{"id":543,"date":"2012-05-15T20:47:39","date_gmt":"2012-05-15T18:47:39","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=543"},"modified":"2012-05-15T23:29:02","modified_gmt":"2012-05-15T21:29:02","slug":"briefedition-alfred-escher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=543","title":{"rendered":"Briefedition Alfred Escher"},"content":{"rendered":"<p>Seit Februar 2012 bietet die Alfred-Escher-Stiftung mittels einer digitalen Edition allen Interessierten Zugang zu der Korrespondenz des Politikers und Wirtschaftsf\u00fchrers Alfred Escher, welche ein partei-, sozial-, mentalit\u00e4ts-, wirtschafts- und nicht zuletzt auch wissenschaftsgeschichtliches Zeitzeugnis f\u00fcr die Schweizer Geschichte des 19. Jahrhunderts und dar\u00fcber hinaus darstellt.<br \/>\nDie digitale Fassung (<a title=\"Briefedition Alfred Escher\" href=\"http:\/\/www.briefedition.alfred-escher.ch\" target=\"_blank\">www.briefedition.alfred-escher.ch<\/a>), welche die bereits erschienenen gedruckten B\u00e4nde aufnimmt, die zuk\u00fcnftig erscheinenden begleiten und insgesamt \u00fcber die Druckfassung hinausgehen wird, umfasst rund 4500 Schriftst\u00fccke &#8211; meist in deutscher Kurrentschrift &#8211; wovon 1000 Briefe von Escher selbst verfasst, die \u00fcbrigen an ihn gerichtet sind. In der ersten Ver\u00f6ffentlichung sind 501 Briefe frei verf\u00fcgbar, die \u00fcbrigen werden bis 2015 hinzukommen.<br \/>\nZiel der Edition ist es, die Korrespondenz einem breiten Kreis von Forschern sowie interessierten Laien mittels einer m\u00f6glichst funktionsreichen, gleichzeitig aber intuitiven und leicht benutzbaren Oberfl\u00e4che zug\u00e4nglich zu machen und im Hinblick auf Vernetzung, Pr\u00e4sentation, Personalisierungsm\u00f6glichkeiten und Datenmenge alle M\u00f6glichkeiten einer digitalen Edition auszusch\u00f6pfen &#8211; und dabei vielleicht sogar neue Wege aufzuzeigen.<br \/>\nVielf\u00e4ltige und anwenderfreundliche Mittel erm\u00f6glichen den Umgang mit dem umfangreichen\u00a0 Quellenmaterial. Digitalisate, welche hinsichtlich Lesbarkeit die vorhandenen Originale, die sich gr\u00f6\u00dftenteils in verschiedenen Archiven und Bibliotheken der Schweiz befinden, weit \u00fcbertreffen, sind f\u00fcr alle Briefe vorhanden. Jeder einzelne Brief wird in drei unterschiedlichen Ansichten dargeboten: (1) als<br \/>\n\u201eEditierter Text\u201c, (2) als \u201eDiplomatischer Text und Bild\u201c und (3) als \u201eFaksimile\u201c. Die Variante \u201eEdierter Text\u201c bietet eine normierte Transkription, verbunden mit textkritischen und Sachanmerkungen, die der Darstellungsweise in der gedruckten Editionsreihe entspricht. \u201eDiplomatischer Text und Bild\u201c zeigt eine quellennahe Transkription, welche von editorischen Eingriffen weitgehend frei ist, daf\u00fcr aber die Eigenheiten des Originaldokuments (z.B. Zeilenfall, Ausrichtung der Abs\u00e4tze, Einf\u00fcgungen und Streichungen) abbildet. Beim \u00dcberfahren der Transkription mit der Maus wird ein gezoomter Ausschnitt des Faksimiles gezeigt, welcher die entsprechende Textzeile enth\u00e4lt, um so die parallele Betrachtung des Originaltextes bequem zu erm\u00f6glichen (Text-Image-Linking). Die Ansicht \u201eFaksimile\u201c gestattet die seitenweise Betrachtung der digitalisierten Originalquellen, welche zur Verbesserung der Lesbarkeit auch vergr\u00f6\u00dfert werden k\u00f6nnen. In allen Darstellungsvarianten kann zu den \u201ebenachbarten\u201c Briefen navigiert werden.