{"id":4913,"date":"2015-04-08T11:38:19","date_gmt":"2015-04-08T09:38:19","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=4913"},"modified":"2015-04-08T11:38:19","modified_gmt":"2015-04-08T09:38:19","slug":"round-table-ii-annotation-von-digitalen-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=4913","title":{"rendered":"Round Table II &#8222;Annotation von Digitalen Medien&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><em><span class=\"author-p-904\">von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MimoBender\">Michael Bender<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/luiseborek\">Luise Borek<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/RuthReiche\">Ruth Reiche<\/a>, Technische Universit\u00e4t Darmstadt<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"author-p-904\">Wenn Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Digital Humanities-Projekten \u00fcber das Thema <\/span><span class=\"author-p-904 i\"><i>Annotationen <\/i><\/span><span class=\"author-p-904\">diskutieren, kann es schon mal passieren, dass man zun\u00e4chst aneinander vorbei redet. F\u00fcr die einen steht ein Tool im Mittelpunkt, das Annotationen vor allem als fl\u00fcchtige Anmerkungen im individuellen Forschungsprozess unterst\u00fctzt. Andere begreifen Annotationen vor allem als Mikropublikationen, die am annotierten Gegenstand bzw. im jeweiligen Repositorium verankert sein m\u00fcssen und einer <\/span><span class=\"author-p-1346\">langfristigen und <\/span><span class=\"author-p-904\">nach<\/span><span class=\"author-p-1346\">nutzbaren<\/span><span class=\"author-p-904\"> Archivierung bed\u00fcrfen. Annotationen als Zwischenschritt und Grundlage f\u00fcr Analyse- und Visualisierungsverfahren oder Machine Learning<\/span><span class=\"author-p-1346\"> bilden eine weitere Perspektive auf das Thema<\/span><span class=\"author-p-904\">. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"author-p-904\">Nicht nur die Ziele einer Annotation und die damit verbundenen Methoden k\u00f6nnen sehr verschieden sein, sondern auch die Gegenst\u00e4nde<\/span><span class=\"author-p-905\"> (bzw. ihre digitalen Repr\u00e4sent<\/span><span class=\"author-p-904\">ationen<\/span><span class=\"author-p-905\">)<\/span><span class=\"author-p-904\">, die annotiert werden<\/span><span class=\"author-p-1346\">. Sie<\/span><span class=\"author-p-904\"> bilden ein breites Spektrum aus unterschiedlichen Forschungsobjekten, darunter z.B. schriftsprachliche Texte<\/span><span class=\"author-p-1346\"> und deren Abbildungen<\/span><span class=\"author-p-904\">,<\/span><span class=\"author-p-1346\"> graphische Elemente und<\/span><span class=\"author-p-904\"> Bilder, Videos, Noten oder gar 3D-Objekte. Doch nicht nur der Annotationsgegenstand, sondern auch die Annotation<\/span><span class=\"author-p-1346\">sinhalte<\/span><span class=\"author-p-904\"> selbst <\/span><span class=\"author-p-1346\">sind<\/span><span class=\"author-p-904\"> vielgestaltig<\/span><span class=\"author-p-1346\">. Annotationen sind <\/span><span class=\"author-p-904\">nicht immer <\/span><span class=\"author-p-1346\">schriftsprachlich, auch<\/span><span class=\"author-p-904\"> die Unterstreichung eines Wortes, die strukturelle Untermalung einer Textseite, die formale Erfassung der Komposition eines Bildes<\/span><span class=\"author-p-1346\"> stellen typische Beispiele f\u00fcr Annotationen dar.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"author-p-904\">Heterogenit\u00e4t und Diversit\u00e4t m\u00f6gen auf den ersten Blick hinderlich wirken, um zu gemeinsamen Standards und Verfahrenswegen zu finden<\/span><span class=\"author-p-1346\">.<\/span> <span class=\"author-p-1346\">Sie <\/span><span class=\"author-p-904\">er\u00f6ffnen jedoch auch die Chance, zu neuen Perspektiven und spezifischen Sichtweisen zu gelangen &#8211; sei es durch den wechselseitigen, praxisorientierten Austausch, die differenzierte Betrachtung verschiedener Annotationsverfahren oder die B\u00fcndelung einzelner Facetten im Annotationsprozess. <\/span><span class=\"author-p-1346\">Wenn Annotationen mehr als nur individuelle Gedankenst\u00fctzen sein sollen, k\u00f6nnen sie ihr\u00a0<\/span><span class=\"author-p-905\"> Potential nur dann optimal entfalten, wenn <\/span><span class=\"author-p-1346\">bestimmte\u00a0<\/span><span class=\"author-p-905\"> Standards verwendet<\/span> <span class=\"author-p-905\">werden<\/span><span class=\"author-p-1346\">. Denn nur dadurch k\u00f6nnen\u00a0<\/span><span class=\"author-p-904\"> Austauschbarkeit und Nachnutzung von Forschungs(zwischen)ergebnissen gew\u00e4hrleistet werden.