{"id":7903,"date":"2017-04-25T15:35:57","date_gmt":"2017-04-25T13:35:57","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=7903"},"modified":"2017-04-25T15:35:57","modified_gmt":"2017-04-25T13:35:57","slug":"tagungsbericht-zum-philtag-n%e2%80%b314%e2%80%b3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=7903","title":{"rendered":"Tagungsbericht zum &lt;philtag n=\u203314\u2033\/&gt;"},"content":{"rendered":"<p>Vom 16.-17. M\u00e4rz 2017 fand in W\u00fcrzburg der 14. Workshop der DH-Tagungsreihe &lt;philtag\/&gt; statt. Die etablierte W\u00fcrzburger Tagungsreihe zum Einsatz digitaler Methoden in den Geistes- und Kulturwissenschaften bietet den Teilnehmern die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber neue Trends, Projekte und Technologien im Bereich der Digital Humanities zu informieren und auszutauschen. Wie schon im <a href=\"http:\/\/kallimachos.de\/kallimachos\/index.php\/Philtag_13\" target=\"_blank\">Vorjahr <\/a>wurde der Workshop auch in diesem Jahr wieder von <a href=\"http:\/\/www.kallimachos.de\" target=\"_blank\">KALLIMACHOS<\/a>, dem Zentrum f\u00fcr digitale Edition und quantitative Analyse der Universit\u00e4tsbibliothek W\u00fcrzburg, ausgerichtet. Den thematischen Schwerpunkt der diesj\u00e4hrigen Tagung stellten <em>Digitale Editionen<\/em> im erweiterten Sinne dar. Die insgesamt zw\u00f6lf Vortr\u00e4ge besch\u00e4ftigten sich mit Verfahren zur Erschlie\u00dfung digitaler Volltexte, insbesondere durch Optical Character Recognition (OCR), sowie mit der Korrektur, Auszeichnung und schlie\u00dflich der Pr\u00e4sentation und Visualisierung der Texte und Textkorpora im Netz. <\/p>\n<p><strong>Tag 1<\/strong><br \/>\nDen Anfang machten Wahed Hemati und Tolga Uslu (Universit\u00e4t Frankfurt), die zwei beim Frankfurter <a href=\"https:\/\/hucompute.org\/\" target=\"_blank\">Text Technology Lab<\/a> entwickelte Projekte vorstellten: Das Projekt <a href=\"https:\/\/hucompute.org\/applications\/wikidition\/\" target=\"_blank\">Wikidition <\/a>bietet eine Darstellungsumgebung f\u00fcr digitale Editionen, die auf Semantic MediaWiki basiert und unter Anderem M\u00f6glichkeiten zur Lemmatisierung, Annotation und Vergleich der erfassten Texte liefert. Dar\u00fcber hinaus stellt der <a href=\"https:\/\/hucompute.org\/textimager\/\" target=\"_blank\">Textimager <\/a>ein m\u00e4chtiges Tool zur automatischen Textanalyse dar, das eine Vielzahl etablierter Analyseverfahren gemeinsam mit etablierten und neuen interaktiven Visualisierungsm\u00f6glichkeiten in einem gemeinsamen Framework zusammenf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ben Kiessling (Uni Leipzig, <a href=\"http:\/\/www.dh.uni-leipzig.de\/wo\/\" target=\"_blank\">Digital Humanities<\/a>) stellte die im Leipziger <em>OpenPhilology<\/em>-Projekt zum Einsatz kommende OCR-Pipeline <a href=\"https:\/\/openphilology.github.io\/nidaba\/\" target=\"_blank\">Nidaba <\/a>vor, die eine Kombination zahlreicher freier Softwaremodule zur automatischen Bildvorverarbeitung, Layoutanalyse und Texterkennung erlaubt. Im Anschluss  diskutierte Thomas K\u00f6ntges (Uni Leipzig, <a href=\"http:\/\/www.dh.uni-leipzig.de\/wo\/\" target=\"_blank\">Digital Humanities<\/a>) die M\u00f6glichkeiten und Herausforderungen bei der computergest\u00fctzten Textanalyse von historischen Texten. W\u00e4hrend Verfahren etwa zum Topic Modelling auf modernen englischen Texten vergleichsweise leicht anwendbar sind, funktionieren diese bei antiken griechischen Texten aufgrund der h\u00f6heren morphologischen Komplexit\u00e4t deutlich schlechter. Hier sind umfangreiche morphologische Normalisierungen n\u00f6tig, die allerdings stets verlustbehaftet sind.<\/p>\n<p>Marcus Liwicki (Uni Freiburg, <a href=\"http:\/\/diuf.unifr.ch\/main\/\" target=\"_blank\">Informatik<\/a>) gew\u00e4hrte in seinem Beitrag Einblicke in die Funktionsweise neuronaler Netze, die durch Deep Learning z.B. darauf trainiert werden k\u00f6nnen, Layoutzonen in historischen Dokumenten zu erkennen oder aus den Texten automatisch bestimmte Schl\u00fcsselinformationen zu extrahieren. <\/p>\n<p>Steffan M\u00fcller (<a href=\"https:\/\/www.badw.de\/die-akademie.html\" target=\"_blank\">BaDW<\/a>) stellte das Akademieprojekt <em>Ptolemaeus Arabus et Latinus<\/em> vor, bei dem Transkriptionen der astronomischen und astrologischen Werke des Claudius Ptolemaeus (2. Jh. n. Chr.) in einer leserfreundlichen Online-Edition zusammen mit den dazugeh\u00f6rigen Faksimila im Netz dargeboten werden. Der reichhaltig annotierte und mit Metadaten angereicherte Text wird hierbei zus\u00e4tzlich mit einem Katalog von weiteren Werken vernetzt.