{"id":5553,"date":"2015-08-17T08:00:44","date_gmt":"2015-08-17T06:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=5553"},"modified":"2015-08-16T11:35:57","modified_gmt":"2015-08-16T09:35:57","slug":"vorstellung-der-dariah-de-fellows-2015-dennis-mischke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=5553","title":{"rendered":"Vorstellung der DARIAH-DE-Fellows 2015: Dennis Mischke"},"content":{"rendered":"<p><em>Das <a href=\"https:\/\/de.dariah.eu\/fellowshipprogramm\">DARIAH-DE Fellowship-Programm<\/a> f\u00f6rdert NachwuchswissenschaftlerInnen, die in ihren Forschungsvorhaben innovative digitale Ans\u00e4tze und Methoden einsetzen und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Digital Humanities leisten. Im\u00a0DHd-Blog stellen\u00a0die DARIAH-Fellows ihre Projekte vor.<\/em><\/p>\n<h1>Dennis Mischke<\/h1>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5501 alignleft\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/D_Mischke-kl.jpg\" alt=\"Dennis Mischke\" width=\"200\" height=\"212\" \/><\/p>\n<p>Dennis Mischke studierte Anglistik\/Amerikanistik, Medienwissenschaft und Kognitionswissenschaft in Potsdam und promovierte an der Ruhr\u2013Universit\u00e4t Bochum mit einer Arbeit zur Kosmopolitik des Vertrauens im Werk von Herman Melville. Er war Gastwissenschaftler an der University of Technology Sydney sowie an der University of Minnesota. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl f\u00fcr Amerikanistik und neuere Englische Literatur an der Universit\u00e4t Stuttgart. In seinem aktuellen Forschungsprojekt untersucht er Bewegungsmuster von Menschen und Ideen im fr\u00fchen kolonialen Amerika.<\/p>\n<p><strong>Worum geht es in dem Projekt?<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_5559\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Poster_MapCap_Mischke_A0-kl.pdf\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5559\" class=\"size-full wp-image-5559\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Poster_MapCap_Mischke_A0-thumb.png\" alt=\"Projektposter &quot;Mapping Captivity Narratives&quot; (PDF, 400 Kb)\" width=\"200\" height=\"283\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5559\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Poster_MapCap_Mischke_A0-kl.pdf\">Projektposter Dennis Mischke (PDF, 400 Kb)<\/a><\/p><\/div>\n<p>Mein aktuelles Projekt ist eingebunden in ein gr\u00f6\u00dferes Forschungsvorhaben der Amerikanistik an der Uni Stuttgart. Dort untersuchen wir eines der ersten Genres der fr\u00fchen Nordamerikanischen Literatur: sogenannter \u201eCaptivity Narratives\u201c und versuchen traditionelle literatur \u2013 und kulturwissenschaftliche Methoden durch die Potentiale der Digital Humanities zu erweitern. Mich interessieren dabei insbesondere Bewegungsmuster und kartographisches Wissen in \u201eCaptivity Narratives\u201c. In diesen Erz\u00e4hlungen berichteten zumeist Europ\u00e4ische Siedlerfrauen zwischen 1600 und 1750 von Ihren Erfahrungen in Gefangenschaft bei Amerikanischen Ureinwohnern. Diese Zeugnisse des fr\u00fchen Kulturkontaktes verbinden dabei literaturwissenschaftlich interessante Orts- und Wegbeschreibungen der \u201eneuen Welt\u201c mit Religi\u00f6s-kulturell Zitaten der \u201ealten\u201c. Dabei stellt sich konkret die Frage: <em>Wo<\/em> (textlich und geographisch) und <em>wann<\/em> (historisch) fanden Entf\u00fchrungen im kolonialen Amerika statt und welche europ\u00e4ischen Texte (zumeist die Bibel) werden in sp\u00e4teren Berichten dar\u00fcber ins Spiel gebracht. Mein Projekt versucht nun ein Verfahren zu entwickeln mit dem diese Daten teilautomatisiert per <em>Named Entity Recognition<\/em> ausgelesen und per XML Technologien (z.B. XSLT, X-Path) auf digitalen Karten zusammengetragen werden k\u00f6nnen. Auf diese Weise versuche ich mit digitalen Mitteln letztlich eine klassische Frage der Kulturwissenschaft neu stellen zu k\u00f6nnen: \u201eHow do ideas travel?\u201c Oder genauer: wie verbreiten sich Ideen im kolonialen Kontext? Dabei versuche ich gleichzeitig, ganz im Sinne der \u201e<em>Critical Code Studies<\/em>\u201c die epistemologische Engf\u00fchrung der verwendeten Technologien als kognitive Werkzeuge mit zu reflektieren.<\/p>\n<p><strong>Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit DARIAH-DE?<\/strong><\/p>\n<p>Neben der finanziellen Unterst\u00fctzung durch das Fellowship, die mir vor allem wertvolle Zeit f\u00fcr die Forschung und das Experimentieren mit Technologien gibt, er\u00f6ffnet mir DARIAH-DE einen optimalen Zugang zu bereits etablierten DH-Technologien, Tools und \u2013 vor allem \u2013entsprechender Expertise. Insbesondere die Community der TextGridUser sowie der Austausch mit den Entwicklern des DARIAH-GEO Browser waren bislang von unsch\u00e4tzbarem Wert.