{"id":9740,"date":"2018-04-14T12:54:40","date_gmt":"2018-04-14T10:54:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=9740"},"modified":"2018-04-14T12:54:40","modified_gmt":"2018-04-14T10:54:40","slug":"die-summe-geisteswissenschaftlicher-methoden-fachspezifisches-datenmanagement-als-voraussetzung-zukunftsorientierten-forschens-bericht-panel-ag-datenzentren-dhd-2018-koeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=9740","title":{"rendered":"Die Summe geisteswissenschaftlicher Methoden? Fachspezifisches Datenmanagement als Voraussetzung zukunftsorientierten Forschens (Bericht Panel AG Datenzentren, DHd 2018, K\u00f6ln)"},"content":{"rendered":"<p>Autorin: Ulrike Wuttke f\u00fcr die DHd-AG Datenzentren<\/p>\n<p>Am 1. M\u00e4rz 2018 hielt die <a href=\"http:\/\/dig-hum.de\/ag-datenzentren\">DHd-AG Datenzentren<\/a> im Rahmen der <a href=\"http:\/\/dhd2018.uni-koeln.de\/\">DHd 2018 K\u00f6ln<\/a> (Kritik der digitalen Vernunft, 26.02.-02-03.2018, Universit\u00e4t zu K\u00f6ln) ein Panel unter dem Titel \u201cDie Summe geisteswissenschaftlicher Methoden? Fachspezifisches Datenmanagement als Voraussetzung zukunftsorientierten Forschens\u201d ab (Start <a href=\"http:\/\/dhd2018.uni-koeln.de\/wp-content\/uploads\/boa-DHd2018-web-ISBN.pdf\">Download des Book of Abstracts<\/a>, PDF). Organisiert wurde das Panel von Katrin Moeller, Historisches Datenzentrum Sachsen Anhalt (Hist-Data) und moderiert von Ulrike Wuttke (Stellvertretende Vorsitzende der AG Datenzentren des DHd, Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften) und J\u00f6rg Wettlaufer (G\u00f6ttingen Centre for Digital Humanities, Georg-August Universit\u00e4t G\u00f6ttingen). Als PanelteilnehmerInnen nahmen neben Katrin Moeller teil: Marina Lemaire, Servicezentrum eSciences, Universit\u00e4t Trier, Matej \u010eur\u010do, Austrian Center for Digital Humanities, \u00d6sterreichische Akademie der Wissenschaften, und Patrick Sahle, Data Center for the Humanities (DCH), Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Barbara Ebert, Leiterin der G\u00f6ttinger Gesch\u00e4ftsstelle des Rats fu\u0308r Informationsinfrastrukturen (RfII), und Lukas Rosenthaler, Data and Service Center for the Humanities DaSCH, Universit\u00e4t Basel (DHLab) und Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ebenfalls angek\u00fcndigt waren, mussten sich leider entschuldigen. Die Ziele des Panels waren die Darstellung der fachspezifischen Dienste der an der AG Datenzentren beteiligten Datenzentren und eine kritische Diskussion der Herausforderungen fachbezogenen Datenmanagements mit besonderem Fokus auf die Implementierung und Pflege von Standards in den (digitalen) Geisteswissenschaften.<\/p>\n<div id=\"attachment_9741\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Foto-Panel-AG-Datenzentren-Dhd-2018-CCBY4-Vanessa-Hannenschla\u0308ger-klein.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9741\" class=\"size-medium wp-image-9741\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Foto-Panel-AG-Datenzentren-Dhd-2018-CCBY4-Vanessa-Hannenschla\u0308ger-klein-300x225.