{"id":6559,"date":"2016-03-30T10:50:24","date_gmt":"2016-03-30T08:50:24","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=6559"},"modified":"2017-09-14T15:39:05","modified_gmt":"2017-09-14T13:39:05","slug":"memorandum-digitale-forschungsinfrastrukturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=6559","title":{"rendered":"Memorandum: digitale Forschungsinfrastrukturen"},"content":{"rendered":"<div id=\"article_10154_10180_694312_1.1\" class=\"journal-content-article\">\n<p align=\"center\"><strong>Memorandum zur nachhaltigen Bereitstellung digitaler Forschungsinfrastrukturen f\u00fcr die Geistes- und Kulturwissenschaften in Deutschland<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><em>Dieses Memorandum entstand in Folge der zweiten Konferenz zum Thema \u201eNachhaltigkeit digitaler Forschungsinfrastrukturen f\u00fcr die Geisteswissenschaften&#8220; am 19.10.2015 in Berlin, zu dem die beiden vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Forschungsinfrastrukturprojekte TextGrid und DARIAH-DE eingeladen hatten. <\/em><\/p>\n<p>Ziel der Unterzeichnenden ist es, die Voraussetzungen f\u00fcr die nachhaltige Bereitstellung digitaler Forschungsinfrastrukturen f\u00fcr die Geistes- und Kulturwissenschaften innerhalb Deutschlands zu schaffen, damit ihre Forschenden und Lehrenden zur Spitzenforschung und deren Entwicklung langfristig beitragen k\u00f6nnen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung von Wissenschaft und Gesellschaft von herausragender Bedeutung. Zur Gestaltung, Deutung und Forcierung dieses tiefgreifenden Wandels leisten die Geistes- und Kulturwissenschaften einen wesentlichen Beitrag.<\/p>\n<p>Um digitale Forschungsinfrastrukturen auf europ\u00e4ischer Ebene langfristig, d.h. mit Nutzungsphasen in Zeitr\u00e4umen von \u00fcber 20 Jahren, gemeinsam weiterentwickeln und betreiben zu k\u00f6nnen, wurde f\u00fcr Projekte des \u201eEuropean Strategy Forum on Research Infrastructure&#8220; (ESFRI) eine eigene Rechtsform geschaffen: das \u201eEuropean Research Infrastructure Consortium&#8220; (ERIC). Unter den ESFRI-Projekten, die bislang ein ERIC gegr\u00fcndet haben, sind DARIAH-EU und CLARIN-EU.<\/p>\n<p>Die Unterzeichnenden begreifen die Nachhaltigkeit von digitalen Forschungsinfrastrukturen aber auch als eine nationale Aufgabe, die in Deutschland f\u00fcr die gesamten Geistes- und Kulturwissenschaften zu leisten ist. Sie appellieren an die Wissenschaftspolitik Strukturen zu schaffen, die neue Handlungsoptionen f\u00fcr die langfristige Bereitstellung digitaler Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Kulturwissenschaften in ihren organisatorischen, rechtlichen, technologischen und finanziellen Aspekten bieten. Digitale Forschungsinfrastrukturen \u2013 meist Informationsinfrastrukturen \u2013 erfordern in ihrer virtuellen, verteilten und multidisziplin\u00e4ren Ausrichtung besondere Organisationsformen, da sie nur sehr begrenzt auf die \u00fcber viele Jahre f\u00fcr Forschungsgro\u00dfger\u00e4te oder Geb\u00e4ude entwickelten Instrumente wie Abschreibungen, Verkehrswerte oder Mieten zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Die Geistes- und Kulturwissenschaften heben sich in diesem Zusammenhang zudem besonders dadurch hervor, dass sie nur geringe materiell begr\u00fcndete Kosten, jedoch ausgepr\u00e4gte informationelle, personelle und logistische Komponenten