{"id":3095,"date":"2014-02-24T21:05:34","date_gmt":"2014-02-24T20:05:34","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=3095"},"modified":"2014-02-24T21:05:34","modified_gmt":"2014-02-24T20:05:34","slug":"wiki-und-die-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=3095","title":{"rendered":"\u00bbWiki und die Wissenschaft\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>Wikipedia, <em>das<\/em> prominente Wiki, funktioniert, obwohl sich seine Autoren meist nicht kennen, sie in keiner gemeinsamen Kommunikationsstruktur und hierarchischen Beziehung zueinander stehen (was Entscheidungen nicht grunds\u00e4tzlich einfacher macht), viele dort anonym unterwegs sind (was Destruktion T\u00fcr und Tor \u00f6ffnet) und es kein (n\u00e4her bestimmtes) gemeinsames und verbindendes inhaltliches Ziel gibt. Dar\u00fcber kann man staunen, oder aber auf die Idee kommen, dass das einzige, was an dieser Aussage ganz falsch ist, das \u00bbobwohl\u00ab ist. Wikipedia funktioniert, \u00bbweil\u00ab &#8230; muss es wohl eher hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Der potenzielle Einsatzbereich von Wikis hat eine enorme Spannbreite: als internes kollaboratives Werkzeug f\u00fcr kleine Arbeitsgruppen, f\u00fcrs Projektmanagement, als Forschungsarchiv, als Redaktionssystem f\u00fcr die Publikation von Projektfortschritten und Forschungsergebnissen, als Plattform f\u00fcr die Kommunikation mit der \u00d6ffentlichkeit &#8230; Wer aber ein Wiki einrichtet und dann, gef\u00fchlt oder tats\u00e4chlich, mit mangelnder und unausgewogener Beteiligung k\u00e4mpft, muss sich fragen, ob eigentlich die Rahmenbedingungen stimmen. Stehen Hierarchien dagegen? (\u00bbDarf ich das so schreiben?\u00ab) \u2013 es ist eben nicht nur eine Frage der sachlichen Kompetenz, wer in einem gegebenen Umfeld \u00bbetwas zu sagen hat\u00ab. Steht das neue System in Kokurrenz mit l\u00e4ngst im Projekt etablierten Verfahren? (\u00bbDas machen wir doch seit Jahren mit E-Mail \u2013 jetzt soll ich auch noch in einem Wiki arbeiten!\u00ab). Muss man die fortschreitende Kontrolle der individuellen Arbeitsleistung bef\u00fcrchten? \u2013 Wikis eignen sich ja (leider) auch daf\u00fcr.<\/p>\n<p>So gibt es in dieser Hinsicht wirklich Grund zur Reflexion, aber das war nur einer der vielen Aspekte, die ich aus der Konferenz \u00bbWiki und die Wissenschaft\u00ab mitgenommen habe. Dass Wikis sich f\u00fcr eine Vielfalt von Zwecken eignen, dass ihr konkreter Einsatz solide erforscht und geplant geh\u00f6rt (und wird!), dass Wikis mit freien Inhalten nur so gut sein k\u00f6nnen, wie Wissenschaft, Kultur und Medien (die \u00bbStakeholder\u00ab) ihnen das erlauben, dass man ihrem schier unendlichen Material mit Big-Data-Visualiserungen auf den Leib r\u00fccken kann, dass man weiter \u00fcber Schnittstellen, Standards und Lizenzen reden muss, schlie\u00dflich, dass \u00bbListen to Wikipedia\u00ab nicht nur ein guter, sondern ebenso entspannender wie anregender Rat sein kann. Viel gelernt, was will man mehr !<\/p>\n<p>Dem interessierten Publikum (und der Allgemeinheit) stand w\u00e4hrend der Konferenz das die Veranstaltungreihe begleitende Wiki zur Bearbeitung offen, und die Versorgung mit eduroam und weiterem WLAN war selbstverst\u00e4ndlich \u2013 rundum gelungen.<\/p>\n<p><em>Ein ganz subjektiver Eindruck<\/em> der <a href=\"http:\/\/www.kunstgeschichte.hu-berlin.de\/veranstaltungen\/bgdk4\/\">Berliner Gespr\u00e4che zur Digitalen Kunstgeschichte IV. Wiki und die Wissenschaft<\/a>, Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, 20. Feb. 2014.<\/p>\n<p>Ach ja ! Was es auf sich hat mit <a href=\"http:\/\/listen.hatnote.com\/\">\u00bbListen to Wikipedia\u00ab, das verr\u00e4t ein weiterer Klick &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wikipedia, das prominente Wiki, funktioniert, obwohl sich seine Autoren meist nicht kennen, sie in keiner gemeinsamen Kommunikationsstruktur und hierarchischen Beziehung zueinander stehen (was Entscheidungen nicht grunds\u00e4tzlich einfacher macht), viele dort anonym unterwegs sind (was Destruktion T\u00fcr und Tor \u00f6ffnet) und es kein (n\u00e4her bestimmtes) gemeinsames und verbindendes inhaltliches Ziel gibt. 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