{"id":17994,"date":"2022-06-16T12:00:00","date_gmt":"2022-06-16T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=17994"},"modified":"2022-06-13T09:26:53","modified_gmt":"2022-06-13T07:26:53","slug":"ich-gehoere-zu-denen-die-sachen-moeglich-machen-david-maus-weg-in-die-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=17994","title":{"rendered":"\u201eIch geh\u00f6re zu denen, die Sachen m\u00f6glich machen\u201c \u2013 David Maus\u2018 Weg in die Forschung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Eine Karriere in der Wissenschaft? Zu unsicher, zu kompetitiv, denken viele Studierende. Besonders in stark interdisziplin\u00e4ren F\u00e4chern wie den Digital Humanities kommt der Zweifel \u00fcber die eigenen F\u00e4higkeiten hinzu: Kenne ich mich wirklich gut genug in meinen Fachgebieten aus? Und wie komme ich eigentlich in die Forschung? Fragen, die auch mich als Erstsemester der Digital Humanities an der Universit\u00e4t Bamberg umtreiben. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich \u00fcber Zoom einige Interviews mit Wissenschaftler:innen am Rande der DHd2022 \u00fcber ihren Weg in die Forschung gef\u00fchrt, die nun hier im DHd-Blog gepostet werden. Die Interviews sind zugleich mein Medienbeitrag als Reisestipendiat der DHd.<\/em><\/p>\n<p><em>Dies ist das zweite Interview der Reihe und wurde am 11.03.2022 gef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie bist Du bei den Digital Humanities gelandet?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe Soziologie an der Uni Jena studiert. Neben dem Studium habe ich mich immer f\u00fcr IT interessiert und war ziemlich lang Systemadministrator f\u00fcr den AStA. In die \u201eBibliotheksszene\u201c bin ich \u00fcber eine Stelle an der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenb\u00fcttel hineingerutscht. Da stand Programmieren im Mittelpunkt, Webanwendungen entwickeln, kollaborativ Katalogisieren, was f\u00fcr mich ganz neu war. Im Anschluss bin ich dann gleich in einem DH-Projekt gelandet, das war der Digital Humanities Forschungsverbund. Das war ein ziemlich gro\u00df aufgezogenes Programm mit verschiedenen Playern aus G\u00f6ttingen, von Arch\u00e4ologen bis zu den Politikwissenschaftlern, wo wir auch relativ frei mit Technologien aus dem Bereich Semantic Web, Named Entity Recognition und Layout-Analyse experimentieren konnten.<\/p>\n<p><strong>Was gef\u00e4llt Dir am meisten an der Arbeit in der Forschung? Siehst Du auch Nachteile im Vergleich zur freien Wirtschaft? <\/strong><\/p>\n<p>Ich bin im Dunstkreis der Forschung, forsche aber selbst nicht. Ich geh\u00f6re zu denen, die Sachen m\u00f6glich machen, mit Spezialisierung in den XML-Technologien. Mir gef\u00e4llt, dass es intellektuell herausfordernd ist. Den Vergleich zur freien Wirtschaft kann ich schlecht ziehen \u2013 ich habe das Gl\u00fcck, dass ich sehr fr\u00fch entfristet worden bin, was eine super Erleichterung war. Dass ich in einigen Gebieten so gut bin, wie ich bin, liegt daran, dass ich diesen Druck nicht mehr hatte und mich relativ frei entfalten konnte. Ich muss nicht dar\u00fcber nachdenken, wo ich mich n\u00e4chstes Jahr bewerben muss, und ich muss nicht am laufenden Meter Papers publizieren. Was mich an der freien Wirtschaft reizen w\u00fcrde, ist, dass man sich dort sehr viel st\u00e4rker spezialisieren kann und sich aussuchen kann, was man macht. Ich mache viele Sachen, weil sie dazugeh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Was fasziniert Dich an Deinem Arbeitsgebiet am meisten? <\/strong><\/p>\n<p>Wenn Du mit Markuptechnologie arbeitest, kannst du auf Technologien und eine Community zur\u00fcckgreifen, die bis in die 70er zur\u00fcckreichen. Die Leute, die an SGML, HTML, XML beteiligt waren, die gibt es immer noch, und es ist einfach super, wenn Du auf eine Konferenz f\u00e4hrst und diese Leute triffst, die dir erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, was f\u00fcr eine Befreiung Markupsprachen damals gewesen sind. Du schilderst ein Problem aus dem Bereich Markup und Du wei\u00dft, die Leute haben das alles schon gesehen und Du kannst Feedback einholen \u00fcber m\u00f6gliche L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Dein Problem.<\/p>\n<p><strong>Woran arbeitest Du im Moment oder was ist Dein n\u00e4chstes Projekt?<\/strong><\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Projekt, das ich im Moment habe, ist in Hamburg den DH-Bereich in der Staatsbibliothek st\u00e4rker auszubauen. Im Rahmen von <a href=\"https:\/\/dehmel-digital.de\/\">Dehmel Digital<\/a> arbeiten wir gerade an einem Antrag, diese 35000 Briefe zu erschlie\u00dfen. Im Moment arbeite ich au\u00dferdem an einem Paper f\u00fcr eine Konferenz in Prag im Juni, in dem ich M\u00f6glichkeiten untersuche, wie man ISO Schematron in XSLT implementieren kann. Da gibt es mindestens drei Varianten und die schaue ich mir gerade an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"985\" height=\"851\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-17997\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild.png 985w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-300x259.png 300w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-768x664.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 985px) 100vw, 985px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/dmaus.name\/\"><em>David Maus<\/em><\/a><em> ist Leiter der Abteilung f\u00fcr Forschung und Entwicklung an der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg \u201eCarl von Ossietzky\u201c. Auf der DHd2022 hielt er gemeinsam mit Julia Nantke den Vortrag \u201eBest of Both Worlds: Zur Kombination algorithmischer und manueller Verfahren bei der Erschlie\u00dfung gro\u00dfer Handschriftenkorpora\u201c.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Karriere in der Wissenschaft? Zu unsicher, zu kompetitiv, denken viele Studierende. Besonders in stark interdisziplin\u00e4ren F\u00e4chern wie den Digital Humanities kommt der Zweifel \u00fcber die eigenen F\u00e4higkeiten hinzu: Kenne ich mich wirklich gut genug in meinen Fachgebieten aus? Und wie komme ich eigentlich in die Forschung? 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