{"id":20848,"date":"2024-04-04T17:46:58","date_gmt":"2024-04-04T15:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=20848"},"modified":"2024-04-04T17:46:58","modified_gmt":"2024-04-04T15:46:58","slug":"digital-humanities-quo-vadis-oder-quis-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=20848","title":{"rendered":"Digital Humanities \u2013 \u00ab\u00a0Quo Vadis\u00a0\u00bb oder \u00ab\u00a0Quis Es\u00a0\u00bb ?"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Dieser Beitrag ist im Rahmen eines Reisekostenstipendiums f\u00fcr die DHd2024 entstanden. Ich m\u00f6chte mich bei <strong><span class=\"il\">NFDI<\/span>\u00a0<span class=\"il\">4Memory <\/span><\/strong>an dieser Stelle herzlich f\u00fcr die M\u00f6glichkeit bedanken, an der Konferenz teilzunehmen. Besondere Bewunderung m\u00f6chte ich auch den Organisator:innen f\u00fcr ihre hervorragende Arbeit, die meine erste Konferenzerfahrung \u00e4u\u00dferst positiv gepr\u00e4gt hat und mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird, aussprechen.<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/dhd2024.dig-hum.de\/\">DHd2024<\/a> fand unter dem Thema \u201eDigital Humanities \u2013 Quo Vadis?\u201c statt. Umso spannender, dass die Frage, die die meisten Vortr\u00e4ge sp\u00e4testens in ihrer Diskussion begleitete, nicht die Frage nach der Zukunft der DH war, sondern die Frage nach der Identit\u00e4t der DH und deren Umsetzung war. Wie finden wir den Anschluss in unsere \u201eHeimatdisziplinen\u201c wieder? Ist es unsere Aufgabe als Digital Humanists darauf zu achten, dass unsere Kolleg:innen nicht aus Traditionsbewusstsein digital auf der Strecke bleiben? Wer ist Digital Humanist? Geh\u00f6rt jede:r dazu, der \u201edurch diese T\u00fcren tritt\u201c ? Aber eine der h\u00e4ufigsten Fragen lautete: Bin <em>ich<\/em> Digital Humanist und wenn ja, darf <em>ich<\/em> mich dann auch noch bspw. als Literaturwissenschaftler:in identifizieren?<\/p>\n<p>Ein zugegebenerma\u00dfen individualistischer Ansatz, der aber bereits Dienstagabend vor der Opening <a href=\"https:\/\/dhd2024.dig-hum.de\/keynotes\/\">Keynote<\/a> angeregt wurde, als ausdr\u00fccklich festgestellt wurde, dass Marco van Leeuwen sich nicht als Digital Humanist sieht, sondern als historischer Soziologe. Beim Docotoral Consortium 1 am Mittwochmorgen, wurde an die beiden Vortragenden die Frage gestellt, wie sie den Anschluss an ihre \u201eHeimatdisziplin\u201c finden und diese Kontakte pflegen, was wiederrum die Frage ausl\u00f6ste, ob dies denn die Aufgabe der DH w\u00e4re und vor allem ob dies die Aufgabe der Dissertant:innen w\u00e4re. Au\u00dferdem folgte die Frage, wie sich die beiden Dissertierenden selbst verorten. Auch im Doctoral Consortium 2 erw\u00e4hnte Bernadette Mischka, dass Sie sich nicht als Digital Humanist identifiziert, woraufhin die Diskussion vom Vormittag erneut aufgebracht wurde und man schlie\u00dflich zu dem sch\u00f6nen Schlussgedanken gelangte, dass \u201eDigital Humanist\u201c ein Label zum Zweck der Vernetzung darstellt und nicht abschreckend wirken sollte. Der Vortag \u201eVon Menschen und Maschinen\u201c Donnerstagmittag schloss mit der Feststellung, dass das Br\u00fcckenschlagen zwischen den Geisteswissenschaften und (neuer) Technologien eine Hauptaufgabe der Digital Humanities sei. Gleichzeitig fanden unter dem Titel \u201eDH-Theorie und Geschichte\u201c Vortr\u00e4ge statt, wie beispielsweise \u201eDigital Humanities interessieren uns nicht, das haben wir schon ausgeforscht\u201c, die sich auch inhaltlich mit diesem Thema befassten und daher sicherlich \u00e4hnliche Diskussionen mit sich brachten. Selbiges trifft auch auf den Vortrag \u201eThe Future of Philosophy In the Digital Humanities\u201c zu. (Anm.: Diese Einsch\u00e4tzung basiert auf den Inhalten des Books of Abstracts.) Obwohl sich die Fishbowl Podiumsdiskussion am Donnerstagabend mit dem Thema \u201eQuo Vadis\u201c auseinandersetzen sollte, und auch vermehrt der Versuch unternommen wurde, die Diskussion wieder darauf zur\u00fcck zu f\u00fchren, drehte sie sich konsistent um den Status Quo, sowie den Umgang mit Labeln und deren Relevanz. Dabei wurde besonderer Fokus auf die Frage gelegt wie sich die einzelnen Forschenden identifizieren und wie sie zu ihrer \u201eHeimatdisziplin\u201c stehen (wollen\/sollen) und wer eigentlich zu den Digital Humanities geh\u00f6ren soll.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist noch zu beachten, dass diese Fragen vor allem von au\u00dfen, besonders von F\u00f6rdergebern und Forschungseinrichtungen, kommen und sie wichtig zur Sicherung von finanziellen, zeitlichen und personellen Ressourcen sind \u2013 betont wurde dies besonders von Malte Rehbein. Aber auch der Anschluss an die \u201eHeimatdisziplin\u201c ist wichtig, weil traditionelle\/konservative Geisteswissenschaftler:innen auch bei diesen Projekten unterst\u00fctzend oder behindernd wirken k\u00f6nnen, wie in den Vortr\u00e4gen unter \u201eKI und Vertrauen\u201c Freitagmittag angemerkt wurde. Dieser Punkt wurde in den verschiedenen Diskussionen aufgebracht und war auch in der Dominanz der Fragen sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich darauf hinweisen, dass es sich hierbei durchaus um berechtigte Fragen handelt. Fragen die auch eindeutig von au\u00dfen, gestellt werden und daher innen besprochen werden m\u00fcssen. Allerdings wird es schwierig \u00fcber die Zukunft eines Feldes zu diskutieren, das beim Selbstverst\u00e4ndnis keine gemeinsame Basis finden kann. Eine dezidiert dem Finden eines Selbstverst\u00e4ndnisses gewidmete Konferenz k\u00f6nnte hier Abhilfe schaffen, denn wie Leeuwen in seiner Keynote betonte: \u201eWe still need theory\u201c und aktuell schweben die auf der Konferenz aufgebrachten Argumente ohne strukturierte Verkn\u00fcpfungen im Raum. Idealerweise w\u00fcrde diese Konferenz mit einem Manifest, oder zumindest einem Leitfaden f\u00fcr Digital Humanists abgeschlossen werden. Und selbst wenn man nicht auf einen einzelnen gr\u00fcnen Zweig kommen kann, w\u00e4re es sicherlich sinnvoll, die verschiedenen Definitionsm\u00f6glichkeiten und Aufgabenvorstellungen gemeinsam festzuhalten. Dies k\u00f6nnte auch in bestimmten Zeitabst\u00e4nden (bspw. 10 Jahre) \u00fcberarbeitet werden, und m\u00fcsste sich auch hierbei, zumindest in den meisten F\u00e4llen, nicht erneut mit Grundsatzdiskussionen befassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag ist im Rahmen eines Reisekostenstipendiums f\u00fcr die DHd2024 entstanden. Ich m\u00f6chte mich bei NFDI\u00a04Memory an dieser Stelle herzlich f\u00fcr die M\u00f6glichkeit bedanken, an der Konferenz teilzunehmen. 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