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2018\/04\/Foto-Panel-AG-Datenzentren-Dhd-2018-CCBY4-Vanessa-Hannenschla\u0308ger-klein-300x225.png 300w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2018\/04\/Foto-Panel-AG-Datenzentren-Dhd-2018-CCBY4-Vanessa-Hannenschla\u0308ger-klein-768x576.png 768w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2018\/04\/Foto-Panel-AG-Datenzentren-Dhd-2018-CCBY4-Vanessa-Hannenschla\u0308ger-klein.png 1024w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2018\/04\/Foto-Panel-AG-Datenzentren-Dhd-2018-CCBY4-Vanessa-Hannenschla\u0308ger-klein-243x181.png 243w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9741\" class=\"wp-caption-text\">Foto des Panels, CC BY 4.0 Vanessa Hannenschl\u00e4ger<\/p><\/div>\n<p>Nach einer kurzen Einleitung des Panels und einer Kurzvorstellung der AG Datenzentren durch die beiden ModeratorInnen, stellte zun\u00e4chst Katrin Moeller die vorl\u00e4ufigen Ergebnisse der Umfrage zu den Diensten und Services der an der AG beteiligten Datenzentren vor. Patrick Helling (CCeH, Universit\u00e4t zu K\u00f6ln), der die Umfrage f\u00fcr die AG organisiert hat, konnte am Panel aufgrund seiner Verpflichtungen im Organisationskommitee der DHd 2018 nicht pers\u00f6nlich teilnehmen. Katrin Moeller fasste die Ergebnisse der Umfrage zusammen und unterstrich hierbei besonders die fachspezifischen Angebote der einzelnen in der AG vertretenen Infrastrukturen, die von Anwendungskonservierung digitaler Projekte, Datenrettung und Sicherung, Virtuellen Forschungsumgebungen, mandantenf\u00e4higen Forschungsumgebungen, \u00fcber Softwareentwicklung und Schnittstellen reichen, bis hin zur Spezialisierung auf bestimmte Datentypen wie audio- und audiovisuelle Daten, qualitative Daten, Textmining und W\u00f6rterb\u00fccher, Corpora, Annotationen und Editionen, X-Technologien, Objekt- und Bilddaten, Semantic Web-Technologien und Personendaten, um nur einige herauszugreifen. Es ist vorgesehen, die Ergebnisse der Umfrage weiter aufzuarbeiten und der \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung zu stellen, die hierdurch eine gute \u00dcbersicht in die bislang bestehenden Angebote zum geisteswissenschaftlichen Forschungsdatenmanagement im deutschsprachigen Raum gewinnen kann.<\/p>\n<p>Der zweite Teil des Panels war der Diskussion zwischen den PanelistInnen und dem zahlreich erschienenen Publikum gewidmet. Die PanelistInnen hatten Kurzstatements zu drei Fragekomplexen vorbereitet, in deren Mittelpunkt die kritische Diskussion der Frage stand, was die Summe geisteswissenschaftlicher Bedu\u0308rfnisse ausmacht, um Daten tats\u00e4chlich interdisziplin\u00e4r und langfristig nachnutzbar zu machen, eines der zentralen Anliegen der digitalen Geisteswissenschaften:<\/p>\n<ol>\n<li>Welche informatisch-geisteswissenschaftlichen Standards brauchen wir im Rahmen von DH? Welche Vor- und Nachteile bringen uns solche Standards? Kann es \u00fcberhaupt Standards f\u00fcr \u201edie Geisteswissenschaften\u201c geben?<\/li>\n<li>Wie gelingt die Integration von Standards in die Fachwissenschaften bzw. haben wir schon die richtigen Standards f\u00fcr unsere Community?<\/li>\n<li>Wer sollte Standards herausgeben und wie sind diese \u00fcberhaupt &#8222;betreibbar&#8220;?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die lebhafte Diskussion drehte sich vor allem um den Begriff des Standards an sich (Was ist \u00fcberhaupt ein Standard?), ob und wie Standards Mehrwerte f\u00fcr die geisteswissenschaftliche Forschung haben, und wer entscheidet, welche Standards allgemeing\u00fcltig sind (oder es werden sollen) und wann dann doch neue Wege gegangen werden m\u00fcssen, um das Innovationspotential der digitalen Geisteswissenschaften nicht zu strangulieren. Unter anderem wurde betont, dass Standards sowohl eine wichtige Rolle f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung zwischen Mensch und Maschine haben, als auch zwischen verschiedenen Menschen, da bei zuviel Idiosynkrasie, die (maschinelle) Verarbeitung und Nachnutzung gef\u00e4hrdet sind. Eine schichtweise Abstufung zwischen allgemeinen (und teilweise kaum bewussten) Standards zu domain-spezifischen Standards scheint hier ein m\u00f6glicher Ansatz.