{"id":3316,"date":"2014-04-08T11:48:54","date_gmt":"2014-04-08T09:48:54","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=3316"},"modified":"2014-04-08T11:52:12","modified_gmt":"2014-04-08T09:52:12","slug":"nachlese-dhd-2014-methoden-und-angebote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=3316","title":{"rendered":"Nachlese DHd 2014: Forschungsfragen und -methoden"},"content":{"rendered":"<p>Die Auftakt-Session der DARIAH-DE Pre-Conference widmete sich Forschungsfragen- und Methoden (digitaler) Geisteswissenschaften. Christof Sch\u00f6ch (Uni W\u00fcrzburg) und Dirk Wintergr\u00fcn (MPIWG) gaben darin einen \u00dcberblick \u00fcber das Methodenfeld unter Einbeziehung von veranschaulichenden Use Cases und stellten \u00dcberlegungen zu Grundfunktionen digitaler Forschungsumgebungen an.<\/p>\n<p>Einen roten Faden dieser Methoden-Sitzung bildete der Umgang mit der Heterogenit\u00e4t der Geisteswissenschaften \u2013 repr\u00e4sentiert durch ein interdisziplin\u00e4r aufgestelltes Fachpublikum mit unterschiedlichen Forschungsinteressen \u2013 und ihrer Auswirkung auf Tools sowie das Erzielen m\u00f6glicher Synergie-Effekte. Die Interaktion von GeisteswissenschaftlerInnen untereinander und mit\/tels Anwendungen sind Ziele, die es durch eine tragende Forschungsinfrastruktur bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen gilt.<\/p>\n<p>So wurden M\u00f6glichkeiten zum Auffinden methodischer Gemeinsamkeiten \u00fcber Disziplinen- und Projektgrenzen hinweg ebenso diskutiert wie der Transfer geisteswissenschaftlicher Methoden in eine technische Umsetzung. Schlie\u00dflich wurde die Rolle von Forschungsinfrastrukturen und ihre Anforderungen anhand der Themenfelder &#8218;Annotation&#8216; und &#8218;Big Data&#8216; (in DARIAH II vertreten durch entsprechend thematisch ausgerichtete Cluster) perspektivisch aufgezeigt.<\/p>\n<p>Eine Herausforderung an Tools und Dienste, die beim Beantworten geisteswissenschaftlicher Fragestellungen helfen oder weitere Forschungsfelder er\u00f6ffnen, liegt darin, so generisch ausgerichtet zu sein, dass sie f\u00fcr verschiedene Kontexte Relevant haben. Aus einer generischen Basisinfrastruktur heraus m\u00fcssen jedoch problemorientierte, spezifische Fragestellungen adressiert werden k\u00f6nnen. Anhand von zwei Beispielen, der <em>Taxonomy of Digital Research Activities in the Humanities<\/em> (TaDiRAH) und des DARIAH-DE GeoBrowsers l\u00e4sst sich dieses Verfahren veranschaulichen:<\/p>\n<p>Bei TaDiRAH handelt es sich um ein von der Community mitgestaltetes Taxonomie-Projekt von DARIAH-DE, DiRT und DHCommons, das anwendungsorientiert ist, indem es ausgehend von generisch angelegten Forschungszielen und \u2013methoden die M\u00f6glichkeit bietet, Objekte und Techniken ma\u00dfgeschneidert f\u00fcr den konkreten Anwendungsfall zu kombinieren und einen strukturierten Zugang zu den Daten zu er\u00f6ffnen. Auf diese Art ist die Verwendung der Taxonomie in verschiedenen Bereichen von der Auszeichnung von Tool-Verzeichnissen (DiRT) \u00fcber die Anreicherung bibliografischer Angaben (DARIAHs <em>Doing DH Bibliography<\/em>) m\u00f6glich. Gleichzeitig kann TaDiRAH zur Reflexion \u00fcber die digitale Forschungspraxis im Allgemeinen herangezogen werden.<\/p>\n<p>Der in DARIAH-DE entwickelte GeoBrowser erm\u00f6glicht die Visualisierung einer zeitlich\/geografischen Verteilung und bildet somit ein Paradebeispiel vielseitiger Einsatzm\u00f6glichkeiten, die von der Analyse von Raum-Zeit-Relationen bis hin zur Visualisierung entsprechender Daten und deren Anreicherung mit existierenden Ressourcen reicht.<\/p>\n<p>Mit <em>Digivoy<\/em> liegt zudem ein Beispiel vor, das zeigt, wie ein etabliertes Tool \u2013 in diesem Fall die von St\u00e9fan Sinclair und Geoffrey Rockwell entwickelten Textanalysewerkzeuge, <em>Voyant Tools<\/em>, zur Analyse eines bestehenden Angebotes (das TextGridRep) integriert werden kann.