{"id":24107,"date":"2026-08-26T22:03:42","date_gmt":"2026-08-26T20:03:42","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=24107"},"modified":"2026-08-26T22:03:42","modified_gmt":"2026-08-26T20:03:42","slug":"dh2026-daejeon-suedkorea-engagement-zwischen-schnittmuster-daten-und-3d-garment-reconstruction","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=24107","title":{"rendered":"DH2026 DAEJEON, S\u00dcDKOREA \u2022 Engagement zwischen Schnittmuster, Daten und 3D Garment Reconstruction"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify\">Dank des Reisestipendiums der DHd durfte ich diesen Sommer zur DH2026 nach Daejeon, S\u00fcdkorea, reisen. Da ich zurzeit an der Schwelle zwischen Masterarbeit und Konzeption meines Promotionsprojektes stehe, war die Konferenz f\u00fcr mich eine transformative Erfahrung: eine Woche voller interdisziplin\u00e4rer Impulse, wertvollem Fachfeedback und neuer internationaler Perspektiven, alles unter dem diesj\u00e4hrigen Fokus \u201eEngagement\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2><b>Hands-on: Die ersten Konferenztage<\/b><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p style=\"text-align: justify\">Der Auftakt der Konferenz bestand wie \u00fcblich aus Workshops und Minikonferenzen, die f\u00fcr mich ganz im Zeichen des praktischen Ausprobierens und des methodischen Querdenkens standen. Durch meinen Hintergrund in Medienwissenschaften\/Medieninformatik habe ich besonders Gefallen an Workshops\/Minikonferenzen gefunden, die Visualisierung und interaktive Medienformen aufgriffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/RubberDuck-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24159 alignleft\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/RubberDuck-225x300.jpg\" alt=\"Rubber duck doing crafts\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/RubberDuck-225x300.jpg 225w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/RubberDuck-768x1024.jpg 768w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/RubberDuck-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/RubberDuck-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/RubberDuck-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>So bot mir bereits am ersten Tag der Workshop zu IIIF-Tools von Glen Robson und Martin Kalfatovic direkte Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die eigene Forschungspraxis. Ein besonderes Highlight f\u00fcr mich folgte jedoch direkt im Anschluss beim Brainstorming &amp; Prototyping f\u00fcr Educational Games mit Sophia Booij und Nellie Seale. Das metaphorische \u201etoying with ideas\u201c zeigte nachdr\u00fccklich, wie Fachinhalte und Informationen f\u00fcr unterschiedliche (schwierige) Zielgruppen zug\u00e4nglich gemacht und methodisch aufgearbeitet werden k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00c4hnlich verhielt es sich am zweiten Tag in der Minikonferenz \u201e#DHMakes: Embodied Craft as Critical Engagement\u201c. Das Verkn\u00fcpfen von klassischem Handwerk und textiler Kunst mit Datenvisualisierung er\u00f6ffnete f\u00fcr mich neuartige Zug\u00e4nge der Interaktion: Die \u00dcbersetzung von Daten in das Haptisch-Physische ver\u00e4ndert grundlegend, wie wir uns mit Inhalten auseinandersetzen k\u00f6nnen. Da ich mich im Digitalen viel mit textiler Kunst auseinandersetze, sprach mich hier die Minikonferenz besonders an.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2><b>Digital Fashion als Forschungsmethode: Mein Beitrag auf der DH2026<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\">Der Kern meiner Reise war die Pr\u00e4sentation meines Konferenzbeitrags am dritten Tag. Vorgestellt habe ich das Paper \u201eFrom 2D sewing patterns to dynamic 3D models: documenting cultural heritage in digital fashion.\u201c, welches ich in Zusammenarbeit mit meinem Co-Autor Prof. Dr. \u00d8yvind Eide eingereicht habe. Das Paper fokussiert sich auf ein in den Digital Humanities bislang stark unterrepr\u00e4sentiertes Themenfeld: die Erforschung und Dokumentation von Kleidung als materielles und immaterielles Kulturerbe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Erhalt von Kleidung als materielles Kulturerbe und damit die Dokumentation von Fashion, oder auch Mode, als immaterielles Kulturerbe, steht in enger Abh\u00e4ngigkeit von der Minimierung des materiellen Zerfalls von Textilien. Entsprechende Aufbewahrungsrichtlinien schr\u00e4nken dadurch jedoch die Rezipierbarkeit der Kleidung in ihrem urspr\u00fcnglichen Kontext stark ein. Einfl\u00fcsse wie Gravitation, Bewegung und das Gef\u00fchl des Stoffes, sowie das Binden, Knoten oder Layering von Kleidung gehen hier nahezu oder vollst\u00e4ndig verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unsere reproduzierbare Methodik der digitalen Rekonstruktionen basiert auf 2D-Schnittmustern und transformiert diese zu dynamischen 3D-Kleidungssimulationen, welche dabei nicht