{"id":23949,"date":"2026-07-16T17:58:15","date_gmt":"2026-07-16T15:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=23949"},"modified":"2026-07-16T17:58:15","modified_gmt":"2026-07-16T15:58:15","slug":"ki-als-belastungsprobe-fuer-das-offene-internet-bericht-vom-panel-bei-der-dhd-2026-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=23949","title":{"rendered":"KI als Belastungsprobe f\u00fcr das offene Internet? Bericht vom Panel bei der DHd 2026 in Wien"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Autor*innen (in alphabetischer Reihenfolge): <strong>David Maus<\/strong>, Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg, <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0001-9292-5673\">https:\/\/orcid.org\/0000-0001-9292-5673;\u00a0<\/a><strong>Sarah Oberbichler<\/strong>, Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C\u00b2DH), <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0002-1031-2759\">https:\/\/orcid.org\/0000-0002-1031-2759<\/a> ; <strong>Grischka Petri<\/strong>, FIZ Karlsruhe \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Informationsinfrastruktur ,<a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0002-2548-449X\">https:\/\/orcid.org\/0000-0002-2548-449X; <\/a><strong>Cindarella Petz<\/strong>, Leibniz-Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichte (IEG) Mainz, <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0002-6178-7332\">https:\/\/orcid.org\/0000-0002-6178-7332<\/a> ;\u00a0<strong>Klaus Rettinghaus<\/strong>, S\u00e4chsische Landesbibliothek \u2014 Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Dresden (SLUB), <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0003-1898-2543\">https:\/\/orcid.org\/0000-0003-1898-2543; <\/a><strong>Ulrike Wuttke<\/strong>, Fachhochschule Potsdam. Fachbereich Informationswissenschaften, SeDOA, <a href=\"https:\/\/orcid.org\/0000-0002-8217-4025\">https:\/\/orcid.org\/0000-0002-8217-4025<\/a>\u00a0<\/em><\/p>\n<h1>Hintergrund des Panels auf der DHd 2026<\/h1>\n<p>Am 25. Februar 2026 fand bei der DHd 2026 in Wien das Panel \u201cKI als Belastungsprobe f\u00fcr das offene Internet\u201d (Link zum Abstract auf Zenodo: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.18696199\">https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.18696199<\/a>) statt. Organisiert wurde das Panel von Ulrike Wuttke (Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften, SeDOA), David Maus (Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg), Fabian Rack (FIZ Karlsruhe \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Informationsinfrastruktur, NFDI4Culture), Klaus Rettinghaus (S\u00e4chsische Landesbibliothek \u2013 Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Dresden), Sarah Oberbichler (Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C\u00b2DH), und Cindarella Petz (Digital Historical Research | DH Lab, Leibniz-Institute of European History (IEG)). Moderiert wurde das Panel von Ulrike Wuttke, Klaus Rettinghaus und Cindarella Petz. Da Fabian Rack zum Termin leider verhindert war, nahm an seiner Stelle f\u00fcr die NFDI4Culture Grischka Petri (FIZ Karlsruhe \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Informationsinfrastruktur) neben David Maus und Sarah Oberbichler einen Sitz als Panelist*in ein.