{"id":23607,"date":"2026-04-01T09:53:46","date_gmt":"2026-04-01T07:53:46","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=23607"},"modified":"2026-04-01T09:53:46","modified_gmt":"2026-04-01T07:53:46","slug":"rueckblick-auf-die-dhd-2026-nicht-nur-text","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=23607","title":{"rendered":"R\u00fcckblick auf die DHd 2026 \u2013 Nicht nur Text"},"content":{"rendered":"\n<p>Als Stipendiatin des DHd-Verbands obliegt es mir einen Blogeintrag bez\u00fcglich meiner Erfahrungen auf dieser Konferenz zu schreiben. An dieser Stelle m\u00f6chte ich meinen herzlichen Dank an den DHd-Verband ausdr\u00fccken, ohne dessen F\u00f6rderung ich nicht an dieser Konferenz h\u00e4tte teilnehmen k\u00f6nnen. Da es sich dabei um meine allererste Konferenz gehandelt hat, bin ich dem DHd-Verband noch dankbarer f\u00fcr diese Chance!<\/p>\n<p>Nachdem der genaue Programm-Ablauf online im Detail abgerufen werden kann, wollte ich die Konferenz nicht Schritt f\u00fcr Schritt protokollieren, sondern lieber erst etwas sacken lassen, um zu sehen, welche Elemente, denn den gr\u00f6\u00dften Eindruck hinterlassen haben. Zu den eindrucksvollsten Elementen z\u00e4hlen f\u00fcr mich die R\u00e4umlichkeiten, die er\u00f6ffnende Keynote sowie einer der Workshops. Auch die hier nicht aufgef\u00fchrten Panels, Sessions, Workshops, Vortr\u00e4ge und Diskussionen waren alle hervorragend und ich konnte aus allen, an denen ich teilgenommen habe, etwas mitnehmen, doch die im Folgenden genannten Elemente werden mich am l\u00e4ngsten begleiten.<\/p>\n<h2>Imposante R\u00e4umlichkeiten<\/h2>\n<p>Auf Anhieb f\u00e4llt da zun\u00e4chst das imposante Hauptgeb\u00e4ude ein mit seiner in gleichem Ma\u00dfe wundersch\u00f6nen als auch verwirrenden Architektur. Die zahlreichen breiten Treppen, die Statuen und der Stuck verleiten der Konferenz ein besonderes Flair, der schwer zu imitieren ist. Besonders stechen dabei nat\u00fcrlich die Fests\u00e4le heraus: nicht nur waren diese ein wahrer Augenschmaus mit ihren hohen, aufw\u00e4ndigen Stuck-Decken, es wurde auch besonders viel Zeit in ihnen verbracht, nachdem hier die regelm\u00e4\u00dfigen Kaffeepausen mit Geb\u00e4cken zur St\u00e4rkung zwischendurch verbracht wurden. Insgesamt hatte man dank der Kulisse das Gef\u00fchl in eine andere Welt eingetaucht zu sein, fern vom regul\u00e4ren Alltag und gef\u00fcllt mit Wissenschaft, Forscher:innen und digitalen Methoden.<\/p>\n<p>An dieser Stelle kann auch generell die Verpflegung positiv hervorgehoben: zweimal am Tag wurden Kaffee, Tee und zahlreiche Variationen an Geb\u00e4ck angeboten, mit sowohl pflanzlicher als auch tierischer Milch, die einen immer gest\u00e4rkt in die n\u00e4chste Veranstaltung ziehen haben lassen.<\/p>\n<p>Eine andere R\u00e4umlichkeit, die starken Eindruck hinterlassen hat, war das Rathaus. Mit noch st\u00e4rker verschachtelten Treppen als im Hauptgeb\u00e4ude der Universit\u00e4t Wien versetzt es einen direkt in vergangene Jahrhunderte. Noch beeindruckender war allerdings der Festsaal, welcher \u00fcber und \u00fcber mit Gold, Kristall und anderen Verzierungen prunkt. W\u00e4hrend des Empfangs im Rathaus durch diesen Saal zu schlendern und die Verzierungen im Detail zu betrachten, war ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Vergn\u00fcgen besonders, wenn man dabei in guter Gesellschaft war.<\/p>\n<h2>Keynotes und Datenaliens<\/h2>\n<p>Von den Keynotes ist mir vor allem die von Miriah Meyer zu \u201eData As _______: Exploring the Plurality of Data in Visualization\u201c in Erinnerung geblieben. Nicht nur war ihr Vortrag informativ und unterhaltsam, ihre PowerPoint-Pr\u00e4sentation war ein Zeichen ihrer Spezialisierung auf (Daten)Visualisierung. Grundlegend wurden in diesem Vortrag Fragen gestellt, wie Was sind Daten? Woher kommen sie? Wer macht Daten?. Eine Antwort, die mir dabei besonders in Erinnerung geblieben sind, waren die Datenaliens, die von Kindern kreiert und mit ihren eigenen Informationen gef\u00fcllt wurden. Das Konzept, das alles Daten sein k\u00f6nnen und jede:r Daten kreieren kann, mag zwar simpel sein, jedoch war es doch eine Epiphanie die mich in meinem weiteren Leben und Forschungsweg begleiten wird.<\/p>\n<h2>Ein beeindruckender Workshop<\/h2>\n<p>Besonders oft musste ich an den Workshop am Dienstag zu \u201eLLMs unter Kontrolle: Offene Modelle in Forschung und Praxis\u201c von J\u00fcrgen Hermes, Kai Niebes, Sarah Oberbichler, Andreas Wagner zur\u00fcckdenkend. Nicht nur wurde dieser sehr interessant und abwechslungsreich gestaltet, inhaltlich kann ich die vermittelten Kompetenzen, allen voran das Selbst-Hosten eines LLMs (selbst auf meinem alten Laptop), f\u00fcr meine Masterarbeit zur Erkennung generierter Paper direkt anwenden. Aus diesen Gr\u00fcnden m\u00f6chte ich nun etwas vertiefter diesen Workshop beschreiben.