{"id":18006,"date":"2022-06-26T12:00:00","date_gmt":"2022-06-26T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=18006"},"modified":"2022-06-13T09:27:36","modified_gmt":"2022-06-13T07:27:36","slug":"ich-haette-in-keinem-anderen-fach-die-grosse-interdisziplinaritaet-meiner-herkunftsfaecher-behalten-koennen-sarah-langs-weg-in-die-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=18006","title":{"rendered":"\u201eIch h\u00e4tte in keinem anderen Fach die gro\u00dfe Interdisziplinarit\u00e4t meiner Herkunftsf\u00e4cher behalten k\u00f6nnen\u201c \u2013 Sarah Langs Weg in die Forschung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Eine Karriere in der Wissenschaft? Zu unsicher, zu kompetitiv, denken viele Studierende. Besonders in stark interdisziplin\u00e4ren F\u00e4chern wie den Digital Humanities kommt der Zweifel \u00fcber die eigenen F\u00e4higkeiten hinzu: Kenne ich mich wirklich gut genug in meinen Fachgebieten aus? Und wie komme ich eigentlich in die Forschung? Fragen, die auch mich als Erstsemester der Digital Humanities an der Universit\u00e4t Bamberg umtreiben. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich \u00fcber Zoom einige Interviews mit Wissenschaftler:innen am Rande der DHd2022 \u00fcber ihren Weg in die Forschung gef\u00fchrt, die nun hier im DHd-Blog gepostet werden. Die Interviews sind zugleich mein Medienbeitrag als Reisestipendiat der DHd.<\/em><\/p>\n<p><em>Dies ist das f\u00fcnfte Interview der Reihe und wurde am 14.03.2022 gef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie bist Du bei den Digital Humanities gelandet?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe angefangen, im Lehramt Latein und Geschichte zu studieren, und bin dann an unterschiedlichen Instituten herumgewandert, weil ich gemerkt habe, dass ich eigentlich nicht unterrichten m\u00f6chte. Ich war dann an der Religionswissenschaft und an der Philosophie mal studentische Mitarbeiterin. Aber diese Stellen waren meistens so auf ein Jahr befristet oder solange man noch kein abgeschlossenes Studium hatte. Nach dem Master ging es nicht weiter. Und dann habe ich einfach geschaut, welche gratis Zertifikate gibt es denn? Dann habe ich ein <a href=\"https:\/\/informationsmodellierung.uni-graz.at\/de\/studieren\/modul-informationsmodellierung\/\">Zertifikat zur Informationsmodellierung in den Geisteswissenschaften<\/a> gefunden. Was mich dann tats\u00e4chlich dazu bewogen hat, die DH vor der Philosophie oder der Religionswissenschaft zu bevorzugen: Ich h\u00e4tte in keinem anderen Fach die gro\u00dfe Interdisziplinarit\u00e4t meiner ganzen Herkunftsf\u00e4cher behalten k\u00f6nnen. In den DH habe ich die M\u00f6glichkeit, mir diese T\u00fcren offenzuhalten.<\/p>\n<p><strong>Was gef\u00e4llt Dir am meisten an der Arbeit in der Forschung? Siehst Du auch Nachteile im Vergleich zur freien Wirtschaft? <\/strong><\/p>\n<p>In der Wissenschaft ist der Vorteil, dass ich da genau das machen kann, was mich interessiert. Ich kann in der freien Wirtschaft einen Job finden, f\u00fcr den ich mich begeistere und vielleicht sch\u00f6ne Aufgaben bekommen, aber in der Wissenschaft kann ich mir eben selbst definieren, was ich machen will und genau das dann machen. Ich habe sehr viel Gestaltungsfreiraum. Aber nat\u00fcrlich ist das auch nicht immer der Fall in der Forschung. Ich glaube, es kommt drauf an, wie man angestellt ist. Ich zum Beispiel bin an einem DH-Institut, das ist ein traumhaftes Umfeld. An einer geisteswissenschaftlichen Institution stelle ich mir das schwieriger vor, wenn ich die einzige Person bin, die DH macht, weil man dann noch f\u00fcr viele andere Leute Dienstleistungen erbringen muss.<\/p>\n<p><strong>Was fasziniert Dich an Deinem Forschungsgebiet am meisten?<\/strong><\/p>\n<p>Mein konkretes Forschungsgebiet ist die Wissenschaftsgeschichte, und dort speziell die Alchemieforschung. Das ist eine sehr spannende Epoche und am meisten fasziniert mich daran, wie die Leute fr\u00fcher gedacht haben. Alchemie ist auch sehr schlecht erforscht, weil das bis in die 90er mit Esoterik assoziiert wurde und die Wissenschaft sich deshalb nicht damit besch\u00e4ftigt hat. Deshalb haben wir da einen riesigen blinden Fleck, an dem es noch viel Forschungsbedarf gibt.<\/p>\n<p><strong>Woran arbeitest Du im Moment oder was ist Dein n\u00e4chstes Projekt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe jetzt nach meiner Dissertation nat\u00fcrlich erstmal viele Altlasten aufzuarbeiten, die auch mit der Entschl\u00fcsselung von alchemischen Texten zu tun haben. F\u00fcr meine Habilitation m\u00f6chte ich inhaltlich im selben Bereich bleiben, aber mich jetzt vermehrt mit Computer Vision besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"738\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-1024x738.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18008\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-1024x738.jpg 1024w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-300x216.jpg 300w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-768x554.jpg 768w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/sarahalang.com\/\"><em>Sarah Lang<\/em><\/a><em> hat in Digital Humanities promoviert und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum f\u00fcr Informationsmodellierung der Karl-Franzens-Universit\u00e4t Graz. Auf der DHd2022 hielt sie den Vortrag \u201eMithilfe von Machine Reasoning alchemische Decknamen entschl\u00fcsseln\u201c.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Karriere in der Wissenschaft? Zu unsicher, zu kompetitiv, denken viele Studierende. Besonders in stark interdisziplin\u00e4ren F\u00e4chern wie den Digital Humanities kommt der Zweifel \u00fcber die eigenen F\u00e4higkeiten hinzu: Kenne ich mich wirklich gut genug in meinen Fachgebieten aus? Und wie komme ich eigentlich in die Forschung? 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