{"id":356,"date":"2012-03-21T18:35:25","date_gmt":"2012-03-21T17:35:25","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=356"},"modified":"2012-03-21T18:35:25","modified_gmt":"2012-03-21T17:35:25","slug":"bericht-vom-interedition-symposium-marz-2012-oder-was-aquarien-ozeane-archaologen-und-taucher-mit-digitalen-editionen-zu-tun-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=356","title":{"rendered":"Bericht vom Interedition Symposium M\u00e4rz 2012, oder: was Aquarien, Ozeane, Arch\u00e4ologen und Taucher mit digitalen Editionen zu tun haben"},"content":{"rendered":"<p>Vom 19.-20. M\u00e4rz 2012 fand in Den Haag das Abschluss-Symposium von <a title=\"Interedition\" href=\"http:\/\/interedition.eu\/\">Interedition<\/a> zum Thema &#8222;Scholarly Digital Editions, Tools and Infrastructure&#8220; statt. In dem <a title=\"Programm des Symposiums\" href=\"http:\/\/www.interedition.eu\/?page_id=212\">vielf\u00e4ltigen Programm des Symposiums<\/a> wurden aktuelle und teils brandneue Entwicklungen im Bereich der Technologien rund um digitale Edition vorgestellt: von hoch flexibel interagierenden microservices \u00fcber wohldefinierte Tools bis hin zu Infrastrukturprojekten mit Bezug zur digitalen Edition und zur Aufbereitung und Analyse konkreter Textsammlungen.<\/p>\n<p>Im Bereich der microservices wurden beispielsweise mehrere Ergebnisse der Interedition Bootcamps vorgestellt: so unter anderem im Bereich der Kollationierung der flexible Verbund von CollateX mit einem Variant Graph Modul und einem Regularisierungsinterface (Tara Andrews, Troy Griffit, Joris van Zundert); mehrere micoservices im Bereich von Open Annotation und Linked Data (Grant Dickie, Moritz Wissenbach, Marco Petris); erg\u00e4nzt wurden diese Beitr\u00e4ge durch Reflexionen dar\u00fcber, wie Kollationierungstools wie Juxta oder CollateX mit oft sehr unterschiedlich kodierten TEI-Texten zurechtkommen k\u00f6nnen (Gregor Middell).<\/p>\n<p>Im Bereich der eigenst\u00e4ndigen Tools standen etablierte Projekte im Vordergrund: beispielsweise die Versioning Machine, die seit 1993 stetig weiterentwickelt wird und deren Bedeutung nicht zuletzt darin liegt, dass sie DH-Neulingen eindr\u00fccklich veranschaulicht, welche M\u00f6glichkeiten das digitale Medium mit sich bringt (Susan Schreibman); oder das Kollationierungstool Juxta, das mit einer schicken Desktop-Version, zahlreichen Funktionen und (ganz aktuell) mit der verst\u00e4rkten Expansion in Richtung Webservice und API beeindruckte (Nick Laiacona).<\/p>\n<p>Im Bereich der Infrastrukturen war einerseits Textgrid als Virtuelle Forschungsumgebung vertreten, wobei der Vortrag deutlich machte, wie die Weiterentwicklung dieser Umgebung stetig voranschreitet, unter anderem durch die Integration weiterer Tools, wie bspw. MEISE, der Editor f\u00fcr MEI-Dateien (Celia Krause, Philip Vanscheidt). Und auch DARIAH wurde vorgestellt, wobei der Fokus auf den konkreten DARIAH-Services lag, die DARIAH Entwicklern und Herausgebern von digitalen Editionen anbieten kann, vom Developer Portal \u00fcber die Bit Preservation bis zu Referenzdaten-Services (Christiane Fritze, Christof Sch\u00f6ch).<\/p>\n<p>Ebenfalls zum Thema Infrastrukturen, aber aus einer etwas anderen Perspektive, gab es zwei weitere Beitr\u00e4ge: ein knackiges Pl\u00e4doyer daf\u00fcr, dass doch lieber alle dazu beitragen sollten, einen gemeinsamen Daten- und Tool-Ozean zu managen, anstatt dass jeder ein kleines, privates Aquarium baut (Martin Wynne); und einen Beitrag mit dem sch\u00f6nen Titel &#8222;Smaller is Smarter&#8220;, der dazu provozierte, die positiven Erfahrungen mit &#8222;agile development&#8220; und &#8222;programming sprints&#8220; in den Interedition Bootcamps auch in gro\u00dfen Infrastrukturprojekten wie DARIAH zu nutzen (Doug Reside), wobei letztlich deutlich wurde, dass beide Ans\u00e4tze sicherlich vor allem in ihrer Komplementarit\u00e4t am n\u00fctzlichsten sein werden.<\/p>\n<p>An Beitr\u00e4gen, die weniger aus der Perspektive der Tools auf die Forschung, denn aus der Perspektive eines konkreten Forschungsprojektes auf die Durchf\u00fchrung und technische Umsetzung blickte, mangelte es aber auch nicht. Unter anderem wurde das Womens Writers in History-Projekt vorgestellt, in dem es zentral darum geht, die Rezeptionsgeschichte der Werke weiblicher Autoren in einer Datenbank zu modellieren (Suzan van Dijk, Gertjan Filarski), oder das Ancient Greek Dependency Treebank Projekt, in dem das altgriechische Korpus des Perseus Projects mit morphologischen, syntaktischen und pragmatischen Annotationen angereichtert wird (Marie-Claire Beaulieu, Mathew Harrington, Francesco Mambrini).<\/p>\n<p>Den Abschluss des Symposiums bildete der Vortrag von Joris van Zundert, der Leiter von Interedition, der auf die Erfahrungen aus dem vierj\u00e4hrigen Projekt zur\u00fcckblickte. Deutlich wurde dabei, dass eine Vision (ein lockeres Netzwerk interoperabler microservices), eine flexible und innovative Arbeitsweise (Bootcamps) und vor allem, motivierte und kompetente Menschen (Programmierer und Editionswissenschaftler) sowie gen\u00fcgend Reisemittel (in diesem Fall COST Action-Mittel) zusammenkommen m\u00fcssen, damit all die faszinierenden und hochaktuellen Tools entstehen k\u00f6nnen, die Interedition jetzt vorweisen kann. Auch wenn die Veranstaltung eigentlich das Abschluss-Symposium war, ist kaum vorstellbar, dass es nicht irgendwie weitergeht! Und was ist mit den Arch\u00e4ologen und Tauchern? Zu dieser Geschichte muss jeder Joris van Zundert selbst fragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 19.-20. M\u00e4rz 2012 fand in Den Haag das Abschluss-Symposium von Interedition zum Thema &#8222;Scholarly Digital Editions, Tools and Infrastructure&#8220; statt. 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