{"id":20783,"date":"2024-04-02T08:00:00","date_gmt":"2024-04-02T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=20783"},"modified":"2025-04-17T09:01:19","modified_gmt":"2025-04-17T07:01:19","slug":"call-for-abstracts-from-global-to-local-digitale-methoden-in-den-geisteswissenschaften-im-deutschsprachigen-raum-ein-triptychon-deadline-14-05-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=20783","title":{"rendered":"Call for Abstracts: From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: ein Triptychon\u00a0(Deadline 14.05.2024)"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor*innen: Ulrike Wuttke, Melanie Seltmann, Christian Schr\u00f6ter (geb. Vater), Anne Baillot, Christian Wachter und Christopher Nunn<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahrzehnten hat sich der Computereinsatz im Methodenspektrum der Geistes- und Kulturwissenschaften etabliert. Parallel dazu haben sich die { Digital Humanities \/ digitalen Geisteswissenschaften } zu einem eigenen Forschungsbereich mit entsprechenden akademischen Strukturen entwickelt &#8211; es gibt einen Dachverband, Fachzeitschriften, -konferenzen, -professuren und -studieng\u00e4nge, auch spezielle F\u00f6rderprogramme und Drittmittellinien. Daneben existieren Begriffe und Selbstverortungen wie Computational Humanities, eHumanities, digitale Methoden in den Geisteswissenschaften oder fachspezifische Auspr\u00e4gungen wie Digital History oder Computerlinguistik, um nur einige zu nennen. \u00dcber Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowohl mit den traditionellen F\u00e4chern als auch untereinander wird lebendig und ambivalent diskutiert; die Frage nach der Verortung in Fakult\u00e4ten, im Studienkanon und F\u00e4cherspektrum ist bei sehr unterschiedlichen Antworten offen. Ebenso kann man festhalten, dass es weder eine \u00fcber alle F\u00e4chergrenzen hinweg gleichf\u00f6rmig ablaufende oder global einheitliche Entwicklung mit nur wenigen Traditionsstr\u00e4ngen gab, sondern vielf\u00e4ltige Ans\u00e4tze und Versuche an sehr unterschiedlichen Orten.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Diese wechselvollen Entwicklungsg\u00e4nge sollen im geplanten Sammelband nachvollzogen und weitergeschrieben werden. Sie beginnen in den 1940er Jahren, laufen \u00fcber die wichtige &#8211; mit der eigentlichen Pr\u00e4gung des Begriffs Digital Humanities (DH) &#8211; verbundene Konsolidierung in den fr\u00fchen 2000er Jahren und \u00fcber mehrere <em>shifts <\/em>und <em>turns<\/em> bis zur unmittelbaren Gegenwart mit einem facettenreichen, inzwischen institutionell fest verankerten interdisziplin\u00e4ren Spektrum. Es soll kritisch hinterfragt werden, welche Implikationen diese Entwicklungen f\u00fcr das disziplin\u00e4re Selbstverst\u00e4ndnis der Geistes- und Kulturwissenschaften mit sich gebracht haben und welche epistemischen Versprechen digitale Methoden zeitigen. Ebenfalls wird gefragt, inwieweit die transformativen Potenziale des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften f\u00fcr die aktuelle Forschungslandschaft, aber auch die breite \u00d6ffentlichkeit, bereits ausgesch\u00f6pft werden. \u00dcber allem schwebt die Frage nach der Zukunft und Einheit der DH, die eng verwoben ist mit Herausforderungen der Curriculargestaltung und der akademischen Selbstorganisation.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Geleitet wird die geplante Publikation insbesondere von der Frage, inwieweit die Praxis der DH durch die Zeit und Struktur, in der sie stattfindet, ver\u00e4ndert wird. Der Fokus der Betrachtung soll auf dem deutschsprachigen Raum liegen und der Nachzeichnung lokal verorteter wie internationaler Geschichte(n) und Auspr\u00e4gungen der digitalen Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum multiperspektivisch und multimodal Raum geben. Dies geschieht angesichts des Bewusstseins, dass Digital Humanists, obwohl sie einer globalen Gemeinschaft angeh\u00f6ren, in nationalen und lokalen Kontexten arbeiten. Gibt es lokale, f\u00f6derale oder nationale Eigenheiten, die eine besondere Tradition pr\u00e4gen oder anschlussf\u00e4hig sind, die sich erst im internationalen Vergleich aufzeigen lassen &#8211; sei es mit Blick auf die besondere Rolle der \u201cKleinen F\u00e4cher\u201d, sei es in Hinblick auf Universit\u00e4tsstrukturen, sei es auf eine eigenst\u00e4ndige \u201ckontinentale\u201d Traditionslinie? Die geplante Publikation bietet daher Raum f\u00fcr eine kritische Betrachtung der hochgradig spezifischen und zeitlich wie \u00f6rtlich gepr\u00e4gten Vielzahl der technologischen Manipulationen und Eingriffe in die Materialien, mit denen Digital Humanists arbeiten, und der&nbsp; Auspr\u00e4gungen der Digital Humanities in regional und sprachlich bedingten Kontexten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die geplante Publikation hat folgende Ziele:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>1) Anregungen zu geben, die DH in ihrer Vielfalt historisch zu erforschen;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2) aktuelle Aktivit\u00e4ten und Initiativen