{"id":6086,"date":"2015-12-14T11:31:51","date_gmt":"2015-12-14T10:31:51","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=6086"},"modified":"2015-12-14T13:09:50","modified_gmt":"2015-12-14T12:09:50","slug":"bericht-zum-dariah-de-methodenworkshop-in-bamberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=6086","title":{"rendered":"Bericht zum DARIAH-DE Methodenworkshop in Bamberg"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Thema \u201eQuantitative Vorauswahl und Validierung f\u00fcr ein qualitatives Arbeiten in den Geisteswissenschaften: Ein iterativer Prozess?\u201c fand am 19. und 20. November 2015 ein DARIAH-DE Methodenworkshop an der Otto-Friedrich-Universit\u00e4t Bamberg statt. Ausgerichtet war die Veranstaltung prim\u00e4r auf fortgeschrittene Studierende und Promovierende mit Interesse an den M\u00f6glichkeiten der Unterst\u00fctzung qualitativer Forschung in den Geisteswissenschaften durch informatische Methoden und Werkzeuge. Lebhafte Diskussionen zu verschiedenen Themen der Forschung \u2013 aber auch zu curricularen \u00dcberlegungen rund um das Thema Digital Humanities \u2013 entstanden auch aufgrund der bunten Mischung partizipierender Forschungsfelder und des interessierten Teilnehmerfeldes aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Bereichen (Bibliothek, Rechenzentrum, Verwaltung).<\/p>\n<p>Den Auftakt des Workshops \u00fcbernahm Prof. Dr. Andreas Henrich (Medieninformatik, Universit\u00e4t Bamberg) mit einem \u00dcberblick \u00fcber das Unterst\u00fctzungspotenzial der DARIAH-DE Infrastruktur f\u00fcr das qualitativ-geisteswissenschaftliche Arbeiten. Einen direkten Forschungsbezug konnte Dr. Sarah Panter (Leibniz-Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichte Mainz) mit einer Betrachtung digitaler Impulse auf die Untersuchung transnationaler Biographien herstellen. Anna Aurast (Leibniz-Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichte Mainz) verdeutlichte dann die Problematik der f\u00fcr die Anwendung in technischen Systemen notwendigen Formalisierung von Lebensstufen (Kindheit, Jugend etc.) \u2013 einem Knotenpunkt, an dem sich zwei verschiedene und oft kontr\u00e4re wissenschaftliche Richtungen und Fragestellungen kreuzen. Es folgte eine Vorstellung der F\u00f6derationsarchitektur von DARIAH-DE durch Tobias Gradl (Medieninformatik, Universit\u00e4t Bamberg). Mit Hilfe generischer Infrastrukturwerkzeuge wird hier eine forschungs- und fallorientierte Unterst\u00fctzung der Datenintegration erreicht, wodurch die Arbeit mit unterschiedlichen Quellen erleichtert werden soll. Prof. Dr. Thomas Saalfeld und Lucas Geese (Vergleichende Politikwissenschaft, Universit\u00e4t Bamberg) erl\u00e4uterten anschlie\u00dfend, wie auf der Basis einer Anwendung quantitativer Verfahren der Sprachverarbeitung und des Topic Modeling politische Indizien erkannt und als Impulse f\u00fcr eine anschlie\u00dfende qualitative Auseinandersetzung verwertet werden k\u00f6nnen. Die lebhafte Abenddiskussion zum Thema \u201eWieviel DH brauchen wir im Studium und in der Doktoranden-Ausbildung?\u201c motivierte Prof. Dr. Andreas Henrich unter anderem auf Basis des in der DARIAH-DE Arbeitsgruppe \u201c<i>Curriculare<\/i> <i>Entwicklungen<\/i>\u201c erarbeiteten Referenzmodells.<\/p>\n<p>Den zweiten Tag des Workshops er\u00f6ffnete Prof. Dr. Manfred Krug (Engl. Sprachwissenschaft einschl. Sprachgeschichte, Universit\u00e4t Bamberg) mit einem Einblick in die Unterst\u00fctzung quantitativer Verfahren in der englischen Sprachwissenschaft, die von einfachen arithmetischen zu komplexen statistischen Verfahren reichen und auf unterschiedlichen Ebenen der sprachwissenschaftlichen Beschreibung Anwendung finden. Mit den Projekten MUSICI und MusMig zeigte Dr. Berthold Over (Institut f\u00fcr Kunstgeschichte und Musikwissenschaft, Universit\u00e4t Mainz) weitere konkrete Anwendungsf\u00e4lle, bei denen Methoden und Werkzeuge der Informatik \u2013 im konkreten Fall das an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) entwickelte Personendatenrepositorium \u2013 als Hilfsmittel bei der Speicherung und Analyse dienen k\u00f6nnen. In sprachtechnologische Grundlagen f\u00fchrte Dr. Michael Piotrowski (Leibniz-Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichte Mainz) die Teilnehmer des Workshops ein und erkl\u00e4rte anhand plakativer Beispiele unterschiedliche Ebenen des Natural Language Processings (NLP), deren Nutzen aber auch Grenzen insbesondere bei der Betrachtung historischer Texte. Mit dem Thema des Opinion Minings \u2013 also der Erkennung von Stimmungsbildern in Texten \u2013 schloss Dirk Reinel (Institut f\u00fcr Informationssysteme, Hochschule Hof) das thematische Programm des Workshops ab.<\/p>\n<p>Der Workshop war mit ca. 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besucht. Dabei wurden neben den Vortr\u00e4gen und Diskussionen auch die Pausen zum intensiven Austausch genutzt. Viele Teilnehmer \u00e4u\u00dferten den Wunsch, derartige Veranstaltungen \u00f6fter durchzuf\u00fchren. Einen Rahmen dazu kann auch das an der Universit\u00e4t Bamberg neu gegr\u00fcndete Zentrum f\u00fcr innovative Anwendungen der Informatik bieten. An der Stelle wurde deutlich, wie Infrastrukturprojekte und lokale Aktivit\u00e4ten ineinander greifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Alle Informationen zum Programm und den Referenten, sowie deren Pr\u00e4sentationen finden Sie unter: <a class=\"moz-txt-link-freetext\" href=\"http:\/\/www.uni-bamberg.de\/minf\/forschung\/dariah-de\/workshop2015\/\">http:\/\/www.uni-bamberg.de\/minf\/forschung\/dariah-de\/workshop2015\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Thema \u201eQuantitative Vorauswahl und Validierung f\u00fcr ein qualitatives Arbeiten in den Geisteswissenschaften: Ein iterativer Prozess?\u201c fand am 19. und 20. November 2015 ein DARIAH-DE Methodenworkshop an der Otto-Friedrich-Universit\u00e4t Bamberg statt. 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