<\/p>\n<p>Ein abschlie\u00dfender Blick auf die Themenfelder Big Data und Annotation veranschaulicht zum einen die unterschiedliche disziplin\u00e4re Auffassung der Begriffe und zeigt zum anderen das Potential digitaler Verfahren f\u00fcr die Geisteswissenschaften.<\/p>\n<p>Das geisteswissenschaftliche &#8218;Big Data&#8216; definiert sich dabei nicht \u00fcber Terabyte-Einheiten. Vielmehr sind es heterogene Faktoren wie Strukturiertheit der Daten und der Grad ihrer semantischen Erschlie\u00dfung, die geisteswissenschaftliche Daten zu komplexen Big Data werden lassen. Hinzu kommt, dass der riesige Pool geisteswissenschaftlicher Daten (&#8222;Die meisten Daten, die da drau\u00dfen rumlungern sind geisteswissenschaftlicher Art!&#8220;) nicht nur heterogenes Material umfasst sondern es sich dabei auch um verteilte Daten handelt. Mittels quantitativer Verfahren ist es nun erstmals m\u00f6glich, diese Daten analysieren zu k\u00f6nnen. Entscheidendes Kriterium ist dabei die Skalierbarkeit digitaler Methoden, die gleichzeitig den Mehrwert gegen\u00fcber (rein) h\u00e4ndischen Verfahren ausmacht.<\/p>\n<p>Am Annotationsbegriff zeigen sich Heterogenit\u00e4t und Homogenit\u00e4t der (digitalen) Geisteswissenschaften gleicherma\u00dfen. Das Annotieren ist eine disziplin\u00fcbergreifend etablierte Praxis. Dabei reicht das Spektrum des Begriffs vom Anf\u00fcgen von Notizen bis hin zu einer vollst\u00e4ndigen Tiefenerschlie\u00dfung. Hinzu kommt die Anwendbarkeit auf eine Vielfalt von Daten, z.B. Bildannotationen, Fu\u00dfnoten im erweiterten Sinn oder Verkn\u00fcpfungen zwischen Quellen etc.<\/p>\n<p>Das Beispiel der Annotation verdeutlicht den Bedarf weiterer Ann\u00e4herungen. Diese zu leisten und die wesentliche, aber keineswegs triviale Verbindung zwischen Daten und Tools herzustellen, fordert einerseits digital arbeitende GeisteswissenschaftlerInnen und erfordert andererseits eine Infrastruktur notwendig, die sie dabei unterst\u00fctzt, indem sie ihre Vernetzung bef\u00f6rdert und Schnittstellen \u00fcber Standards bereitstellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Referenzen:<\/b><\/p>\n<p>DHd 2014. Digital Humanities \u2013 methodischer Br\u00fcckenschlag oder &#8218;feindliche \u00dcbernahme&#8216;? Chancen und Risiken der Begegnung zwischen Geisteswissenschaften und Informatik, 1. Jahrestagung der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum, 25.-28. M\u00e4rz 2014, Universit\u00e4t Passau, <a href=\"http:\/\/www.dhd2014.uni-passau.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.dhd2014.uni-passau.de\/<\/a><\/p>\n<p>Digivoy: Sch\u00f6ch, Christof. Digivoy. TextGrids Digitale Bibliothek mit Voyant entdecken. <a href=\"https:\/\/de.dariah.eu\/digivoy\">https:\/\/de.dariah.eu\/digivoy<\/a><\/p>\n<p>GeoBrowser: <a href=\"http:\/\/geobrowser.de.dariah.eu\/\">http:\/\/geobrowser.de.dariah.eu\/<\/a><\/p>\n<p>TaDiRAH: Taxonomy of Digital Research Activities in the Humanities. V. 0.5, Februar 2014. <a href=\"https:\/\/github.com\/dhtaxonomy\/TaDiRAH\">https:\/\/github.com\/dhtaxonomy\/TaDiRAH<\/a><\/p>\n<p>Voyant: Sinclair, St\u00e9fan; Rockwell, Geoffrey. Voyant Tools. Privacy v. 1.0 beta. 2014. via <a href=\"http:\/\/voyant-tools.org\">http:\/\/voyant-tools.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auftakt-Session der DARIAH-DE Pre-Conference widmete sich Forschungsfragen- und Methoden (digitaler) Geisteswissenschaften. Christof Sch\u00f6ch (Uni W\u00fcrzburg) und Dirk Wintergr\u00fcn (MPIWG) gaben darin einen \u00dcberblick \u00fcber das Methodenfeld unter Einbeziehung von veranschaulichenden Use Cases und stellten \u00dcberlegungen zu Grundfunktionen digitaler Forschungsumgebungen an. 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