\u00a0<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des Panels stand der Umgang mit den durch die momentanen KI-Entwicklungen verursachten Herausforderungen f\u00fcr offene Informationsinfrastrukturen, wie z. B. KI-Bot-Aktivit\u00e4ten, sowie der Umgang mit aktuellen rechtlichen Herausforderungen und methodische Implikationen, insbesondere f\u00fcr die Digital Humanities (Shearer und Walk 2025 (COAR-Umfrage), Berg-Wei\u00df 2025, COAR 2026). Die Paneldiskussion adressierte neben technischen und rechtlichen L\u00f6sungsans\u00e4tzen Chancen und Herausforderungen des aktuellen Paradigmenwechsels im Umgang mit offenen Informationsinfrastrukturen und hinterfragte, wie sich der aktuelle KI-Trend mit den Prinzipien offenen Wissens und ethischen Prinzipien in den Digital Humanities und dar\u00fcber hinaus vereinbaren l\u00e4sst. Dabei wurden von den Panelist*innen technische, ethische und rechtliche Aspekte beleuchtet.<\/p>\n<h1>Einleitung KI und offenes Internet<\/h1>\n<p>Eingeleitet wurde das Panel durch Klaus Rettinghaus mit einer thematischen Einf\u00fchrung zum Thema KI und offenes Internet. Er f\u00fchrte aus, dass als OpenAI im November 2022 ChatGPT vorstellte, einerseits das Interesse an dieser neuen Technologie auf Benutzerseite gro\u00df war; andererseits die Sorgen bei den Tech-Giganten viel gr\u00f6\u00dfer waren, nun unter Zugzwang gesetzt zu sein, um schnell zu handeln. Dies f\u00fchrte dazu, dass viele eifrig mit dem Training eigener Modelle begannen, um nicht den Anschluss zu verlieren (Hao 2026).<\/p>\n<p>Ein Problem bei dieser Entwicklung ist, dass die KI-Modelle immer mehr Trainingsdaten ben\u00f6tigen, die sie sich ungefragt und oftmals ohne Erlaubnis \u00fcberall besorgen und damit den Internet-Traffic in ungeahnte H\u00f6hen treiben (Heise 2025a). Das f\u00fchrt dazu, dass inzwischen zahllose KI-Bots das gesamte World Wide Web \u201cabgrasen\u201d und sich dabei als \u201enormale\u201c Benutzer tarnen (Heise 2025b). Viele \u201eH\u00fcter\u201c des freien Wissens (wie z.B. Bibliotheken, Wikipedia) werden von Stiftungen oder der \u00f6ffentlichen Hand finanziert und sind technisch weder f\u00fcr diesen gigantischen Anstieg des Verkehrs ausgelegt noch vorbereitet (Bsp. <a href=\"https:\/\/hcommons.social\/@kfitz\/115854657278743117\">Thread Fitzpatrick 2026<\/a>). Sie versuchen, dem Treiben Herr zu werden, indem sie Schranken aufbauen und sich immer mehr abschotten. Klaus Rettinghaus stellte diese Punkte dem Plenum und den Panelist*innen zur Diskussion, denn noch ist kein Ende dieses \u201cSpuks\u201d vorhersehbar und wirft diese neue Realit\u00e4t viele Fragen auf.<\/p>\n<h1>Paneldiskussion<\/h1>\n<p>Ziel der Paneldiskussion war es, grundlegende Aspekte der aktuellen KI-Entwicklungen in Bezug auf das offene Internet zu diskutieren. Mit Sarah Oberbichler, David Maus und Grischka Petri waren drei Expert*innen der Einladung auf das Panel gefolgt, um die verschiedenen Perspektiven der Akteursgruppen Forschung, Infrastruktur\/Bibliothek, Rechtswissenschaft, zu vertreten.\u00a0<\/p>\n<p>Mit kurzen Referaten von jeweils 5 Minuten und den jeweils anschlie\u00dfenden Gelegenheiten zur direkten Nachfragen und Kommentaren stellten die drei Panelist*innen ihre Sichtweisen vor.