{"id":20330,"date":"2023-12-04T12:26:22","date_gmt":"2023-12-04T11:26:22","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=20330"},"modified":"2023-12-04T12:26:53","modified_gmt":"2023-12-04T11:26:53","slug":"cfa-reputation-ohne-paywall-wissenschaftliches-publizieren-im-digitalen-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=20330","title":{"rendered":"CfA: Reputation ohne Paywall? Wissenschaftliches Publizieren im digitalen Wandel"},"content":{"rendered":"\n<p>Wissenschaftliche Reputation ist ein allgegenw\u00e4rtiges Thema. Sie wird einerseits als Ausdruck herausragender akademischer Arbeit betrachtet, anderseits als selbst-referenzielles System mit unbegr\u00fcndeten Eigenlogiken kritisiert. Sie tritt als numerische Kennziffer in Erscheinung oder wirkt als symbolisches Kapital, das sich wechselseitig zwischen Forschungsinstitutionen, Verlagen, Forschenden und anderen Milieus transferieren l\u00e4sst. Reputation ist \u2013 im akademischen Feld \u2013 eine omnipr\u00e4sente Bewertungsschablone und m\u00f6glicherweise als dessen Bedingung schwer greif- und systematisierbar. Versuche der Formalisierung, Standardisierung und Metrisierung von Reputation, um sie nachvollziehbar und rechenschaftsf\u00e4hig zu machen, reduzieren angrenzende Kontroversen nicht. Vielmehr erhalten sie durch Evaluationen, Akkreditierungen und Exzellenzverfahren weitere Dimensionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es lie\u00dfe sich somit die Frage stellen, ob eine Kernfunktion von Reputation der Aufrechterhaltung notwendiger Auseinandersetzungen dar\u00fcber dient, nach welchen Kriterien sich Wissenschaft als soziales Feld organisieren m\u00f6chte. Das beinhaltet ungleiche Vorstellungen von Wissenschaftlichkeit und asymmetrisch verteilte M\u00f6glichkeiten der Partizipation an den Kontroversen. Deshalb ist es notwendig, das Thema der Reputation in disruptiven Perioden wie der digitalen Transformation neu zu verhandeln. Das zeigt sich auch bei Akteuren, die diesen dynamischen Transformationsprozessen tendenziell kritisch gegen\u00fcberstehen. Denn sie stellen etablierte Strukturen und Praktiken in Frage, welche eine lange vertraute Stabilit\u00e4t von Wissenschaft gew\u00e4hrleisteten. Zugleich erm\u00f6glicht die Tagung den Digital Humanities, die sich technischen, epistemologischen und ethischen Potenzialen solcher Transformationsprozesse verschreiben, Reputation als Gradmesser f\u00fcr die noch zu leistende Arbeit zu verstehen, die notwendig ist, um den Weg vom Potenzial zu einer neuen, relativ stabilen Realit\u00e4t zu gehen. Sie sind dazu eingeladen, an den \u2013 mit emotionalen Befindlichkeiten aufgeladenen \u2013 Diskussionen \u00fcber Reputation teilzunehmen und diese mitzugestalten. Als &#8222;Essenz&#8220; (William D. Garvey) und &#8222;harte W\u00e4hrung der Wissenschaft&#8220; (Joost Kirczs) sind digitale Publikationen daf\u00fcr besonders geeignet. Auf der Tagung zum zehnj\u00e4hrigen Bestehen der AG Digitales Publizieren im Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) mit Impulsvortr\u00e4gen von Birgid Schlindwein, Ben Kaden und Gerhard Lauer m\u00f6chten wir die folgenden Fragen diskutieren:<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wird Reputation generiert, wahrgenommen und zugeschrieben?<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Reputationskriterien existieren? Welche Rolle spielen dabei z. B. Open Science und rechtliche Rahmenbedingungen wie Datenschutz?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ver\u00e4ndern sich Rahmenbedingungen f\u00fcr Reputation w\u00e4hrend einer wissenschaftlichen Laufbahn?<\/p>\n\n\n\n<p>In welcher Beziehung stehen Open-Access-Transformation und Reputation?<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen und sollten etablierte bibliometrische Verfahren ein Qualit\u00e4tsmerkmal darstellen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tagung findet am 8. und 9. Oktober 2024 an der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek Darmstadt, Standort Stadtmitte statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durchgef\u00fchrt wird die Tagung als Pr\u00e4senzveranstaltung. Die Vortr\u00e4ge werden \u2013 vorbehaltlich der Zustimmung der Referierenden \u2013 aufgezeichnet und nach der Tagung online zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten um Einreichungen im Umfang von etwa 300 W\u00f6rtern, die eine oder mehrere der genannten Fragen thematisieren. Die Vortr\u00e4ge haben eine L\u00e4nge von 20 Minuten Redezeit plus Diskussion.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auswahl der Beitr\u00e4ge erfolgt durch das Programmkomitee.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgearbeitete Versionen der Vortr\u00e4ge werden nach der Tagung in einem Open-Access-Sammelband bei Melusina Press publiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bitte senden Sie Ihre Einreichungen bis zum 08.03.2024 an&nbsp;<a href=\"mailto:digitales-publizieren@listserv.dfn.de\">digitales-publizieren@listserv.dfn.de<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Melden Sie sich gerne bei Fragen, wir freuen uns auf Ihre Beitr\u00e4ge.<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftliche Reputation ist ein allgegenw\u00e4rtiges Thema. Sie wird einerseits als Ausdruck herausragender akademischer Arbeit betrachtet, anderseits als selbst-referenzielles System mit unbegr\u00fcndeten Eigenlogiken kritisiert. 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