
    Ich weiß nicht, ob es für das Fach Digital Humanities hilfreich ist solche Offerten hier im DHd-Blog zu lancieren. Eine fachliche Qualitätssicherung geht, wie in andern Fächern auch, mit der Schaffung von regulären Stellen Hand in Hand. Nebenberuflich kann und wird für die Digital Humanities nicht viel herauskommen. Sondern im Gegenteil, solche Stellen-Konstrukte schaden der Reputation der Digital Humanities ganz massiv – sowohl im universitären als auch im gesellschaftlichen Ansehen. Ist das die Zukunfts-Vision für Digital Humanities? Und macht man kompetente DH-Lehre so ganz nebenbei?

  • Heike Neuroth

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    Lieber Herr Wolters,

    ich kann Ihre Verärgerung verstehen, da ich davon ausgehe, dass Sie mit dem Konstrukt „Nebenberufliche Professur“ noch nicht ganz vertraut sind.
    Diese Arten von Professuren sind insbesondere an Fachhochschulen üblich, um gezielt Experten aus der Praxis (üblicherweise Wirtschaft, in diesem Fall aber natürlich weiter gefasst) rein in die Lehre und angewandte Forschung zu bekommen. Dies bedeutet, dass diese Experten üblicherweise bereits einer (vollen) Beschäftigung nachgehen und sie durch ein reguläres Berufungsverfahren mit allem „Drum und Dran“ in die Hochschule „gelockt“ werden sollen. Vorteile können sein: Die Hochschule und insbesondere die Studierenden profitieren von dem deutlichen Praxisbezug; die Expertin / der Experte kann einem Wunsch nach (mehr) Lehre und Forschung nachgehen, ohne z.B. gleich ganz kündigen zu müssen. Diese Art von Professuren sind nicht als Ersatz für volle Stellen gedacht, sondern als Ergänzung (und bitte nicht verwechseln mit Honorar-Professuren)!
    Wir stimmen sicherlich überein, dass 5 SWS arg viel sind oder die Vergütung „üppiger“ sein könnte (wobei Brandenburg durch die gesetzlich geregelte Leistungszulage schon im oberen Feld der Bezahlung ist) – dies kann aber (wie bei regulären Berufungsverhandlungen üblich) dann Gegenstand von Verhandlungen sein, bei Erst-Platzierung versteht sich.

    Fazit: Ich finde es grossartig, dass das Thema auch bereits bei einer Fachhochschule sichtbar angekommen ist und wir sind gespannt auf die Bewerbungen von Personen mit nachgewiesener praktischer Erfahrung (vgl. auch Satzung der Hochschule für NB-Prof. unter Abschnitt 5: http://www.fh-potsdam.de/fileadmin/user_upload/studienangelegenheiten/dokumente/akademisches/ABK_2010/ABK_180_Berufungssatzung.pdf).

    Beste Grüße
    Heike Neuroth

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