\u00a0<\/p>\n<p><b>Sarah Oberbichler <\/b>(C\u00b2DH, Luxemburg) n\u00e4herte sich der Problematik aus der Perspektive der Forschungsdatenpraxis in den Digital Humanities und stellte dabei eine grundlegende begriffliche Unterscheidung in den Mittelpunkt: Was bedeutet \u201eoffen&#8220; \u00fcberhaupt? Und f\u00fcr wen? Offene Daten umfassen mindestens zwei Dimensionen, die in der Praxis nicht immer klar unterschieden werden: <i>\u00f6ffentliche Verf\u00fcgbarkeit<\/i> (technische Offenheit) im Sinne des freien Internetzugangs und <i>rechtliche Offenheit<\/i> durch Lizenzen, die Weiterverwendung f\u00fcr Forschung und Lehre erlauben, auch wenn Inhalte hinter einem Login liegen. Eine wesentliche Frage f\u00fcr Forschende lautet deshalb nicht: Sind die Daten zug\u00e4nglich? Sondern: Sind sie <i>auffindbar<\/i>, <i>nutzbar<\/i> und <i>nachnutzbar<\/i>?<\/p>\n<p>Am Beispiel des Internet Archive l\u00e4sst sich zeigen, wie das massenhafte Scraping das offene Internet selbst ver\u00e4ndert, und damit die Archivierung historisch bedeutsamer Quellen gef\u00e4hrdet. Da KI-Unternehmen das Internet Archiv als kostenlose Datenquelle nutzen, hatten im April 2026 241 Medienh\u00e4user den Zugang f\u00fcr das Archiv blockiert, gleichzeitig schlie\u00dfen dieselben H\u00e4user aber Lizenzdeals mit KI-Firmen ab (Muno 2026). Das Ergebnis ist eine strukturelle Verzerrung des digitalen Ged\u00e4chtnisses: Qualit\u00e4tsjournalismus verschwindet aus dem Archiv, w\u00e4hrend Blogs, Verschw\u00f6rungsseiten und Content Farms \u00fcbrig bleiben. Und da Medienh\u00e4user nicht immer selbst archivieren und das Internet Archive blockiert wird, archiviert am Ende niemand.<\/p>\n<p>In diesem Kontext gibt es keine klare L\u00f6sungen, jedoch m\u00f6gliche Neuausrichtungen: (1) <b>ethische KI-Implementierung<\/b> statt Massenscraping; (2) <b>\u00f6ffentliche Dokumentation<\/b> von Datens\u00e4tzen statt unbegrenztem Datenzugang, etwa durch sogenannte <i>Data Envelopes <\/i>(Luthra &amp; Eskevich, 2024), die Auffindbarkeit gew\u00e4hrleisten, ohne unkontrollierten Zugriff zu erzwingen; und (3)<b> gemeinsame KI-Entwicklung<\/b>, bei der Kultureinrichtungen, Forschende und KI-Entwickler:innen zusammenarbeiten und einen Paradigmenwechsel von Quantit\u00e4t zu Qualit\u00e4t vollziehen.\u00a0<\/p>\n<p><b>David Maus<\/b> nahm eine Einsch\u00e4tzung aus der Perspektive eines Infrastrukturanbieters vor. Aus der praktischen Arbeit an forschungsnaher Infrastruktur, den Bibliothekskatalogen und den daran angeschlossenen Informationssystemen, stellen sich die massenhaften Zugriffe auch als <b>Angriff auf die Infrastruktur<\/b> dar. Weil die Bots die etablierten Steuerungsmechanismen (<a href=\"https:\/\/www.rfc-editor.org\/rfc\/rfc9309.html\">Robots Exclusion Protocol<\/a>, aka robots.txt) schlicht ignorieren und <a href=\"https:\/\/jan.wildeboer.net\/2025\/04\/Web-is-Broken-Botnet-Part-2\/\">gnadenlos aus allen Richtungen die verf\u00fcgbare Bandbreite verbrauchen<\/a>, legen sie regelm\u00e4\u00dfig Teile der Infrastruktur lahm. Sei es, dass die Systeme unter der Last zusammenbrechen oder sei es, dass die Betreibenden ihre Dienste einstellen oder nur noch restriktiv zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p>Als Konsequenz dr\u00fcckte er seine<b> Erwartung einer st\u00e4rkeren Zentralisierung und Homogenisierung<\/b> der online verf\u00fcgbaren Angebote aus. Der Schutz vor aggressiven Bots erfordert eine Infrastruktur, die Angebote von engagierten Einzelpersonen oder kleinen Facharbeitsgruppen nicht aufbringen k\u00f6nnen. Infrastrukturanbieter wiederum skalieren ihre Dienste dar\u00fcber, dass sie Plattformen mit einer einheitlichen Grundstruktur anbieten. Angebote, die selbst keine Ressourcen f\u00fcr einen Bot-Schutz haben, verschwinden aus dem Netz oder m\u00fcssen sich den Plattformen der Infrastrukturanbieter anpassen.