<\/p>\n<p>Betont wurde auch die Wichtigkeit der inhaltlichen Dokumentation (neben beschreibenden Standards), ein bislang breites (Minen-)feld, bei dem nicht zuletzt fehlende Anreizmechanismen und praktikable Workflows f\u00fcr den doch nicht geringen Aufwand einer beispielhaften qualitativ anspruchsvollen Dokumentation eine Rolle spielen. Auch der Bereich der Aus- und Weiterbildung wurde diskutiert, da mit den zunehmenden Anforderungen an das Forschungsdatenmanagement auch die Anforderungen an die FachwissenschaftlerInnen steigen. Sie m\u00fcssen jedoch zun\u00e4chst das Problembewusstsein und die Bereitschaft entwickeln, sich in diese bislang eher peripheren (technischen) Wissensgebiete einzuarbeiten und die notwendigen Kompetenzen zu erwerben. Hier besteht Handlungsbedarf f\u00fcr die Weiterentwicklung fachlicher Curricula, in denen derartige Kompetenzen bislang kaum vermittelt werden. Doch wie weit muss die Ausbildung der FachwissenschaftlerInnen gehen? Ab wann sind spezielle \u201cDH-Kompetenzen\u201d notwendig, und sollten die Aufgaben von daf\u00fcr entsprechend ausgebildeten SpezialistInnen der Informationsinfrastrukturen \u00fcbernommen werden?<\/p>\n<p>Last but not least, wurde kontrovers diskutiert, von wem und wie Standards idealtypisch betrieben werden sollen. Sind hier eher Top-Down- oder Bottom-Up-Prozesse zu favorisieren, offene Community-betriebene Plattformen oder institutionalisierte Organisationsformen wie ISO oder DIN? Einig waren sich die Diskutierenden dar\u00fcber, dass nur ein Standard, der von der Community auch als ein solcher angenommen wird, einen wissenschaftlichen Mehrwert und Chancen auf eine breite Etablierung und damit \u201c\u00dcberleben\u201d hat.<\/p>\n<p>Es ist vorgesehen, die Ergebnisse des Panels in einer Publikation zusammenzufassen. Eine <a href=\"http:\/\/dhd2018.uni-koeln.de\/video\/\">Videoaufzeichnung des Panels<\/a> ist auf der Webseite der Konferenz verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Gerne m\u00f6chte ich in diesem Rahmen auch auf das Grundsatzpapier der AG Datenzentren unter dem Titel \u201cGeisteswissenschaftliche Datenzentren im deutschsprachigen Raum. Grundsatzpapier zur Sicherung der langfristigen Verf\u00fcgbarkeit von Forschungsdaten\u201d hinweisen, dass w\u00e4hrend der DHd 2018 in Druckform verteilt wurde. In dem Grundsatzpapier werden Potenziale und Perspektiven der an der AG beteiligten Datenzentren sowie der AG Datenzentren beleuchtet und mit einigen Narrativen erg\u00e4nzt, die einen Einblick in den Themenkomplex geben. Das Grundsatzpapier steht als <a href=\"http:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.1134760\">PDF-Version auf Zenodo zum Download<\/a> bereit. Eine gedruckte Version verschicken wir gerne auf Anfrage. Bitten wenden Sie sich hierf\u00fcr an den Convenor der AG Datenzentren, Kai W\u00f6rner.<\/p>\n<p>Informationen zur DHd-AG Datenzentren:<\/p>\n<ul>\n<li>AG-Webseite: <a href=\"http:\/\/dig-hum.de\/ag-datenzentren\">http:\/\/dig-hum.de\/ag-datenzentren<\/a><\/li>\n<li>Convenor: Kai W\u00f6rner (kai.woerner[at]uni-hamburg.de)<\/li>\n<li>Stellvertreterin: Ulrike Wuttke (ulrike.wuttke[at]gmx.net)<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons License\" \/><\/a><br \/>\nThis text is licensed under a <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Attribution 4.0 International License<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autorin: Ulrike Wuttke f\u00fcr die DHd-AG Datenzentren Am 1. 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