{"id":17973,"date":"2022-06-12T11:42:13","date_gmt":"2022-06-12T09:42:13","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=17973"},"modified":"2022-06-13T09:26:59","modified_gmt":"2022-06-13T07:26:59","slug":"die-fragestellungen-die-mich-am-meisten-interessieren-zielen-meistens-auf-quantitative-aspekte-ab-mareike-schumachers-weg-in-die-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=17973","title":{"rendered":"\u201eDie Fragestellungen, die mich am meisten interessieren, zielen meistens auf quantitative Aspekte ab\u201c \u2013 Mareike Schumachers Weg in die Forschung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Eine Karriere in der Wissenschaft? Zu unsicher, zu kompetitiv, denken viele Studierende. Besonders in stark interdisziplin\u00e4ren F\u00e4chern wie den Digital Humanities kommt der Zweifel \u00fcber die eigenen F\u00e4higkeiten hinzu: Kenne ich mich wirklich gut genug in meinen Fachgebieten aus? Und wie komme ich eigentlich in die Forschung? Fragen, die auch mich als Erstsemester der Digital Humanities an der Universit\u00e4t Bamberg umtreiben. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich \u00fcber Zoom einige Interviews mit Wissenschaftler:innen am Rande der DHd2022 \u00fcber ihren Weg in die Forschung gef\u00fchrt, die nun hier im DHd-Blog gepostet werden. Die Interviews sind zugleich mein Medienbeitrag als Reisestipendiat der DHd.<\/em><\/p>\n<p><em>Dies ist das erste Interview der Reihe und wurde am 10.03.2022 gef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie bist Du bei den Digital Humanities gelandet?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin eigentlich ganz klassisch ausgebildete Kultur- und Literaturwissenschaftlerin. Ich habe im Bachelor komplett \u201eundigital\u201c Kulturwissenschaften in L\u00fcneburg studiert und bin dann f\u00fcr den Master nach Hamburg. Im Master habe ich dann relativ sp\u00e4t, im 3. oder 4. Semester, mein erstes Seminar mit digitalen Methoden belegt und habe dann als studentische Hilfskraft bei der DHd2012 das erste Mal Kontakt gehabt zu der Digital Humanities-Community. In meiner Doktorarbeit habe ich dann auch digitale Methoden verwendet. Da war bei mir aber auch ganz viel autodidaktisches Ausprobieren dabei, und zum Gl\u00fcck ist die DH-Community ja eine sehr offene Community, in die man sehr schnell hineinfindet.<\/p>\n<p><strong>Was gef\u00e4llt Dir am meisten an der Arbeit in der Forschung? Siehst Du auch Nachteile im Vergleich zur freien Wirtschaft? <\/strong><\/p>\n<p>Ich habe vor meinem Studium eine Ausbildung zur Buchh\u00e4ndlerin gemacht und habe auch eine ganze Zeit lang im Einzelhandel gearbeitet. Die Forschung ist nat\u00fcrlich eine sehr freie Form der Arbeit. Man hat das Privileg, sich mit Dingen zu besch\u00e4ftigen, die einen so richtig interessieren. Ein gro\u00dfer Faktor ist meiner Meinung nach wie gesagt auch, dass die Community sehr offen ist. Au\u00dferdem fasziniert mich, dass man bei jedem Projekt mindestens zwei Perspektiven hat \u2013 es gibt immer jemanden, der inhaltlich am Thema interessiert ist, und jemanden, der eher einen Softwareblick hat und sagen kann, wie man das operationalisieren k\u00f6nnte. Klar, es ist ein sehr kompetitives Feld, es gibt Befristungen und das System ist nicht immer sehr angenehm, aber f\u00fcr mich \u00fcberwiegen klar die Vorteile.<\/p>\n<p><strong>Was fasziniert Dich an Deinem Forschungsgebiet am meisten?<\/strong><\/p>\n<p>Gerade in den Kulturwissenschaften hat man einen sehr weiten Blick. Man betrachtet Ph\u00e4nomene sehr vielf\u00e4ltig, sehr komplex und ein bisschen zerfasert. Was ich hier bei den Digital Humanities interessant finde, ist die Komplexit\u00e4t im Auge zu behalten, aber mit einer gewissen Pragmatik im Hinblick auf Operationalisierung schauen zu k\u00f6nnen, wie man diese Ph\u00e4nomene zu fassen bekommt. Ich selbst besch\u00e4ftige mich viel mit literarischem Raum. Sobald man versucht, der Software zu erkl\u00e4ren, was man meint, damit sie die Ph\u00e4nomene automatisch erkennen kann, merkt man, dass das noch nicht genug ausdifferenziert ist. Man wird dadurch ein bisschen gezwungen, sehr sorgf\u00e4ltig, sehr genau zu arbeiten und kann diese Konzepte nachsch\u00e4rfen. Au\u00dferdem fehlt mir in den klassischen Literaturwissenschaften h\u00e4ufig der quantitative Blick. Die Fragestellungen, die mir in den Sinn kommen und mich am meisten interessieren, zielen meistens irgendwie auf quantitative Aspekte ab.<\/p>\n<p><strong>Woran arbeitest Du im Moment oder was ist Dein n\u00e4chstes Projekt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich arbeite an der TU Darmstadt inzwischen an einem Disseminationsprojekt namens <a href=\"https:\/\/fortext.net\/\">forTEXT<\/a>. Wir haben es uns da zur Aufgabe gemacht, zwischen traditionellen und digitalen Literaturwissenschaften zu vermitteln und Leuten mit Interesse f\u00fcr DH-Methoden den Einstieg zu erleichtern. Das andere gro\u00dfe Projekt ist die Publikation meiner Dissertation, die ich im letzten Jahr eingereicht und verteidigt habe. Dann habe ich noch ein <a href=\"https:\/\/msternchenw.de\/\">Nebenprojekt<\/a> mit einer Kollegin zusammen aus Hamburg, Marie Fl\u00fch, da geht\u2019s um Genderstereotype und Emotionen in der Literatur im Wandel der Zeit vom 18. \u2013 21. Jahrhundert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-576x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17981\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-576x1024.jpeg 576w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-169x300.jpeg 169w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-768x1365.jpeg 768w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-864x1536.jpeg 864w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild-1152x2048.jpeg 1152w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2022\/06\/Bild.jpeg 1242w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/mareikeschumacher.de\/\"><em>Mareike Schumacher<\/em><\/a><em> ist promovierte Literaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Digital Humanities und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Sprach- und Literaturwissenschaften der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt. Auf der DHd2022 war sie am Workshop \u201eGitMA oder CATMA f\u00fcr Fortgeschrittene\u201c beteiligt und hielt den Vortrag \u201e\u2018Wie W\u00f6lkchen im Morgenlicht\u2018 &#8211; zur automatisierten Metaphern-Erkennung und der Datenbank literarischer Raummetaphern laRa\u201c.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Karriere in der Wissenschaft? Zu unsicher, zu kompetitiv, denken viele Studierende. Besonders in stark interdisziplin\u00e4ren F\u00e4chern wie den Digital Humanities kommt der Zweifel \u00fcber die eigenen F\u00e4higkeiten hinzu: Kenne ich mich wirklich gut genug in meinen Fachgebieten aus? Und wie komme ich eigentlich in die Forschung? 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