<\/p>\n<p>Beginnend mit einer theoretischen Einheit zu den Grundlagen von LLMs sowie verschiedenen Konzepte der Offenheit (Open Source vs. Open Weights) wurde eine solide gemeinsame Wissensbasis erarbeitet. Dabei wurde grundlegend die Architektur von LLMs erl\u00e4utert sowie auf die Problematik von propriet\u00e4ren Modellen im Forschungskontext eingegangen. Im Anschluss gab es eine Praxis-Einheit in der gezeigt wurde, wie Modelle lokal auf dem eigenen Laptop zum Laufen gebracht werden k\u00f6nnen. Beginnend mit einer sehr hilfreichen Anleitung zum Starten einer virtuellen Umgebung und mehreren Python-Dateien mit denen man Schritt f\u00fcr Schritt an neue Elemente, wie System Prompts, herangef\u00fchrt wurde. Eingegangen wurde dabei auch auf die verschiedenen Parameter, die zur Verf\u00fcgung stehen, um den generierten Output zu beeinflussen, darunter auch die Temperatur oder der Seed.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Mittagspause gab es dann den zweiten Theorieblock: der Einsatz offener LLMs (OpenLLMs) in den DH. Dabei wurde sowohl darauf eingegangen, welche Modelle verwendet werden und inwiefern general-purpose Modelle angemessen f\u00fcr die Forschung eingesetzt werden k\u00f6nnen als auch die Unterscheidung zwischen LLMs als Methode oder als Werkzeug erl\u00e4utert und welche Folgen das jeweils mit sich bringt, vor allem in Bezug auf m\u00f6gliche Risiken, die abgewogen werden m\u00fcssen. Im Fokus stand dabei auch das Ma\u00df an Kontrolle \u00fcber das verwendete Model: propriet\u00e4re Modelle bedeuten wenig Kontrolle, w\u00e4hren lokale Modelle mehr Kontrolle bieten k\u00f6nnen. Dann wurde noch darauf eingegangen, wie offene Modelle implementiert werden k\u00f6nnen: Beispiele f\u00fcr (Cloud) Server, wie HPC-Jupyter oder Huggingface Inference\/Jobs und JupyterHubs, etwa vom Leibniz-Rechenzentrum oder vom RWTH der Universit\u00e4t Aachen wurden genannt. Au\u00dferdem wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die eigenen Institutionen eventuell auch High Performance Computing (HPC)-Dienste anbieten. Zum Abschluss wurde der Fokus noch auf die Evaluation und die m\u00f6glichen Optionen gelegt: von programmatischer Evaluation bis verschiedene, bereits existierende Metriken wurde einiges genannt.<\/p>\n<p>Besonders positiv hervorzuheben sind hier auch die verwendeten Bilder im Foliensatz: die Bilder stammen von <a href=\"https:\/\/betterimagesofai.org\/\">https:\/\/betterimagesofai.org\/<\/a>, einer non-profit Kollaboration mit dem Ziel nicht-generierte Bilder rund um das Thema K\u00fcnstlicher Intelligenz zur Verf\u00fcgung zu stellen, um somit Stereotype und Klischees zu reduzieren. In Anbetracht des exzessiven Einsatzes von generierten Bildern in unserem Alltag mittlerweile (von Werbung im Kino bis Serviettenmotive), war es eine sehr willkommene Abwechslung, gerade in einem Workshop zum Einsatz von KI, keine generierten Bilder zu sehen.<\/p>\n<p>Im direkten Anschluss an den zweiten Theorieteil folgte der zweite Praxisteil, welcher die Leistungsf\u00e4higkeit offener Modelle, wie etwa OLMO, aufgezeigt hat. Dabei wurde sowohl gezeigt wie \u00fcber die Hugging Face Inference API als auch HuggingFace Jobs eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Da ich in meiner Masterarbeit viel mit LLMs arbeite, wird besonders der Part zum selbst-hosten von Modellen mir viel weiterhelfen k\u00f6nnen und mir neue Optionen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Insgesamt war die DHd 2026 eine eindrucksvolle Konferenz, die verschiedene Themen- und Forschungsbereiche abgedeckt hat, manche vertraut, andere komplett neu, jedoch alle verbunden durch die Digital Humanities. Es war ein guter Einblick in Konferenzen und einen Teil der wissenschaftlichen Welt mit dem ich bisher noch keinen Kontakt hatte. Somit m\u00f6chte ich mich noch einmal explizit beim DHd-Verband bedanken mir die Mittel gegeben zu haben, an dieser wunderbaren Konferenz teilgenommen haben zu k\u00f6nnen sowie grundlegend f\u00fcr das Ausrichten dieser Konferenz!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Stipendiatin des DHd-Verbands obliegt es mir einen Blogeintrag bez\u00fcglich meiner Erfahrungen auf dieser Konferenz zu schreiben. An dieser Stelle m\u00f6chte ich meinen herzlichen Dank an den DHd-Verband ausdr\u00fccken, ohne dessen F\u00f6rderung ich nicht an dieser Konferenz h\u00e4tte teilnehmen k\u00f6nnen. 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