<\/p>\n<p><b>Grischka Petri<\/b> f\u00fchrte aus, dass es aus rechtlicher Perspektive ern\u00fcchternd ist, nach Ma\u00dfnahmen zu suchen, mit denen man gegen die Verursacher der Server-Sonderbelastung juristisch vorgehen k\u00f6nnte. Die Auswirkungen gleichen einem DoS-Angriff, daf\u00fcr ist eigentlich das <b>Computerstrafrecht<\/b> zust\u00e4ndig. Allerdings ist es in den Bot-Downloads nicht vorgesehen, dass die besuchten Server in die Knie gehen sollen \u2013 im Gegenteil, man will sie ja nutzen. Der Ansatz scheitert also schon am Vorsatz. Das <b>Urheberrecht<\/b> bietet attraktive Kategorien an, um Nutzungen zu regeln \u2013 allerdings besteht das Problem ganz unabh\u00e4ngig vom urheberrechtlichen Status der Daten. Wom\u00f6glich ist es f\u00fcr Anbieter gemeinfreier Inhalte sogar noch gr\u00f6\u00dfer. Das <b>Prinzip Lkw-Maut<\/b> erscheint erfolgversprechender. Das ist eine Infrastrukturabgabe f\u00fcr eine Sondernutzung. Abseits einer staatlichen Regulierung hat die Wikimedia Foundation mit <a href=\"https:\/\/enterprise.wikimedia.com\/\">Wikimedia Enterprise<\/a> einen solchen Weg eingeschlagen und bietet entsprechende Sondernutzungsvertr\u00e4ge an.<\/p>\n<p>Letztlich zeigt sich aber, dass mit rechtlichen Instrumenten keine Betriebssicherheit zu erlangen ist, weshalb am Ende die <b>Empfehlung f\u00fcr technische Ma\u00dfnahmen<\/b> \u00fcbrig bleibt. Initiativen wie die <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/cc-signals\/\">CC Signals<\/a>, die sich selbst als \u201ca technical and legal tool and a social proposition\u201d beschreiben, sind vom guten Willen der beteiligten Akteure abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Nach dem Austausch auf dem Podium zwischen den Panelist*innen wurde die mit allen Teilnehmenden im Plenum von Cindarella Petz mit einer digitalen Intervention eingeleitet, in welcher die zu diskutierenden Fragen mithilfe von <a href=\"https:\/\/www.wooclap.com\/de\/\">Wooclap <\/a>zur Abstimmung gebracht wurden.\u00a0<\/p>\n<div id=\"attachment_23951\" style=\"width: 910px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/07\/Wooclap.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-23951\" class=\"wp-image-23951 size-large\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/07\/Wooclap-1024x572.png\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"503\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/07\/Wooclap-1024x572.png 1024w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/07\/Wooclap-300x168.png 300w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/07\/Wooclap-768x429.png 768w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2026\/07\/Wooclap.png 1401w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-23951\" class=\"wp-caption-text\">Umfrageergebnisse mit Wooclap.<\/p><\/div>\n<p>Mithilfe eines webbasierten Etherpads hatte das Publikum die M\u00f6glichkeit, anonym Fragen zu stellen und interessante Aspekte zu kommentieren. Im Pad wurden konkrete Standards und unterschiedliche Granularit\u00e4ten von Nutzungslizenzen diskutiert, Ans\u00e4tze zur Umleitung von Webcrawlern durch beispielsweise \u201cLLMs.txt\u201d oder \u201cMCP\u201d aufgeworfen, partizipatorische Elemente der Organisation von Wissenschaften, Forschung und GLAM-Institutionen angeregt und die ethische Nutzung von gecrawlten Datens\u00e4tzen wie <a href=\"https:\/\/commoncrawl.org\/\">\u201cCommon Crawl\u201d<\/a> hinterfragt und welche rechtliche Rahmenbedingung geschaffen werden m\u00fcssten, um eine Haftbarmachung von Massencrawlern und St\u00f6r-Bots zu erreichen.