<br \/>\nNeben dem Quellenbestand dienen zahlreiche weitere Texte und Dokumente der Kontextualisierung der Korrespondenz. Ausf\u00fchrliche Register f\u00fcr s\u00e4mtliche in Briefen und \u00dcberblickskommentaren erw\u00e4hnte Personen (teilweise mit Kurzbiografien) und Orte (Normbezeichnungen), ein Verzeichnis aller verwendeten Abk\u00fcrzungen sowie eine Bibliographie mit Quellen und Literatur werden ebenfalls bereitgestellt. Die verschiedenen Browsing-Zug\u00e4nge erleichtern den schnellen Zugriff auf die dargebotenen Materialien. Die Briefe selbst k\u00f6nnen nach Datierung, Autor oder Empf\u00e4nger sortiert und nach Korrespondent, Rolle, Datierung und Schlagwort gefiltert werden. Mittels einer &#8222;facettierten Suche&#8220; kann der Benutzer z.B. w\u00e4hlen, ob er die Suche auf das Briefmaterial, die \u00dcberblickskommentare oder Orte einschr\u00e4nken m\u00f6chte. F\u00fcr angemeldete Benutzer besteht zudem die M\u00f6glichkeit zu einer Personalisierung der Edition. Nach einer einfachen Registrierung erlaubt es diese Funktion, Suchergebnisse, Arbeitsmappen und pers\u00f6nliche Einstellungen zu verwalten und zu speichern.<br \/>\nEinen anderen innovativen Zugang zu den editierten Dokumenten bei gleichzeitiger Verortung der Dokumente in ihrem Kontext stellt die Chronologie dar, welche den gesamten Zeitraum von Eschers Leben (1819 bis 1882) umfasst. Zwei verschiedene Darstellungsweisen sind hier m\u00f6glich. In der jahresgenauen Ansicht wird die Anzahl der Briefe dargestellt, die in dem jeweiligen Jahr entstanden sind, w\u00e4hrend zugleich Eschers \u00c4mter und Funktionen, die er zu dieser Zeit inne hatte sichtbar gemacht werden. In der Tagesansicht werden die einzelnen Briefe an ihrem Entstehungstag abgebildet und ebenfalls mit Ereignissen aus Eschers Leben, seinen \u00c4mtern und Funktionen in Beziehung gesetzt, zu denen Kurzinformationen angezeigt werden, wenn der Cursor \u00fcber das jeweilige Icon bewegt wird. Bei Klick auf das Icon \u00f6ffnet sich eine Box mit weiterf\u00fchrenden Informationen zum entsprechenden Eintrag.<br \/>\nVom technischen Setup her entspricht die Briefedition Escher den aktuellen Anforderungen. Persistente URLs zur direkten Adressierung der einzelnen Inhalte stellen die dauerhafte Verf\u00fcgbarkeit und Zitierf\u00e4higkeit sicher. Alle Inhalte liegen im XML-Format vor. Die Datenhaltung der XML-Daten erfolgt in einer nativen XML-Datenbank (eXist). Die Auszeichnung der Dokumente basiert auf den Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI), wurde jedoch f\u00fcr die besonderen Bed\u00fcrfnisse der Edition angepasst.<br \/>\nZusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass der Escher-Stiftung mit dieser digitalen Edition eine herausragende Arbeit gelungen ist. Auch wurde hier ein wichtiger Beitrag zur Etablierung einer \u201ebest practice\u201c geleistet. Hinsichtlich Vernetzung und Pr\u00e4sentation etabliert die Briefedition Escher einen neuen Standard, an dem sich zuk\u00fcnftige Editionsprojekte messen lassen werden m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Februar 2012 bietet die Alfred-Escher-Stiftung mittels einer digitalen Edition allen Interessierten Zugang zu der Korrespondenz des Politikers und Wirtschaftsf\u00fchrers Alfred Escher, welche ein partei-, sozial-, mentalit\u00e4ts-, wirtschafts- und nicht zuletzt auch wissenschaftsgeschichtliches Zeitzeugnis f\u00fcr die Schweizer Geschichte des 19. Jahrhunderts und dar\u00fcber hinaus darstellt. 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