beinhalten, die eine sehr breit gef\u00e4cherte und heterogene Fachgemeinde betreffen. Dennoch haben sich im Projektbetrieb belastbare Steuerungsformen etabliert, die sich f\u00fcr zahlreiche assoziierte Projekte und Forschende als leistungsstark und tragf\u00e4hig erwiesen haben \u2013 sich aber nicht direkt in die \u00fcblichen Betriebsformen f\u00fcr Forschungsinfrastruktur \u00fcberf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Digitale Forschungsinfrastrukturen der Geistes- und Kulturwissenschaften stellen aus diesen Gr\u00fcnden einen geeigneten Modellfall f\u00fcr die Entwicklung ad\u00e4quater Organisationsformen f\u00fcr Informationsinfrastrukturen dar. Die Unterzeichnenden erkl\u00e4ren sich bereit den zur Entwicklung dieser Organisationsformen notwendigen Diskurs mit zu pr\u00e4gen und die erforderlichen Infrastrukturen mit zu gestalten. Sie bitten die Wissenschaftspolitik um Unterst\u00fctzung in diesem Prozess durch Koordinierung und Finanzierung geeigneter Ma\u00dfnahmen zur Schaffung technischer Voraussetzungen und Bereitstellung digitaler Werkzeuge zur innovativen Erforschung historischer, literarischer, k\u00fcnstlerischer, philosophischer, sozialer und kultureller Ph\u00e4nomene sowie der F\u00f6rderung von Rahmenbedingungen zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Digital Humanities.<\/p>\n<p>Sofern Sie dieses Memorandum unterst\u00fctzen m\u00f6chten, k\u00f6nnen Sie gerne das unterzeichnete Memorandum digital an <a href=\"mailto:dariah-de-konsortialleitung@sub.uni-goettingen.de\" target=\"_blank\">dariah-de-konsortialleitung@sub.uni-goettingen.de<\/a> versenden.<\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Liste der UnterzeichnerInnen:<\/strong><\/p>\n<p>1) Institutionen \/ Verb\u00e4nde<\/p>\n<ul>\n<li>AG Digitale Kunstgeschichte, G. Schelbert<\/li>\n<li>AG Digitale Rekonstruktion, P. Kuroczy\u0144ski<\/li>\n<li>AG Digitale Romanistik, C. Sch\u00f6ch<\/li>\n<li>AG Germanistik im digitalen Zeitalter, T. Gloning \/ M. Huber \/ F. Jannidis \/ A. Rapp \/ A. Storrer<\/li>\n<li>Akademie der Wissenschaften zu G\u00f6ttingen, S. Tangermann<\/li>\n<li>Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz, C. Geisler<\/li>\n<li>Bayerische Akademie der Wissenschaften, K.-H. Hoffmann<\/li>\n<li>Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, M. Gr\u00f6tschel<\/li>\n<li>Center f\u00fcr Digitale Systeme (CeDiS), Freie Universit\u00e4t Berlin, N. Apostolopoulos<\/li>\n<li>CLARIN-D, E. Hinrichs<\/li>\n<li>DAASI international GmbH, P. Gietz<\/li>\n<li>DARIAH-DE und TextGrid, W. Horstmann<\/li>\n<li>DARIAH-EU, L. Romary, J. Edmond, F. Fischer<\/li>\n<li>Deutsches Arch\u00e4ologisches Institut, F. Fless<\/li>\n<li>DHd Verband, C. Moulin<\/li>\n<li>DH-Zentrum Cedifor &#8211; TU Darmstadt &amp; Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt,\u00a0 J. Gippert \/ I. Gurevych<\/li>\n<li>DH-Zentrum Kalimachos, H.