{"id":22711,"date":"2025-08-12T10:01:31","date_gmt":"2025-08-12T08:01:31","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=22711"},"modified":"2025-08-12T10:26:44","modified_gmt":"2025-08-12T08:26:44","slug":"eindruecke-von-der-dh2025-accessibility-citizenship14-18-juli-lissabon-portugal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=22711","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke von der DH2025 \u2013 \u201cAccessibility &amp; Citizenship\u201d, 14.-18. Juli, Lissabon, Portugal"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: left\"><span style=\"font-weight: 400\">Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich mich beim Verband der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum bedanken, durch den mir die Teilnahme bei der diesj\u00e4hrigen ADHO-Konferenz in Form eines Reisestipendiums erm\u00f6glicht wurde.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Vor dieser Tagung haben f\u00fcr mich die Digitalen Geisteswissenschaften prim\u00e4r im Seminarraum existiert. Weitere Ber\u00fchrungspunkte fanden medial statt: In B\u00fcchern, in Artikeln, im Internet. Wenn ich <\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">drau\u00dfen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\"> zum unz\u00e4hligen Mal einem verwirrten Gesicht erkl\u00e4ren muss, was ich da eigentlich studiere,<\/span> <span style=\"font-weight: 400\">dann f\u00fchlt sich die DH-Welt, die f\u00fcr mich so gro\u00df ist, immer wieder sehr klein an. In Lissabon zeigte sich: Hunderte Menschen aus aller Welt reisen an und alle wollen \u00fcber DH reden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u201cAccessibility &amp; Citizenship \u2013 Building Access and Accessibility, Open Science to all Citizens.\u201d\u2013 unter diesem Motto fand vom 14. bis 18. Juli die diesj\u00e4hrige ADHO-Konferenz an der NOVA-FCSH in Lissabon statt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Angeboten wurde eine F\u00fclle an Workshops, Panels und Vortr\u00e4gen zu verschiedensten Themen. Da ich Beitr\u00e4ge nach meinen Interessen ausgew\u00e4hlt habe, bleibt mein hier beschriebener Eindruck sehr subjektiv. Im Allgemeinen l\u00e4sst sich allerdings sagen, dass sich viele der Beitr\u00e4ge \u2013 dem Thema der Tagung folgend \u2013 mit ethischen \u00dcberlegungen zu Offenheit, Inklusion und ethischer Verantwortung in der Forschung der digitalen Geisteswissenschaft befassten. Auff\u00e4llig war zudem die starke Pr\u00e4senz von Themen wie KI, Machine Learning, LLMs \u2013\u00a0 und der kritische, verantwortungsvolle Umgang mit diesen Technologien.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Was mir gleich zu Beginn sehr positiv auffiel, war die Verwendung der Whova-App zur Planung der Konferenz. F\u00fcr mich als absoluten Tagungsneuling und damit etwas nerv\u00f6s, weil man nicht genau wei\u00df, was einen erwartet, war sie auf vielen Ebenen eine enorme Hilfe: In erster Linie aus organisatorischer Sicht, denn man hatte einen \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Tagungsagenda, aus der man ganz einfach einzelne Beitr\u00e4ge in eine pers\u00f6nliche Agenda \u00fcberf\u00fchren konnte. Es gab auch die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber die App mit Organisatoren, Vortragenden oder Teilnehmenden auszutauschen, hinsichtlich der Workshops und Vortr\u00e4ge oder in themenbezogenen Chatgruppen, sei es zu fachlichem Austausch, Stellenangeboten, oder auch einfach zu Essen, Musik oder Haustierfotos!<\/span><span style=\"font-weight: 400\"><br \/><\/span><\/p>\n<p><b>Pre-Conference-Workshops<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Montag und Dienstag fanden jeweils die Pre-Conference-Workshops statt. Es wurde eine Reihe an verschiedenen Workshops angeboten, was die Auswahl nicht einfacher machte, aber ich entschied mich schlussendlich f\u00fcr die folgenden zwei Workshops: <\/span><span style=\"font-weight: 400\"><br \/><\/span><span style=\"font-weight: 400\">1. \u201cUsing LLMs as Chainsaws \u2013 Fostering a Tool-Critical Approach for Information Extraction\u201d, abgehalten von Aaron Maladry und Pranaydeep Singh der Universit\u00e4t Gent \u2013 und wie der Titel bereits teilweise verr\u00e4t, ging es hier um die kritische Verwendung von LLMs zur Informationsgewinnung literarischer oder historischer Daten. Ich habe mich f\u00fcr diesen Workshop wegen eines grunds\u00e4tzlichen Interesses und einer Faszination an LLMs entschieden. Bei \u2018Information Extraction\u2019 musste ich an Named Entity Recognition denken, in der Hoffnung hier m\u00f6glicherweise neue Perspektiven mitzunehmen, vor allem in Bezug auf ein eigenes Projekt im Rahmen eines Projektseminars, auf dem auch meine Masterarbeit aktuell aufbaut, in der ich die Entit\u00e4ten in Texten ausschlie\u00dflich manuell extrahiere.