der DH vor ihrem historischen Hintergrund kritisch zu analysieren und weiterzudenken;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>3) kreative \u00dcberlegungen dazu zu f\u00f6rdern, wie zuk\u00fcnftig sichergestellt werden kann, dass die DH zum Wissen und Verst\u00e4ndnis von menschlichen \u00c4u\u00dferungen, Handlungen und kulturellen Akten beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Herausgeber*innen des Sammelbandes verfolgen dabei einen offenen und inklusiven Ansatz: Die lineare, chronologische Geschichte (<em>grand narrative<\/em>) soll durch die Anlage als Triptychon \u201caufgebrochen\u201d werden, um einer Vielzahl von Perspektiven und Stimmen Raum zu geben. Dabei geht es nicht nur um die kritische Betrachtung von Gr\u00fcndungsmythen oder das Aufzeigen von Pionierleistungen, Trends und Br\u00fcchen. Es geht auch darum, kritisch zu hinterfragen, wer mit im <em>Big Tent<\/em> der DH sitzen darf, welche Stimmen bislang ungeh\u00f6rt oder unterrepr\u00e4sentiert sind. Des Weiteren sollen auch traditionelle Formen des wissenschaftlichen Publizierens in den Geisteswissenschaften aufgebrochen werden. Dies ist auch deshalb spannend, weil die DH selbst bereits eine betr\u00e4chtliche Menge an Varianten und Ephemera sichtbar gemacht oder erzeugt haben: eine Vielzahl an &#8222;born-digital&#8220;, &#8222;digitized&#8220; sowie \u201ctraditionelle\u201d Forschungsdaten \u2013 von beruflichen E-Mails bis hin zu pers\u00f6nlichen Tweets.<\/p>\n\n\n\n<p>Die multiperspektivische, ein monolithisches Verst\u00e4ndnis der DH ablehnende Herangehensweise soll die unterschiedliche disziplin\u00e4ren und interdisziplin\u00e4ren Kontexte der Wissensproduktionen der DH am Schnittpunkt von Geistes- und Kulturwissenschaften, Informatik, Informationsverarbeitung und Informationswissenschaft sowie changierende internationale, nationale und lokale Strukturen und Kontexte aufzeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Herausgeber*innen planen in Teilkoordination folgende Bestandteile des Triptychons: &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Melanie Seltmann + Christopher Nunn: BE-FORSCHEN:<\/strong> \u201cklassische\u201d Artikel&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ulrike Wuttke + Anne Baillot IN EIGENEN WORTEN: <\/strong>audio(visuelle) Formate (TBA)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Christian Schr\u00f6ter (geb. Vater) + Christian Wachter: ARTEFAKTE:<\/strong> Artefaktbiografien zu Fallbeispielen des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Wir bitten um Abstracts von <strong>1200 Zeichen (mit Leerzeichen)<\/strong> auf Deutsch oder Englisch bis zum <strong>14.05.2024<\/strong> f\u00fcr die <strong>Kategorien BE-FORSCHEN oder ARTEFAKTE<\/strong>. Bitte beachten Sie: F\u00fcr das Format In eigenen Worten ist eine individuelle Ansprache geplant und sind momentan keine Abstracts einreichbar.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir laden potenzielle Beitragende dazu ein, diverse Themen und Perspektiven als Vorschlag einzubringen, z. B. aus den Bereichen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wissenschaftsgeschichte,<\/li>\n\n\n\n<li>Organisationsgeschichte,<\/li>\n\n\n\n<li>Technikgeschichte,<\/li>\n\n\n\n<li>fachliche Verortungen in Kontinuit\u00e4t und Wandel,<\/li>\n\n\n\n<li>Perspektiven von Einzelf\u00e4chern,<\/li>\n\n\n\n<li>beachtenswerte lokale Initiativen,<\/li>\n\n\n\n<li>objektorientierte Betrachtungen,<\/li>\n\n\n\n<li>Gender, Diversity, Empowerment,<\/li>\n\n\n\n<li>Kritik,<\/li>\n\n\n\n<li>Mehrsprachigkeit, Repr\u00e4sentativit\u00e4t,<\/li>\n\n\n\n<li>(Irr- und Holz-)Wege<\/li>\n\n\n\n<li>&#8230;&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Bitte senden Sie Ihre Vorschl\u00e4ge an die Herausgeber*innen: <a href=\"mailto:global-local-dh@listserv.dfn.de\">global-local-dh@listserv.dfn.de<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Fragen k\u00f6nnen Sie sich an die korrespondierende Hauptherausgeberin Ulrike Wuttke unter der gleichen E-Mail-Adresse wenden: <a href=\"mailto:global-local-dh@listserv.dfn.de\">global-local-dh@listserv.dfn.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Nominierung Dritter ist m\u00f6glich: Haben Sie einen interessanten thematischen Vorschlag, bringen Sie uns in Kontakt oder geben Sie uns einen Hinweis.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Publikation ist als Open-Access-Publikation mit externem Review unter der Lizenz CC-BY 4.0 bei Melusina Press geplant (Erscheinungsdatum voraussichtlich Ende 2025).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p>Ulrike Wuttke, Melanie Seltmann, Christian Schr\u00f6ter (geb. Vater), Anne Baillot, Christian Wachter und Christopher Nunn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor*innen: Ulrike Wuttke, Melanie Seltmann, Christian Schr\u00f6ter (geb. Vater), Anne Baillot, Christian Wachter und Christopher Nunn In den letzten Jahrzehnten hat sich der Computereinsatz im Methodenspektrum der Geistes- und Kulturwissenschaften etabliert. 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