<\/p>\n<h1>Fazit und Ausblick<\/h1>\n<p>Die Diskussion zeigte deutlich, das wissenschaftsad\u00e4quate L\u00f6sungsszenarien f\u00fcr die komplexe Herausforderung durch die aktuellen KI-Entwicklungen nur mittels einer diversen Perspektive &#8211; unter Einbeziehung verschiedener Akteure und der Einbeziehung fachlicher, rechtlicher, technologischer und ethischer Aspekte herausgearbeitet werden k\u00f6nnen. Es wurde deutlich, dass es notwendig ist, dass die kritischen Stimmen lauter werden m\u00fcssen. Letztendlich \u201cbef\u00fcttert\u201d der KI-Einsatz in der Forschung in vielen F\u00e4llen (zumindest implizit) genau die gleichen Akteure, die f\u00fcr den im Panel kritisch betrachteten \u201cruchlosen\u201d Umgang mit den digitalen Commons und Infrastrukturen insbesondere aus dem Kulturerbebereich (CHI) verantwortlich sind.\u00a0<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich stellt sich die Frage, welche Expertise und Kompetenzen Digital Humanist(a)s in die Herausarbeitung von \u201cLeitplanken\u201d (Werten, Richtlinien, Forschungsethik) f\u00fcr den KI-Einsatz einbringen k\u00f6nnten bzw. sollten. In dieser neuen Phase des offenen Internets gibt es keine einfachen L\u00f6sungen. Alles \u201cwegzuschlie\u00dfen\u201d (d.h. technologische oder rechtliche Sperren) w\u00fcrde vor allem auch der Forschung selbst schaden. Was n\u00fctzt es, wenn mensch alles finden kann, aber nicht mehr damit arbeiten kann. Wichtiger scheint es, den gro\u00dfen kommerziellen KI-Akteuren (Tech-Giganten) Einhalt zu gebieten bzw. ihr Handeln und die Nutzung ihrer Tools kritisch zu hinterfragen. Das Feedback im Saal best\u00e4rkte auf jeden Fall das gro\u00dfe Potenzial von Digital Humanist(a)s und der LIS-Community (Library and Information Science) in der Politikberatung und der Herausarbeitung kritischer Punkte. Die Zeit ist reif, den Finger in die Wunde zu legen.<\/p>\n<h1>Quellen\u00a0<\/h1>\n<p>Berg-Wei\u00df, Alexander. \u201cOffen f\u00fcr manche Menschen oder doch f\u00fcr alle(s)? KI-Bots und ihre Auswirkungen auf den Betrieb von Repositorien.\u201d <i>BuB<\/i> 77 Nr. 7(2025), S. 372-75.\u00a0<\/p>\n<p>COAR, Navigating the Uneasy Interdependence of AI and Open Science, A COAR Statement, 3.3.2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/coar-repositories.org\/news-updates\/navigating-the-uneasy-interdependence-of-ai-and-open-science\/\">https:\/\/coar-repositories.org\/news-updates\/navigating-the-uneasy-interdependence-of-ai-and-open-science\/<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>Fitzpatrick 2026, \u201cJust FYI: this is part of the damage being done by extractive AI companies. Their scraper bots routinely DDOS us, and they multiply to take up as much bandwidth as is available. We are having to put a huge percentage of our developers\u2019 time into just keeping the site alive rather than building its future. They are actively destroying everything worthwhile about the internet.\u201d <a href=\"https:\/\/hcommons.social\/@kfitz\/115854657278743117\">https:\/\/hcommons.social\/@kfitz\/115854657278743117<\/a>, Mastodon, 7.1.2026, 17:02.