{"id":6501,"date":"2016-03-15T10:28:22","date_gmt":"2016-03-15T09:28:22","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=6501"},"modified":"2017-04-25T15:20:01","modified_gmt":"2017-04-25T13:20:01","slug":"tagungsbericht-zum-philtag-n13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=6501","title":{"rendered":"Tagungsbericht zum &lt;philtag n=&#8220;13&#8243;\/&gt;"},"content":{"rendered":"<p>Am 25. und 26. Februar 2016 wurde unter der Leitung von <a href=\"http:\/\/kallimachos.de\/kallimachos\/index.php\" target=\"_blank\">KALLIMACHOS<\/a>, dem Zentrum f\u00fcr digitale Edition und quantitative Analyse der  <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.uni-wuerzburg.de\">Universit\u00e4tsbibliothek W\u00fcrzburg<\/a>, der 13. Workshop der Reihe &lt;philtag\/&gt; abgehalten. Die etablierte W\u00fcrzburger Tagungsreihe zum Einsatz digitaler Methoden in den Geistes- und Kulturwissenschaften bietet den Teilnehmern die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber neue Trends, Projekte und Technologien im Bereich der Digital Humanities zu informieren und auszutauschen. <\/p>\n<p>Einen Themenschwerpunkt in diesem Jahr bildeten OCR-Verfahren, die am 1. Seminartag vorgestellt, diskutiert und praktisch erprobt wurden. Nach der Begr\u00fc\u00dfung und der Vorstellung des KALLIMACHOS-Projekts durch Dr. Hans-G\u00fcnter Schmidt (UB W\u00fcrzburg) folgte mit Dr. Uwe Springmann (<a href=\"http:\/\/www.cis.uni-muenchen.de\" target=\"_blank\">CIS M\u00fcnchen<\/a>) der erste Kurzvortrag zum Thema <em>OCR von Inkunabeln<\/em>. Galten diese lange als ungeeignet f\u00fcr die automatische Texterkennung, konnten inzwischen mithilfe neuer OCR-Ans\u00e4tze auf der Basis neuronaler Netze erste Erfolge verzeichnet werden. Im anschlie\u00dfenden Vortrag stellte Dirk Wintergr\u00fcn (<a href=\"https:\/\/www.mpiwg-berlin.mpg.de\/\" target=\"_blank\">MPIWG Berlin<\/a>) die Bedeutung von OCR-Verfahren f\u00fcr die Erforschung wissenschaftlicher \u00dcberlieferungstraditionen und die Erfassung wissenschaftshistorischer Aktenbest\u00e4nde heraus. Elisa Herrmann (<a href=\"http:\/\/www.ocr-d.de\/\" target=\"_blank\">OCR-D Wolfenb\u00fcttel<\/a>) stellte das Koordinationsprojekt <em>OCR-D<\/em> vor, dessen Ziel es ist, die Erfassung der Drucke des 16.-19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum zu optimieren und k\u00fcnftige F\u00f6rderlinien der DFG vorzubereiten. Dr. Syed Saqib Bukhari (<a href=\"http:\/\/www.dfki.de\/\" target=\"_blank\">DFKI Kaiserslautern<\/a>) gew\u00e4hrte einen Einblick in das am DFKI entwickelte OCR-System <em>OCRopus++<\/em>, das Erkennungsgenauigkeiten auf historischen Drucken von \u00fcber 98% verspricht, bevor Dr. Josep Llad\u00f3s (<a href=\"http:\/\/www.cvc.uab.es\/\" target=\"_blank\">CVC Barcelona<\/a>) den ersten Vortragsblock mit einem Bericht \u00fcber die automatisierte Informationsextraktion aus historischen Urkunden, Ehestandsverzeichnissen und weiteren genealogischen Quellen und die Nutzung der so erfassten Daten f\u00fcr die Rekonstruktion historischer sozialer Netzwerke abschloss. <\/p>\n<p>Im Nachmittagsprogramm folgte der interaktive OCR-Workshop, bei dem die im Rahmen von KALLIMACHOS etablierten Arbeitsabl\u00e4ufe und Tools vorgestellt wurden und durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ausprobiert werden konnten. Zun\u00e4chst stellten Felix Kirchner und Marco Dittrich die Anforderungen an die Bilderfassung und -Vorverarbeitung sowie die zu beachtenden Spezifika der Glyphen und Typeninventare historischer Drucktexte vor. Prof. Dr. Frank Puppe und Christian Reul (<a href=\"http:\/\/www.is.informatik.uni-wuerzburg.de\/startseite\/\" target=\"_blank\">Lehrstuhl Informatik VI W\u00fcrzburg<\/a>) pr\u00e4sentierten j\u00fcngste Erfolge bei der automatischen Segmentierung von Textbl\u00f6cken. Benedikt Budig (<a href=\"http:\/\/www1.informatik.uni-wuerzburg.de\/\" target=\"_blank\">Lehrstuhl Informatik I W\u00fcrzburg<\/a>) stellte das eigens entwickelte Tool<em> Glyph Miner<\/em> f\u00fcr die vereinfachte Extraktion von Glyphen vor, das von den Anwesenden begeistert aufgenommen wurde. Unter der Anleitung durch die studentischen Hilfskr\u00e4fte Phillip Beckenbauer und Maximilian N\u00f6th konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Funktionsweise der Tools <em>Aletheia <\/em>und <em>Franken++<\/em> kennenlernen, die der Vorbereitung von Glypheninventaren f\u00fcr das Training von Tesseract dienen. Der Workshop endete mit der Produktion und der anschlie\u00dfenden Validierung der OCR-Ergebnisse.<\/p>\n<p>Der Ausklang des ersten Seminartages erfolgte im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens im W\u00fcrzburger B\u00fcrgerspital, bei dem zu Speis und Trank die Eindr\u00fccke des ersten Seminartags (und mehr) lebhaft diskutiert und zahlreiche Kontakte gekn\u00fcpft werden konnten. <\/p>\n<p>Der 2. Seminartag behandelte aktuelle Digital Humanities-Projekte in W\u00fcrzburg mit besonderem Schwerpunkt auf Textmining-Verfahren. Zun\u00e4chst erl\u00e4uterte Stefan Evert (<a href=\"http:\/\/www.linguistik.uni-erlangen.de\/index.shtml\" target=\"_blank\">FAU Erlangen-N\u00fcrnberg<\/a>) die statistischen Grundlagen des stilometrischen Abstandsma\u00dfes <em>Burrow\u00b4s Delta<\/em>, das sich v.a. f\u00fcr die automatische Autorschaftsattribution bew\u00e4hrt hat. Darauf aufbauend stellte Andreas B\u00fcttner das KALLIMACHOS-Teilprojekt <a href=\"http:\/\/kallimachos.de\/kallimachos\/index.php\/Identifikation_von_%C3%9Cbersetzern\" target=\"_blank\">Identifikation von \u00dcbersetzern<\/a> vor, in dem Delta eingesetzt wird, um bislang anonyme lateinische \u00dcbersetzer von arabischen philosophischen Texten des 12. Jahrhunderts zu ermitteln. Daniel Schl\u00f6r, Stefanie Popp und Christof Sch\u00f6ch (<a href=\"https:\/\/cligs.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\">Nachwuchsgruppe CLiGS<\/a>) befassten sich mit der Problematik der Erkennung w\u00f6rtlicher Rede in franz\u00f6sischsprachigen Romanen. Da hier f\u00fcr gew\u00f6hnlich keine Anf\u00fchrungszeichen verwendet werden, muss die w\u00f6rtliche Rede anhand anderer Merkmale erkannt werden; die Projektgruppe setzt dabei auf Verfahren des maschinellen Lernens. Markus Krug stellte die Methoden und erste Ergebnisse des KALLIMACHOS-Teilprojekts <a href=\"http:\/\/kallimachos.de\/kallimachos\/index.php\/Romanfiguren\" target=\"_blank\">Leserlenkung in Bezug auf Romanfiguren<\/a> vor. Hier werden Romanfiguren automatisch annotiert und die gewonnenen Informationen zur Erstellung von Figurennetzwerken verwendet. Dabei sollen neben Eigennamen auch Koreferenzen, z.B. durch Pronomina, korrekt erkannt werden. Abschlie\u00dfend erl\u00e4uterte Isabella Reger (KALLIMACHOS-AG <a href=\"http:\/\/kallimachos.de\/kallimachos\/index.php\/Narrative_Techniken\" target=\"_blank\">Narrative Techniken<\/a>), wie im Rahmen einer Sentimentanalyse der Stimmungsverlauf in einem Romantext erkannt werden kann und wie diese Information zur Klassifizierung literarischer Gattungen genutzt werden kann. <\/p>\n<p>Angesichts der Publikumsst\u00e4rke von zeitweise knapp 80 Personen, der intensiven, konzentrierten Arbeitsatmosph\u00e4re und des gro\u00dfen Zuspruchs aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer darf der 13. &lt;philtag\/&gt; als voller Erfolg gelten. Wir bedanken uns sehr herzlich sowohl bei den engagierten Rednerinnen und Rednern als auch beim Publikum f\u00fcr die zahlreiche Anregungen und die aktive Teilnahme am Tagungsprogramm. Wir freuen uns darauf, Sie bald wieder bei uns begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25. und 26. 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