<\/span><span class=\"author-p-905\"> Um gemeinsame L\u00f6sungen m\u00f6glichst nachhaltig zu entwickeln und das Thema in der <\/span><span class=\"author-p-904\">geisteswissenschaftlichen <\/span><span class=\"author-p-905\">Community zu diskutieren, ist die Kopplung an vorhandene Forschungsinfrastrukturen von gro\u00dfer Bedeutung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"author-p-904\">Der von DARIAH-DE organisierte Expertenworkshop <a href=\"https:\/\/dev2.dariah.eu\/wiki\/pages\/viewpage.action?pageId=35160461\">Annotation of Digital Media: Infrastructural Needs (Round Table II)<\/a><\/span><span class=\"author-p-904\">, der am 23. und 24. M\u00e4rz 2015 an der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt stattfand, zielte auf genau diese Punkte. Den Grundstein f\u00fcr die konstruktive Diskussionsrunde bildeten die Ergebnisse eines <a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=3831\">ersten Round Table<\/a><\/span><span class=\"author-p-904\">, der <\/span><span class=\"author-p-1346\">im <\/span><span class=\"author-p-904\">Juni<\/span><span class=\"author-p-1346\"> 2014<\/span><span class=\"author-p-904\"> von der HRA Heidelberg ausgerichtet wurde. Neben der definitorischen Abgrenzung, also der Frage, was Annotation<\/span><span class=\"author-p-905\">en<\/span><span class=\"author-p-904\"> denn nun eigentlich sind, standen schon in diesem ersten Workshop Differenzierungen zwischen manuell und maschinell generierten Annotationen, verschiedenen \u00d6ffentlichkeitsgraden sowie zwischen Fl\u00fcchtigkeit und Persistenz von Annotationen zur Diskussion. Daran ankn\u00fcpfend wurde nun im Rahmen des zweiten Workshops versucht, zu konkretisieren, welche Kriterien und Ansatzpunkte f\u00fcr die Entwicklung von technisch-infrastrukturellen L\u00f6sungen relevant sind, um letztlich dem gro\u00dfen Ziel ein wenig n\u00e4her zu kommen, Analyse- und Annotationsprozesse zusammenzuf\u00fchren und hierdurch Zusammenh\u00e4nge sichtbar zu machen\u00a0<span class=\"st\">\u2013<\/span> so wie es einst Niklas Luhmann mit seinem Zettelkasten vorgef\u00fchrt hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"author-p-904\">Zwei Perspektiven erwiesen sich in diese<\/span><span class=\"author-p-1346\">n<\/span> <span class=\"author-p-1346\">Zusammenh\u00e4ngen<\/span><span class=\"author-p-904\"> als besonders <\/span><span class=\"author-p-1346\">bedeutend<\/span><span class=\"author-p-904\">: zum einen die auf Anforderungen an Annotations-Tools, zum anderen die auf Speicherorte bzw. Repositorien und Datenbanken. Damit waren Fragen verbunden wie: Auf welche Datenmodelle, Tagsets, Vokabulare oder Ontologien muss ein Annotationstool zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen und inwiefern kann hierbei Standardisierung umgesetzt werden? Wo setzt ein Tool am Gegenstand an, worauf greift es zu, wo werden Annotationen verankert, abgelegt und verwaltet<\/span><span class=\"author-p-1346\">?<\/span> <span class=\"author-p-1346\">W<\/span><span class=\"author-p-904\">ie <\/span><span class=\"author-p-1346\">wird <\/span><span class=\"author-p-904\">der Zugriff unterschiedlicher Akteure darauf organisiert? Wie stabil bzw. ver\u00e4nderbar muss oder kann der zu annotierende Gegenstand sein, wie die Annotationsebene? Wie geht man mit verschiedenen Versionen um? Wie kann bei Annotationen Zitierbarkeit und gleichzeitig Nachnutzbarkeit erreicht werden? Wie k\u00f6nnen verschiedene inhaltliche Schichten von Annotationen (z.B. aus verschiedenen Fachperspektiven) selektiv zug\u00e4nglich gemacht werden? Wie lassen sich Annotationen zu einem Referenz- bzw. Wissensnetzwerk verkn\u00fcpfen? Diese und noch viele weitere Fragen wurden vor allem\u00a0<span class=\"st\">\u2013<\/span> aber nicht nur\u00a0<span class=\"st\">\u2013<\/span> mit Blick auf technische L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten diskutiert. Festgehalten werden die gemeinsam erschlossenen L\u00f6sungswege in einem <\/span><span class=\"author-p-1346\">kollaborativ<\/span><span class=\"author-p-904\"> verfassten Positionspapier, das <\/span><span class=\"author-p-905\">in K\u00fcrze in den DARIAH-DE Working Papers <\/span><span class=\"author-p-904\">erscheint<\/span><span class=\"author-p-905\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"author-p-905\">Im Rahmen des DARIAH-DE-Clusters <a href=\"https:\/\/dev2.dariah.eu\/wiki\/display\/publicde\/Cluster+6%3A+Fachwissenschaftliche+Annotationen\">Fachwissenschaftliche Annotationen<\/a><\/span> <span class=\"author-p-905\">sind bereits w<\/span><span class=\"author-p-904\">eitere Workshops rund um das Annotieren geplant. Gelegenheit zur f\u00e4cher\u00fcbergreifenden und multiperspektivischen Diskussion bietet zudem auch die Mailingliste <\/span><a href=\"https:\/\/dev2.dariah.eu\/wiki\/display\/publicde\/Mailingliste+Annotationen\"><span class=\"author-p-904 i\">Annotationen<\/span><\/a><span class=\"author-p-904\">. Wir freuen uns \u00fcber rege Beteiligung!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Michael Bender, Luise Borek und Ruth Reiche, Technische Universit\u00e4t Darmstadt Wenn Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Digital Humanities-Projekten \u00fcber das Thema Annotationen diskutieren, kann es schon mal passieren, dass man zun\u00e4chst aneinander vorbei redet. F\u00fcr die einen steht ein Tool im Mittelpunkt, das Annotationen vor allem als fl\u00fcchtige Anmerkungen im individuellen Forschungsprozess unterst\u00fctzt. 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