<\/p>\n<p>Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages stellte der Vortrag der DH-Nachwuchsgruppe <a href=\"https:\/\/cligs.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\">CLiGS <\/a>dar. Pr\u00e4sentiert wurde die <em>CliGS-Textbox<\/em>, die der Nachwuchsgruppe als Organisationsmodell und Publikationskanal f\u00fcr die untersuchten Texte und Textkorpora (im konkreten Fall einer Sammlung literarischer Text in romanischen Sprachen) dient. Als Publikationsstrategie dient hierbei eine Kombination der kooperativen Entwicklungsumgebung GitHub mit dem Online-Speicherdienst <em>Zenodo<\/em>, der die persistente Verf\u00fcgbarkeit der Texte und Forschungsdaten sicherstellt.<\/p>\n<p>Wie schon im Vorjahr war auch diesmal als Ausklang des Ersten Veranstaltungstages ein gemeinsames Abendessen angesetzt, diesmal im W\u00fcrzburger Traditionslokal <a href=\"http:\/\/www.backoefele.de\/main\/index.php\" target=\"_blank\">Back\u00f6fele<\/a>. Hier konnten die Eindr\u00fccke der Vortr\u00e4ge im Gespr\u00e4ch vertieft und neue Kontakte gekn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p><strong>Tag 2<\/strong><br \/>\nDer zweite Veranstaltungstag begann mit zwei Vortr\u00e4gen des W\u00fcrzburger <a href=\"http:\/\/www.is.informatik.uni-wuerzburg.de\/startseite\/\" target=\"_blank\">Lehrstuhls f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz und Angewandte Informatik (Informatik VI)<\/a>: Markus Krug pr\u00e4sentierte mit <em>ATHEN <\/em>ein Werkzeug zur Annotation von Textkorpora. ATHEN ist in der Lage, verschiedene Arten von digitalen Texten zu importieren, um diese mit weiteren Informationen anzureichern. Auf diese Weise k\u00f6nnen z.B. Eigennamen sowie die sich auf sie beziehenden Personalpronomen erkannt und ausgezeichnet werden. Dar\u00fcber hinaus kann ATHEN automatisch direkte Rede inklusive der Sprecher und Angesprochenen sowie eine Vielzahl weiterer Merkmale literarischer und nichtliterarischer Texte erkennen. Christian Reul stellte das Tool <em>LAREX <\/em>vor, das eine vereinfachte Segmentierung und Layout-Analyse von fr\u00fchen Buchdrucken erm\u00f6glicht. Das Tool schl\u00e4gt hierzu Bildregionen im gescannten Text vor und versucht, diese automatisch z.B. als Flie\u00dftexte, Illustrationen, Marginalien oder Kopfzeilen zu klassifizieren. Die Ergebnisse k\u00f6nnen z.B. zur automatischen OCR-Erfassung oder zur Verkn\u00fcpfung von digitalem Text und den dazugeh\u00f6rigen Bildregionen genutzt werden.<\/p>\n<p>G\u00fcnter M\u00fchlberger (Universit\u00e4t Innsbruck, <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/germanistik\/dea\/\" target=\"_blank\">DEA<\/a>) stellte die Online-Forschungsinfrastruktur <a href=\"https:\/\/transkribus.eu\/Transkribus\/\" target=\"_blank\">Transkribus <\/a>vor, die verschiedene Tools zur automatischen Dokumentenanalyse vereint. Zu den mit Transkribus analysierbaren Texten geh\u00f6ren insb. auch handschriftliche Texte. <\/p>\n<p>Auch die beiden abschlie\u00dfenden Vortr\u00e4ge des M\u00fcnchner Centrums f\u00fcr Informations- und Sprachverarbeitung (<a href=\"http:\/\/www.cis.uni-muenchen.de\/\" target=\"_blank\">CIS<\/a>) besch\u00e4ftigen sich mit der OCR historischer Texte: Uwe Springmann diskutierte die Herausforderungen bei der OCR von Fr\u00fchdrucken, insb. hinsichtlich der Vor- und Nachteile von gemischten und von individuell f\u00fcr den jeweiligen Text erstellten OCR-Modellen. Florian Fink stellte schlie\u00dflich die am CIS verwendete Software <em>PoCoTo <\/em>vor, die eine vereinfachte interaktive Nachkorrektur von OCR-erzeugten Transkriptionen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAuch in diesem Jahr erfuhr der Philtag mit 70-80 interessierten und motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen hohen Zuspruch. Wir  bedanken uns an dieser Stelle sowohl bei unseren Vortragenden als auch beim Publikum f\u00fcr die zahlreiche Anregungen und die engagierte Teilnahme an der Tagung. Wir freuen uns darauf, Sie im n\u00e4chsten Jahr wieder bei uns begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen!\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 16.-17. M\u00e4rz 2017 fand in W\u00fcrzburg der 14. Workshop der DH-Tagungsreihe &lt;philtag\/&gt; statt. Die etablierte W\u00fcrzburger Tagungsreihe zum Einsatz digitaler Methoden in den Geistes- und Kulturwissenschaften bietet den Teilnehmern die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber neue Trends, Projekte und Technologien im Bereich der Digital Humanities zu informieren und auszutauschen. 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