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Hao, Karen. 2026. <i>Empire of AI: dreams and nightmares in Sam Altman\u2019s OpenAI<\/i>. New York: Penguin Books.<\/p>\n<p>Heise (2025a), &#8222;Besorgniserregender Trend&#8220;: KI verursacht immer mehr Traffic, 21.08.2025 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Analyse-KI-Crawler-koennen-Server-ueberlasten-10560038.html\">https:\/\/www.heise.de\/news\/Analyse-KI-Crawler-koennen-Server-ueberlasten-10560038.html<\/a> (Achtung ohne Pur-Abo: Tracking)<\/p>\n<p>Heise (2025b), Wikipedia: Bot-Traffic tarnt sich zunehmend als menschlich, 19.10.2025 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Wikipedia-Bot-Traffic-tarnt-sich-zunehmend-als-menschlich-10778492.html\">https:\/\/www.heise.de\/news\/Wikipedia-Bot-Traffic-tarnt-sich-zunehmend-als-menschlich-10778492.html<\/a> (Achtung ohne Pur-Abo: Tracking)<\/p>\n<p>Luthra, Mrinalini und Maria Eskevich. \u201eData-Envelopes for Cultural Heritage: Going beyond Datasheets.&#8220; <i>Proceedings of the Workshop on Legal and Ethical Issues in Human Language Technologies @ LREC-COLING 2024<\/i>, S. 52\u201365. Torino, Italia: ELRA and ICCL, 2024.<a href=\"https:\/\/aclanthology.org\/2024.legal-1.9\/\"> https:\/\/aclanthology.org\/2024.legal-1.9\/<\/a>\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Muno, Martin. \u201eInternet-Archive: Unser digitales Ged\u00e4chtnis ist bedroht.&#8220; <i>Deutsche Welle<\/i>, 21. April 2026.<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/p\/5CKXK\"> https:\/\/p.dw.com\/p\/5CKXK<\/a><\/p>\n<p>Shearer, Kathleen und Paul Walk. \u201eThe impact of AI bots and crawlers on open repositories: Results of a COAR survey.\u201d April 2025, aufgerufen am 30.07.2025, <a href=\"https:\/\/coar-repositories.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Report-of-the-COAR-Survey-on-AI-Bots-June-2025-1.pdf\">https:\/\/coar-repositories.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Report-of-the-COAR-Survey-on-AI-Bots-June-2025-1.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Wuttke, U., Maus, D., Rack, F., Rettinghaus, K., Oberbichler, S., &amp; Petz, C. (2026, Februar 20). KI als Belastungsprobe f\u00fcr das offene Internet?. DHd 2026 Nicht nur Text, nicht nur Daten (DHd2026) (DHd2026), Wien, \u00d6sterreich.<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.18696199\"> https:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.18696199<\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor*innen (in alphabetischer Reihenfolge): David Maus, Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg, https:\/\/orcid.org\/0000-0001-9292-5673;\u00a0Sarah Oberbichler, Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C\u00b2DH), https:\/\/orcid.org\/0000-0002-1031-2759 ; Grischka Petri, FIZ Karlsruhe \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Informationsinfrastruktur ,https:\/\/orcid.org\/0000-0002-2548-449X; Cindarella Petz, Leibniz-Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichte (IEG) Mainz, https:\/\/orcid.org\/0000-0002-6178-7332 ;\u00a0Klaus Rettinghaus, S\u00e4chsische Landesbibliothek \u2014 Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Dresden (SLUB), https:\/\/orcid.org\/0000-0003-1898-2543; Ulrike Wuttke, Fachhochschule Potsdam. 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