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Im zweiten Workshop \u201cLEAF Commons: Flexible Digital Tools and Responsive Scholarly Workflows\u201d, abgehalten von Diane Katherine Jakacki der Bucknell University, Susan Brown der University of Guelph und Rachel Milio der University of Crete, wurden die LEAF Commons vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Sammlung aus interoperablen Open-Source-Tools zur digitalen Editionsarbeit, etwa von der semantischen Kodierung (basierend auf TEI), \u00fcber die Umwandlung von Textformaten, bishin zur Publikation interaktiver Online-Editionen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Spannend war es, einen neuen Zugang zur digitalen Edition kennenzulernen, der keinerlei Kodierungskenntnisse erfordert. Das macht die Tools besonders geeignet f\u00fcr eine Zielgruppe, die Editionsprojekte umsetzen m\u00f6chte, aber aus anderen Fachgebieten kommt oder sich nicht vertieft mit den Technologien im Hintergrund auseinandersetzen m\u00f6chte und eine intuitive Oberfl\u00e4che bevorzugt. Da ich in meinem Studium jedoch viel mit X-Technologien, von TEI bis zur Ver\u00f6ffentlichung, viel zu tun hatte und mich mit dieser Arbeitsweise sehr wohlf\u00fchle, wodurch die vorgestellten Tools wohl keine unmittelbare Alternative in meiner Arbeitsweise darstellen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">F\u00fcr beide Workshops l\u00e4sst sich festhalten, dass schrittweise in die behandelten Themen eingef\u00fchrt wurde und ein Raum geschaffen wurde, in dem Fragen willkommen waren. Und obwohl ich anfangs Sorge hatte, als Studentin eventuell nicht mithalten zu k\u00f6nnen, war Gegenteiliges der Fall \u2013 die drei Stunden vergingen jeweils sehr schnell und am Ende h\u00e4tte ich mir sogar mehr Zeit gew\u00fcnscht, da vieles nur an der Oberfl\u00e4che behandelt werden konnte.<\/span><span style=\"font-weight: 400\"><br \/><\/span><\/p>\n<p><b>Die Konferenz<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Dienstagabend wurde die Tagung offiziell von Javier Cha der University of Hong Kong mit seiner Keynote \u201cAutomating the past: Artificial Intelligence and the next frontiers of Digital History\u201d er\u00f6ffnet. Dabei ging es darum, wie KI-Technologien die Arbeit mit gro\u00dfen, komplexen historischen Datenbest\u00e4nden ver\u00e4ndern und bereichern k\u00f6nnen, und wie sich dieser Mehrwert mit der Bewahrung der menschlichen interpretativen Komponente in historischer Forschung vereinbaren l\u00e4sst.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Darauf folgte eine Inclusive Dance Perfomance, die das Tagungsmotto auch nonverbal und \u00e4sthetisch einf\u00fchrte, bis schlie\u00dflich Mittwoch bis Freitag ganzt\u00e4gig ein dichtes Programm an Pr\u00e4sentationen in thematischen Panels stattfand. Besonders interessant war es, einen Einblick in die Workflows und verwendeten Tools verschiedener Forschungsprojekte zu erhalten. Vieles war neu und ich konnte mir eine Reihe an potenziell n\u00fctzlichen Tools und Methoden, von OCR- und Transkriptionswerkzeugen zu LLMs, mitnehmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Zwei Paperpr\u00e4sentationen sind mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Mariona Coll Ardanuy des Barcelona Supercomputing Center (BSC) stellte mit \u201cTowards an automatic transcription of Catalan notarial manuscripts from the Late Middle Ages\u201d ein Projekt vor, das sich die automatische Transkription von amtlichen Schreiben wie Urkunden, Abschriften und Seiten aus Notariatsregistern aus dem Sp\u00e4tmittelalter aus Barcelona, zum Ziel nimmt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Christoph Sander und J\u00f6rg H\u00f6rnschemeyer vom Deutschen Historischen Institut in Rom stellten das Projekt GRACEFUL17, das aus einer Kombination aus KI, Knowledge Graphs und Visualisierungstools eine digitale Strategie zur Analyse fr\u00fchneuzeitlicher Daten zur Kirchenverwaltung vor. Da ich mich in meiner Masterarbeit mit fr\u00fchneuzeitlichen kirchenrechtlichen Akten besch\u00e4ftige, fand ich die vorgestellte Strategie sehr inspirierend \u2013 insbesondere in Bezug darauf, wie derartige Verwaltungsprozesse und Netzwerke dargestellt werden k\u00f6nnen. Zwar liegt der Schwerpunkt meiner Masterarbeit auf TEI und ihrer Eignung als Modellierungswerkzeug f\u00fcr diese Akten, f\u00fcr eine weiterf\u00fchrende Auseinandersetzung mit diesen oder \u00e4hnlichen Daten k\u00f6nnten die vorgestellten Ans\u00e4tze allerdings sehr wertvoll sein.<\/span><\/p>\n<p><b>F\u00fcr ein n\u00e4chstes Mal \u2013 oder was ich gerne vorher gewusst h\u00e4tte:\u00a0<\/b><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-weight: 400\">Die Atmosph\u00e4re ist entspannt und es wird Raum f\u00fcr Fragen geschaffen, sowohl vor Ort als auch virtuell.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-weight: 400\">Ein genauer Blick auf das Tagungsprogramm zahlt sich wirklich aus, da in der F\u00fclle des Angebots interessante Beitr\u00e4ge leicht \u00fcbersehen werden k\u00f6nnen.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-weight: 400\">Gleichzeitig lohnt sich eine gewisse Offenheit: Einige spannende Eindr\u00fccke konnte ich aus Vortr\u00e4gen mitnehmen, die zun\u00e4chst gar nicht auf meiner Liste standen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich mich beim Verband der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum bedanken, durch den mir die Teilnahme bei der diesj\u00e4hrigen ADHO-Konferenz in Form eines Reisestipendiums erm\u00f6glicht wurde. Vor dieser Tagung haben f\u00fcr mich die Digitalen Geisteswissenschaften prim\u00e4r im Seminarraum existiert. Weitere Ber\u00fchrungspunkte fanden medial statt: In B\u00fcchern, in Artikeln, im Internet. 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