{"id":20948,"date":"2024-05-06T11:59:19","date_gmt":"2024-05-06T09:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=20948"},"modified":"2024-05-06T11:59:19","modified_gmt":"2024-05-06T09:59:19","slug":"cfp-tausend-plattformen-plattformforschung-nach-dem-digital-services-act-jahrestagung-des-forschungsschwerpunkts-digitale_kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=20948","title":{"rendered":"CfP: Tausend Plattformen: Plattformforschung nach dem Digital Services Act. Jahrestagung des Forschungsschwerpunkts digitale_kultur"},"content":{"rendered":"\n\n\n<div class=\"text-default\">\n<p>07.-08. November 2024 in Berlin<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p>\u201ePanopticon\u201c, \u201ePlateau\u201c\u201a \u201ePlattform\u201c\u2026 bedeutungsgeladene Begriffsfiguren sind in der kritischen Medienforschung so allgegenw\u00e4rtig, wie die st\u00e4ndige Wiederkehr der immer gleichen Ph\u00e4nomene auf die sie bezogen werden. Das blo\u00dfe Perpetuieren eben solcher Begriffsfiguren l\u00e4uft jedoch nicht nur Gefahr Gemeinpl\u00e4tze zu produzieren, sondern verkennt auch die Dynamiken der zugrundeliegenden Ph\u00e4nomenbereiche. Dies zumindest dann, wenn diese nicht stetig angesichts ihrer sozialen und politischen Einbettungen samt entsprechender Transformationen neu befragt und mit empirischen Wissen \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>So hat der metaphorische Begriff der Plattform, wie er von Tim O\u2019Reilly zu Beginn der 2000er Jahre gepr\u00e4gt wurde, der \u00d6ffentlichkeitswirksamkeit von Social Media Unternehmen in die H\u00e4nde gespielt. Dies nicht zuletzt deswegen, weil er suggeriert, es handele sich um neutrale, flache, an sich eigenschaftslose, egalit\u00e4re wie offene Kommunikationsumgebungen. Dar\u00fcber hinaus kaschiert er \u00f6konomisch oder politisch motivierte Einflussnahmen auf das Kommunikationsgeschehen. Zahlreiche wissenschaftliche sowie zivilgesellschaftliche Perspektivierungen und Forschungsprojekte hatten entsprechend seitdem auf den ideologischen Charakter ebendieser Metaphorik hingewiesen und Plattformen entsprechend in vielf\u00e4ltiger Art und Weise problematisiert.<\/p>\n<p>Mit dem Digital Services Act sind im Februar dieses Jahres nun nicht nur die destruktiven Potenziale ihrer gesellschaftspolitischen Relevanz erstmals umf\u00e4nglich juridisch anerkannt worden, sondern Plattformen sind nun auch erstmals dazu verpflichtet sich der wissenschaftlichen Forschung zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten dies zum Anlass nehmen, uns den Plattformen noch einmal aus den sich nun er\u00f6ffnenden neuen Perspektiven zuzuwenden. Dazu nehmen wir aktuelle Transformationsdynamiken mit Blick auf Begriffe, methodische Perspektiven der Plattformforschung sowie auch konkrete Ph\u00e4nomenbereiche im Feld der Regulierung, sozialen Praxis und Politisierung von Plattformen in den Fokus der f\u00fcnften Jahrestagung des FSP digitale_kultur.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"clear \">Programm<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Panel 01. Systematisierend: Platform Research beyond the Hype Circle: Zur Aktualit\u00e4t von Begriffen &amp; Debatten<\/strong><\/p>\n<p>Begriffe erm\u00f6glichen Zug\u00e4nge zu Ph\u00e4nomenen, sind performativ aber ebenso an der Konstitution von Ph\u00e4nomenen beteiligt. Dabei schwingen in spezifischen \u00f6konomischen, sozialen und politischen Kontext immer auch spezifische Begriffsimplikationen mit. Das Panel zielt darauf ab, aktuelle Begriffe wie z.B. \u201aSicherheit\u2018, \u201aVertrauen\u2018 und \u201aTransparenz\u2018. im Plattformkontext vertiefend zu diskutieren und popul\u00e4re Begriffe der Plattformforschung einer kritischen Relekt\u00fcre unterziehen.<\/p>\n\n\n\n\n\n<p><strong>Panel 02. Problematisierend: Social Engineering \u2013 Zur Rekonfiguration sozialer Praxen durch Plattformisierung<\/strong><\/p>\n<p>Dark Design Patterns, Doomscrolls, Rage farming, User Engagement, Retention Messages, Infinity Reels, Intermittent Reinforcement \u2013 der psychopolitische Werkzeugkasten von Social-Media-Plattformen ist vielf\u00e4ltig, wenn es darum geht, Nutzer*innen zu bestimmten Handlungen zu bewegen. Der Fokus dieses Panels soll auf Apps und IoT-Environments liegen, die vergleichbare soziotechnische Steuerungs- und Kontrolltechniken auf soziale Praxen au\u00dferhalb der Social Media \u00fcbertragen. Beispiele k\u00f6nnen plattformisierete Workplace Sourveillance-, Mobilit\u00e4tsmanagement-, New-Learning-, eHealth-Systeme oder Augmented-Gaming-Apps sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panel 03. Systematisierend: Verantwortung von Plattformen unter dem DSA: systemische Risiken als effektive Regulierungskategorie?