<\/p>\n<p><strong>Welche Ergebnisse erwarten Sie und f\u00fcr welche Forschungsthemen sind diese anschlussf\u00e4hig?<\/strong><\/p>\n<p>Mein Projekt soll zum einen konkret erforschen wie sich Ideen im kolonialen Amerika verbreitet haben und zum anderen Forschungsdaten in Form von Geo-referenzierten und in TEI ausgezeichneten literarischen Texten sowie entstandener Karten einer interdisziplin\u00e4ren \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung stellen. Ich denke solche Daten m\u00fcssten prinzipiell auch f\u00fcr Anthropologen, Ethnologen, Historiker und f\u00fcr die Postkolonialen Studien interessant sein.<\/p>\n<p><strong>Mit welchen Materialien und Daten arbeiten Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Der Korpus mit dem wir in Stuttgart arbeiten ist in seiner Beschaffenheit sehr heterogen. Zum Teil k\u00f6nnen wir bereits auf fertige bereits in XML \/ TEI vorliegende Texte zur\u00fcckgreifen. In einigen F\u00e4llen sind diese jedoch noch in SGML kodiert und m\u00fcssen transformiert werden, in anderen m\u00fcssen wir uns noch schwierigen OCR Herausforderungen stellen.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Methoden, Theorien und Tools, welche f\u00fcr diese Aufgabe besonders interessant sind?<\/strong><\/p>\n<p>Named-Entity Recognition. Alle XML-Technologien (speziell XSLT, X-path, X-Query) GIS Systeme (DARIAH-geobrowser, CartoDB, QGIS, OpenStreetmaps, ArcGIS) und nicht zuletzt TextGrid als Langzeitspeicher und kollaborative Arbeitsumgebung.<\/p>\n<p><strong>Wie haben Sie begonnen, sich mit digitalen Geisteswissenschaften zu besch\u00e4ftigen?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist schwer zu sagen. Ohne mich als \u201edigital native\u201c bezeichnen zu wollen, hat mich neben vielen inter- und <em>un<\/em>disziplinierten Fragen schon immer eine gewisse Technikfaszination getrieben. Gleichzeitig war ich aber auch stets \u00fcberzeugt, dass technologische Entwicklungen letztlich Ausdruck kultureller Bedingungen sind. Nach der \u201edigitalen Wende\u201c erscheint mir die Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Geisteswissenschaft zunehmend schwieriger wenngleich mir immer wichtig ist zu betonen, dass wir nicht in einem \u201eSolutionism\u201c verfallen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Welche Angebote der digitalen Geisteswissenschaften f\u00e4nden Sie f\u00fcr Ihre Forschungsprojekte in Zukunft besonders hilfreich?<\/strong><\/p>\n<p>Aus meiner Sicht w\u00e4re in erster Linie eine verbesserte, nachhaltige Usability von bestehenden Angeboten hilfreich. Die Komplexit\u00e4t vieler vielversprechender DH Tools ist noch zu hoch um sie zeitkritisch in den straffen Anforderungsplan der beschleunigten und prek\u00e4ren Wissenschaftslandschaft zu integrieren. Alternativ w\u00e4ren schlichte Schulungsangebote der Community hilfreich. Die TextGrid User-Treffen haben hier bislang hervorragende Arbeit geleistet. Daf\u00fcr m\u00fcsste es mehr Funding geben.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.dariah.eu\/mischke\">Link zur Projekthomepage<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.uni-stuttgart.de\/nel\/mitarbeiter\/Mischke\/\">Webseite von Dennis Mischke<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3529\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/DARIAH-DE-Logo-mit-deutscher-Unterschrift-CMYK-1.1.png\" alt=\"DARIAH-DE Logo mit deutscher Unterschrift CMYK 1.1\" width=\"201\" height=\"89\" \/><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/de.dariah.eu\">DARIAH-DE<\/a>\u00a0unterst\u00fctzt mit digitalen Ressourcen und Methoden arbeitende Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen in Forschung und Lehre.\u00a0Daf\u00fcr baut das Projekt eine digitale Forschungsinfrastruktur f\u00fcr Werkzeuge und Forschungsdaten auf und entwickelt Materialien f\u00fcr Lehre und Weiterbildung im Bereich der Digital Humanities (DH). DARIAH-DE ist der deutsche Beitrag von DARIAH-EU\u00a0und arbeitet in diesem Kontext mit einer Vielzahl von europ\u00e4ischen Partnern und Projektverb\u00fcndeten zusammen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das DARIAH-DE Fellowship-Programm f\u00f6rdert NachwuchswissenschaftlerInnen, die in ihren Forschungsvorhaben innovative digitale Ans\u00e4tze und Methoden einsetzen und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Digital Humanities leisten. Im\u00a0DHd-Blog stellen\u00a0die DARIAH-Fellows ihre Projekte vor. 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