-G. Schmidt \/ K. S\u00fcdekum<\/li>\n<li>FH Potsdam \u2013 Fachbereich Informationswissenschaften, H. Neuroth<\/li>\n<li>Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenb\u00fcttel, U. Raulff<\/li>\n<li>Georg-Eckert-Institut f\u00fcr internationale Schulbuchforschung, E. Fuchs<\/li>\n<li>Gesellschaft f\u00fcr Medienwissenschaft, M. Christen (f\u00fcr den Vorstand)<\/li>\n<li>Gesellschaft f\u00fcr wissenschaftliche Datenverarbeitung, R. Yahyapour<\/li>\n<li>Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz), S. Schomburg<\/li>\n<li>Herder-Institut f\u00fcr historische Ostmitteleuropaforschung, P. Haslinger<\/li>\n<li>Herzog August Bibliothek Wolfenb\u00fcttel, P. Burschel<\/li>\n<li>Humboldt-Universit\u00e4t Berlin \u2013 Professur Wissenschaftsgeschichte und Sprecher des Exzellenzclusters TOPOI, G. Gra\u00dfhoff<\/li>\n<li>Institut f\u00fcr Deutsche Sprache, Mannheim, L. Eichinger<\/li>\n<li>Institut f\u00fcr die Geschichte der deutschen Juden, A. Br\u00e4mer<\/li>\n<li>KIT \u2013 Zentrum f\u00fcr Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, C. Y. Robertson-von-Trotha<\/li>\n<li>Koordinierungsstelle f. wissenschaftl. Universit\u00e4tssammlungen in Deutschland, C. Weber<\/li>\n<li>Leibniz-Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichte, I. Dingel<\/li>\n<li>Ludwig-Maximilian-Universit\u00e4t M\u00fcnchen, IT-Gruppe Geisteswissenschaften, C. Riepl \/ S. L\u00fccke<\/li>\n<li>Max-Planck-Institut f\u00fcr Wissenschaftsgeschichte, J. Renn<\/li>\n<li>Max Weber Stiftung, H. Rosenbach<\/li>\n<li>MPCDF \u2013 Rechenzentrum Garching der Max-Planck-Gesellschaft, S. Heinzel<\/li>\n<li>Nachwuchsgruppe Computergest\u00fctzte literarische Gattungsstilistik (CLiGS), C. Sch\u00f6ch<\/li>\n<li>Nachwuchsgruppe Electronic Text Reuse Acquisition Project (eTrap), M. B\u00fcchler<\/li>\n<li>Nachwuchsgruppe Hybride Narrativit\u00e4t, A. Dunst \/ J. Laubrock<\/li>\n<li>Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen, W. Horstmann<\/li>\n<li>Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., C. Heise<\/li>\n<li>PRO WISS, A. Horstmann<\/li>\n<li>RDA Europe, P. Wittenburg<\/li>\n<li>Salomon Ludwig Steinheim Institut f\u00fcr deutsch-j\u00fcdische Geschichte, M. Brocke<\/li>\n<li>Staatsbibliothek zu Berlin \u2013 Preu\u00dfischer Kulturbesitz, B. Schneider-Kempf \/ R. Altenh\u00f6ner<\/li>\n<li>Stiftung Bibliothek Werner Oechslin \u2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, B. Kulawik<\/li>\n<li>Technische Universit\u00e4t Darmstadt \u2013 Professur germanistische Computerphilologie, A. Rapp<\/li>\n<li>Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, G. Radecke<\/li>\n<li>Universit\u00e4t Bamberg \u2013 Lehrstuhl f\u00fcr Medieninformatik, A. Henrich<\/li>\n<li>Universit\u00e4t Detmold\/Paderborn \u2013 Musikwissenschaftliches Seminar, J. Veit<\/li>\n<li>Universit\u00e4t Gie\u00dfen \u2013 Professur f\u00fcr Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik, H. Lobin<\/li>\n<li>Universit\u00e4t Hamburg \u2013 eHumanities 2020+, K. W\u00f6rner<\/li>\n<li>Universit\u00e4t Leipzig \u2013 Professur Automatische Sprachverarbeitung, G.Heyer<\/li>\n<li>Universit\u00e4t Trier \u2013 Professur \u00c4ltere deutsche Philologie, C. Moulin<\/li>\n<li>Universit\u00e4t W\u00fcrzburg \u2013 Professur Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte, F. Jannidis<\/li>\n<li>Universit\u00e4tsbibliothek der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin &#8211; A. Degkwitz<\/li>\n<\/ul>\n<p>2) EinzelunterzeichnerInnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Matthias Arnold, Heidelberg Research Architecture, Universit\u00e4t Heidelberg<\/li>\n<li>Mirjam Bl\u00fcmm, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen<\/li>\n<li>Luise Borek, Technische Universit\u00e4t Darmstadt<\/li>\n<li>Jan Brase, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen, Abt. Forschung