<\/strong><\/p>\n<p>Das Panel behandelt die Verantwortung gro\u00dfer Plattformen f\u00fcr systemische Risiken unter dem Digital Services Act. Dabei soll beleuchtet werden, ob die neue Kategorie der systemischen Risiken, zu denen bspw. die Beeinflussung der gesellschaftlichen Debatte geh\u00f6rt, dazu beitragen kann, Plattformen f\u00fcr gesellschaftlich relevante Gef\u00e4hrdungen zur Verantwortung zu ziehen und f\u00fcr unabh\u00e4ngige Forschungsprojekte zu \u00f6ffnen. Ziel ist eine kritische Analyse des Regulierungsansatzes des DSA und der beteiligten und adressierten Akteure.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panel 04. Problematisierend: Differentielle Gef\u00fcge in Bewegung \u2013 Zur Politisierung von Plattformen<\/strong><\/p>\n<p>Neben der juridischen Regulierung von Plattformen sind auch zivilgesellschaftliche Initiativen, Projekte und Praktiken von Relevanz. Im Kontext zivilgesellschaftlicher Politisierungen von Plattformen geht es nicht zuletzt um Problematisierung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entlang intersektionaler Differenzkategorien entlang algorithmisierter Aufmerksamkeitsm\u00e4rkte. Davon ausgehend fokussiert das Panel auf konkrete Formate, \u00c4sthetiken und Praktiken zivilgesellschaftlicher Gegenstrategien im Kontext Sozialer Medien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panel 05. Systematisierend: Method(ologi)en der Plattformforschung<\/strong><\/p>\n<p>Das Frontend der Plattform ist ein hochgradig technifizierter und interaktiver Sozialraum. Im Forschungsprozess erscheint uns ebendieser nicht als stiriles Forschungsobjekt, sondern jede Beobachterin wird notwendigerweise durch eigene Datenspuren, algorithmische Aufmerksamkeitsm\u00e4rkte und interaktive Dynamiken aktiv in das Geschehen involviert. Damit gehen besondere method(olog)ische Herausforderungen und Fragen einher. Handelt es sich bei Plattformen um Forschungsfelder\u201a Gegenst\u00e4nde\u2018 der Forschung oder gar \u201aInstrumente\u2018?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Call for Participation:<\/h3>\n<p>Unter dem Titel \u201aTausend Plattformen\u2018 \u2013 Plattformforschung nach dem Digital Services Act wollen wir Beitr\u00e4ge u.a. aus Soziologie, Medienwissenschaft und Gender (Media) Studies, Philosophie, Geschichtswissenschaften, Bildungswissenschaft, Artistic Research, Digital Humanities, Informatik, Data Science, Rechtswissenschaften und au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen zu aktuellen Theorien, Methoden und Ph\u00e4nomenen der Plattformforschung, sowie ihren laufenden Ver\u00e4nderungen und zuk\u00fcnftigen Potentialen versammeln.<\/p>\n<ul>\n<li>Wir bitten um eine den Panels zugeordnete Ideenskizze im Umfang von ca. 300-500 W\u00f6rtern + eine Kurzbio<\/li>\n<li>Deadline f\u00fcr Einreichungen ist der 13.05.2024.<\/li>\n<li>Eine R\u00fcckmeldung erfolgt zeitnah bis zum 31.05.2024.<\/li>\n<li>Einreichung der finalen Kurzabstracts f\u00fcr das Tagungsprogramm erbitten wir anschlie\u00dfend bis zum 17.06.2024.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir sehen pro Vortrag ca. 20 Min. Vortragszeit und ca. 10 Min. Diskussionszeit vor.<\/p>\n<p>Wir freuen uns auf Beitragsvorschl\u00e4ge via\u00a0<a href=\"mailto:d-k@fernuni-hagen.de\">d-k@fernuni-hagen.de<\/a><\/p>\n<p>Insofern keine Mittel f\u00fcr die Teilnahme zur Verf\u00fcgung stehen, kann der FSP die Reisekosten \u00fcbernehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07.-08. November 2024 in Berlin \u201ePanopticon\u201c, \u201ePlateau\u201c\u201a \u201ePlattform\u201c\u2026 bedeutungsgeladene Begriffsfiguren sind in der kritischen Medienforschung so allgegenw\u00e4rtig, wie die st\u00e4ndige Wiederkehr der immer gleichen Ph\u00e4nomene auf die sie bezogen werden. Das blo\u00dfe Perpetuieren eben solcher Begriffsfiguren l\u00e4uft jedoch nicht nur Gefahr Gemeinpl\u00e4tze zu produzieren, sondern verkennt auch die Dynamiken der zugrundeliegenden Ph\u00e4nomenbereiche. 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