nur als Erkundung der Beziehung zwischen Schnittmustern, Kleidungsst\u00fccken und dem Digital Fashion Object dienen, sondern auch eine direkte Simulation darstellen, wie wir Kleidung tragen und herstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da diese Forschung auf meiner Masterarbeit aufbaut und das Fundament meines geplanten PhD-Projektes bildet, war der direkte Austausch vor Ort von hohem Wert f\u00fcr mich. Das konstruktive Feedback aus unterschiedlichen Disziplinen und kulturellen Kontexten hat mir wichtige Impulse in Sachen 3D-Modellierung, Verbindungen mit Game Studies und die Einbettung in das Digital Cultural Heritage geliefert. Die aufschlussreichen Diskussionen verankerten unsere theoretische Arbeit in der Modelltheorie und der Intermedialit\u00e4t und unterstrichen gleichzeitig die Bedeutung der Forschung. Die Verbindung zu der globalen Community hat meine wissenschaftliche Perspektive zutiefst bereichert und mich f\u00fcr die n\u00e4chste Phase meines akademischen Weges inspiriert. Nicht nur durch Feedback, sondern auch durch neue Kontakte.<\/p>\n\n\n\n<h2><b>Austausch und Nachwuchsperspektive<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\">Neben den wissenschaftlichen Panels lebte die DH2026 von der warmen Gastfreundschaft und dem lebendigen Austausch bei der Poster-Session, den Coffee Breaks oder dem Konferenzbankett. <a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/IMG_6190-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-24111 alignright\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/IMG_6190-225x300.jpeg\" alt=\"Daejeon by night\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/IMG_6190-225x300.jpeg 225w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/IMG_6190-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/IMG_6190-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/IMG_6190-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/08\/IMG_6190-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Teilnahme an der DH2026 hat noch einmal meinen Horizont hinsichtlich der Vielf\u00e4ltigkeit der Digital Humanities erweitert. Auch wenn mir diese Vielfalt vorher schon bewusst war, ist das Erleben der Bandbreite an unterschiedlichen Forschungsfeldern, Interessen und kreativen Anwendungsans\u00e4tze sehr aufschlussreich f\u00fcr mich gewesen. Vor allem aber hat die Vielf\u00e4ltigkeit mich dazu angeregt, mich weiterhin mit unterschiedlichen Medientypen auseinanderzusetzen und verschiedene Formen der Visualisierung, Modellierung und Dokumentation stetig kritisch zu reflektieren. Was langfristig meine eigene akademische Praxis beeinflussen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Besonders gefallen hat mir unter anderem der Beitrag \u201eWhere War Lived\u201c von Liam Isaac Downs-Tepper und dessen Einblicke in Photogrammetry oder die Keynote von Maciej Eders als Antonio Zampolli-Preistr\u00e4ger, die ganz unter dem Motto stand: \u201eAll you need is a coffee machine and a couch!\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die DH2026 hat mir gezeigt, dass \u201eEngagement\u201c f\u00fcr mich nicht nur die aktive Teilnahme an einer Konferenz bedeutet. Es bedeutet auch, sich auf neue Methoden einzulassen, Forschung \u00fcber Disziplingrenzen hinweg zu denken und Teil einer internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Meine Erfahrung auf der DH2026 habe ich ebenfalls in einer Live-Dokumentation \u00fcber meinen Mastodon-Account (<a href=\"https:\/\/fedihum.org\/@lpascale\">https:\/\/fedihum.org\/@lpascale<\/a>) geteilt. Auch hier war ich begeistert von der schnellen Aufnahme in die Community, die mich und meine Reporterquietscheente mit offenen Armen empfangen hat.<\/p>\n\n\n\n<h2><b>Fazit &amp; Dank<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\">Die DH2026 in Daejeon war gepr\u00e4gt von inspirierenden Keynotes, informativen Vortr\u00e4gen und bereichernden Begegnungen. Der Tagungsabschluss hat verdeutlicht, wie essenziell der pers\u00f6nliche Kontaktaufbau f\u00fcr Forschende ist. Mein herzlicher Dank gilt meinem Co-Autor Prof. Dr. \u00d8yvind Eide, den Organisator*innen vor Ort sowie insbesondere der DHd f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung durch das Reisestipendium. Ohne diese Unterst\u00fctzung w\u00e4re diese wertvolle Erfahrung f\u00fcr mich nicht m\u00f6glich gewesen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dank des Reisestipendiums der DHd durfte ich diesen Sommer zur DH2026 nach Daejeon, S\u00fcdkorea, reisen. Da ich zurzeit an der Schwelle zwischen Masterarbeit und Konzeption meines Promotionsprojektes stehe, war die Konferenz f\u00fcr mich eine transformative Erfahrung: eine Woche voller interdisziplin\u00e4rer Impulse, wertvollem Fachfeedback und neuer internationaler Perspektiven, alles unter dem diesj\u00e4hrigen Fokus \u201eEngagement\u201c. 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