{"id":3831,"date":"2014-07-29T11:53:23","date_gmt":"2014-07-29T09:53:23","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=3831"},"modified":"2014-07-30T12:38:21","modified_gmt":"2014-07-30T10:38:21","slug":"round-table-annotation-von-digitalen-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=3831","title":{"rendered":"Round Table  \u201eAnnotation von digitalen Medien&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/luiseborek\">Luise Borek<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/RuthReiche\">Ruth Reiche<\/a>, Technische Universit\u00e4t Darmstadt<\/em><\/p>\n<p>Wer kennt ihn nicht, den Drang beim Lesen eines Textes ein paar Zeilen zu unterstreichen, eine Notiz an den Rand zu schreiben oder wichtige Stellen mit einem Post-It zu versehen, um sie bei Bedarf schnell wieder zu finden? Annotieren ist ein urmenschliches Bed\u00fcrfnis, im Analogen wie auch im Digitalen. Doch ist bei einer Transformation vom Analogen ins Digitale ein Mehrwert zu erwarten, der Annotationspraktiken als Arbeitsinstrument f\u00fcr die Geistes- und Kulturwissenschaften neue Qualit\u00e4ten verleiht, insofern digitale Annotationen medien\u00fcbergreifend wirken, leicht mit anderen geteilt und von anderen erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnen und so die Entstehung von Wissen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum nachvollzogen werden kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/RoundTable_Polaroid.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-3840\" alt=\"RoundTable_Polaroid\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/RoundTable_Polaroid.jpg\" width=\"383\" height=\"336\" \/><\/a><\/p>\n<p>Prinzipiell k\u00f6nnen alle Arten von digitalen Objekten annotiert werden, nicht nur Texte, sondern z.B. auch Bilder oder Videos. In diesem thematischen Kontext hat sich der Round Table \u201eAnnotation von digitalen Medien&#8220; positioniert, organisiert von der <a href=\"http:\/\/www.asia-europe.uni-heidelberg.de\/en\/hra-portal.html\">HRA Heidelberg<\/a> und mit TeilnehmerInnen verschiedener Fachdisziplinen aus Berlin, Darmstadt, Essen, Heidelberg und Rom. Er fand am 5. und 6. Juni 2014 im Heidelberger Karl Jaspers Centre statt. Anhand konkreter Beispiele aus den jeweiligen Forschungsprojekten ist die Runde gemeinsam f\u00fcnf Kernfragen digitalen Annotierens nachgegangen:<\/p>\n<ol>\n<li>Was sind Annotationen?<\/li>\n<li>Wer nutzt Annotationen?<\/li>\n<li>Zu welchem Zweck?<\/li>\n<li>Wie werden sie eingesetzt?<\/li>\n<li>Warum \u00fcberhaupt Annotationen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Frage danach, was Annotationen sind, entspringt dem Bed\u00fcrfnis einer definitorischen Abgrenzung des Gegenstandsbereichs. Auch wenn alles, was auf ein \u201aDatum&#8216; referenziert, ein \u201aMetadatum&#8216; ist, so gehen Annotationen doch \u00fcber rein deskriptive Metadaten hinaus. Vielmehr k\u00f6nnen manuelle Annotationen als Mikro-Publikationen eines Autors oder einer Autorin verstanden werden, denen maschinell generierte Annotationen gegen\u00fcberstehen. Bei einer solchen Gegen\u00fcberstellung darf allerdings nicht vergessen werden, dass letzteren die Leistung zum Design des automatisierten Verfahrens vorausgeht. Weiter k\u00f6nnen wissenschaftliche, private sowie projektinterne Annotationen unterschieden werden, die sich in ihrem Zugang unterscheiden (\u00f6ffentlich vs. privat) sowie in ihrer Dauerhaftigkeit (persistent vs. fl\u00fcchtig). Mit diesen drei Typen und ihren Anforderungen sind auch schon unterschiedliche Nutzergruppen impliziert.<\/p>\n<p>Doch aus welchem Grund annotieren welche Nutzer? Hier sind verschiedene Szenarien denkbar, die stark vom jeweiligen Workflow abh\u00e4ngen, in dem die Annotationen auftreten und der somit ihre Anforderungen bedingt. In einem kollaborativen Arbeitsprozess besitzen Annotationen z.B. oftmals vorl\u00e4ufigen Charakter. Erst nach erfolgter Pr\u00fcfung werden diese im sp\u00e4teren Verlauf durch feststehende Annotationen abgel\u00f6st. Letztere bed\u00fcrfen selbstverst\u00e4ndlich eines anderen Status als ihre kurzlebigen (und nicht mehr ben\u00f6tigten?) Vorg\u00e4nger, denn die Grundlage der Wissenschaftlichkeit besteht in der Nachpr\u00fcfbarkeit von Belegen. Deshalb sind persistente Annotationen f\u00fcr wissenschaftliche Nachnutzbarkeit dringend notwendig. Konsequent umgesetzt entsteht ein verl\u00e4ssliches Netzwerk des Wissens, das die Idee des Konzepts \u201aLinked Data&#8216; mittels eines standardisierten Referenzsystems f\u00fcr wissenschaftliche Kontexte weiterdenkt.<\/p>\n<p>Neben den bereits skizzierten Themenfeldern rund um das Annotieren er\u00f6ffnet sich mit Fragen nach Raum- und Zeitkomponenten von zu annotierenden Objekten ein weiterer Bereich, der in diesem Kontext noch wenig diskutiert wurde: Objekte ver\u00e4ndern sich \u00fcber die Zeit. Folglich wird nicht ein Objekt annotiert, sondern dessen Zustand bzw. eine Version des Objekts, die das vorliegende Digitalisat repr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Der Round Table hat sich als ein geeignetes Format f\u00fcr praxisorientierten Austausch \u00fcber Annotationen erwiesen und allen TeilnehmerInnen Anregungen f\u00fcr ihre Forschungsprojekte gegeben. Im Rahmen von DARIAH-DE kann das Annotationscluster als Plattform f\u00fcr weitere Gespr\u00e4che \u00fcber dieses verbindende Thema fungieren. Zu diesem Zweck ist bereits eine <a href=\"https:\/\/dev2.dariah.eu\/wiki\/display\/publicde\/Mailingliste+Annotationen\">Mailingliste <\/a>eingerichtet. Wir laden alle Interessierten zum Erfahrungsaustausch ein und freuen uns auf rege Diskussionen. Let&#8217;s post-it!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Luise Borek und Ruth Reiche, Technische Universit\u00e4t Darmstadt Wer kennt ihn nicht, den Drang beim Lesen eines Textes ein paar Zeilen zu unterstreichen, eine Notiz an den Rand zu schreiben oder wichtige Stellen mit einem Post-It zu versehen, um sie bei Bedarf schnell wieder zu finden? 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