und Entwicklung<\/li>\n<li>Eric Decker, Heidelberg Research Architecture, Universit\u00e4t Heidelberg<\/li>\n<li>Stefan Farrenkopf, Christian-Albrechts-Universit\u00e4t Kiel, Universit\u00e4tsbibliothek<\/li>\n<li>Stefan E. Funk, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen<\/li>\n<li>Matthias Guth, Heidelberg Research Architecture, Universit\u00e4t Heidelberg<\/li>\n<li>Mirko Hering, Heidelberg Research Architecture, Universit\u00e4t Heidelberg<\/li>\n<li>Lisa Klaffki, Herzog August Bibliothek Wolfenb\u00fcttel<\/li>\n<li>Thomas Kollatz, Salomon Ludwig Steinheim Institut f\u00fcr deutsch-j\u00fcdische Geschichte, Essen<\/li>\n<li>Ingo Kottsieper, Akademie der Wissenschaften zu G\u00f6ttingen,\u00a0Forschungsstelle Qumran-W\u00f6rterbuch \/ Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster, Evangelische-Theologische Fakult\u00e4t,<\/li>\n<li>Heinz-G\u00fcnter Kuper, Heidelberg Research Architecture, Universit\u00e4t Heidelberg<\/li>\n<li>Beata Mache, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen\/Salomon Ludwig Steinheim Institut f\u00fcr deutsch-j\u00fcdische Geschichte<\/li>\n<li>Johannes Mangei, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen, Abt. Spezialsammlungen und Bestandserhaltung<\/li>\n<li>Hanna-Lena Meiners, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen<\/li>\n<li>Mike Mertens, Chief Executive Officer, DARIAH-EU<\/li>\n<li>Elmar Mittler, Universit\u00e4t G\u00f6ttingen<\/li>\n<li>Steffen Pielstr\u00f6m, Universit\u00e4t W\u00fcrzburg, Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte<\/li>\n<li>Torsten Scha\u00dfan, Herzog August Bibliothek Wolfenb\u00fcttel<\/li>\n<li>Stefan Schmunk, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen<\/li>\n<li>Ulrich Schwardmann, Gesellschaft f\u00fcr wissenschaftliche Datenverarbeitung<\/li>\n<li>J\u00fcrgen Sch\u00fcnzel, Stadtarchiv Zwickau<\/li>\n<li>Sibylle S\u00f6ring, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen<\/li>\n<li>Dennis Stephan, mementoZeitreisen, Buseck<\/li>\n<li>Ralf Stockmann, Staatsbibliothek zu Berlin \u2013 Preu\u00dfischer Kulturbesitz, Referat Innovations-Management \u2013 Online-Bibliotheksdienstleistungen<\/li>\n<li>Claudius Teodorescu, Heidelberg Research Architecture, Universit\u00e4t Heidelberg<\/li>\n<li>Carsten Thiel, Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen<\/li>\n<li>Thorsten Trippel, Eberhard-Karls-Universit\u00e4t T\u00fcbingen<\/li>\n<li>Gabriel Viehhauser-Mery, Universit\u00e4t Stuttgart<\/li>\n<li>Werner Wegstein, Universit\u00e4t W\u00fcrzburg<\/li>\n<li>Dirk Wintergr\u00fcn, Max-Planck-Institut f\u00fcr Wissenschaftsgeschichte<\/li>\n<li>Ulrike Wuttke, Koordinatorin BMBF-Projekt: Aufbau eines europ\u00e4ischen Akademienportals, Union der deutschen Akademien der Wissenschaften<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Memorandum zur nachhaltigen Bereitstellung digitaler Forschungsinfrastrukturen f\u00fcr die Geistes- und Kulturwissenschaften in Deutschland Dieses Memorandum entstand in Folge der zweiten Konferenz zum Thema \u201eNachhaltigkeit digitaler Forschungsinfrastrukturen f\u00fcr die Geisteswissenschaften&#8220; am 19.10.2015 in Berlin, zu dem die beiden vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Forschungsinfrastrukturprojekte TextGrid und DARIAH-DE eingeladen hatten. 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