{"id":14312,"date":"2020-09-01T16:00:33","date_gmt":"2020-09-01T14:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=14312"},"modified":"2020-09-02T12:15:38","modified_gmt":"2020-09-02T10:15:38","slug":"einladung-zum-virtuellen-digital-humanities-kolloquium-der-bbaw-11-september-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=14312","title":{"rendered":"Einladung zum virtuellen Digital-Humanities-Kolloquium der BBAW, 11. September 2020"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 11. September 2020 findet eine weitere Ausgabe des virtuellen DH-Kolloquiums der BBAW statt. Diesmal wird <a href=\"https:\/\/www.uni-weimar.de\/de\/medien\/professuren\/medienwissenschaft\/theorie-medialer-welten\/personen\/klemstein\/\">Franziska Klemstein von der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar<\/a> einen Ansatz vorstellen, mit dem sie der Diversit\u00e4t der Denkmalpflege mit digitalen Werkzeugen auf die Spur kommen m\u00f6chte.\u00a0<\/p>\n<p>Der Vortrag, dessen Abstract unten im Anschluss zu finden ist, wird vorab aufgezeichnet und vor Beginn des Kolloquiums am 11. September 2020, um 17 Uhr bereitgestellt werden. Der Link zum Vortrag wird parallel auf Twitter (<a href=\"https:\/\/twitter.com\/DHBBAW\">@DHBBAW<\/a>) sowie im Channel \u201eberlin_dhberlin\u201c auf der Plattform discord (\u21d2 Einladungslink:\u00a0<a href=\"https:\/\/discord.gg\/sw4D5NN\">https:\/\/discord.gg\/sw4D5NN<\/a>) gepostet. Anschlie\u00dfend startet auf beiden Plattformen die Diskussion, zu der wir hiermit alle Interessierten sehr herzlich einladen m\u00f6chten.<span id=\"more-13911\"><\/span><\/p>\n<p>Die Diskussion kann auf beiden Kan\u00e4len verfolgt werden, auf Twitter ist das Mitlesen auch ohne Account m\u00f6glich, w\u00e4hrend sowohl f\u00fcr Twitter als auch f\u00fcr discord eine Anmeldung erforderlich ist, um aktiv Fragen stellen zu k\u00f6nnen. [Sollten Einzelne mitdiskutieren wollen, die weder einen Twitter- noch einen discord-Account haben, und sich auf keiner der beiden Plattformen registrieren m\u00f6chten, k\u00f6nnen auch Fragen per Mail an dh-kolloquium@bbaw.de geschickt werden. Diese werden von den OrganisatorInnen ausgew\u00e4hlt und dann (ggf. verk\u00fcrzt) auf Twitter ver\u00f6ffentlicht und von der Referentin beantwortet.]<\/p>\n<hr \/>\n<h2><strong>Tradition und Tradierung. Wie divers ist die Denkmalpflege?<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Franziska Klemstein (Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar)<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDenkmale [zu] sch\u00fctzen hei\u00dft, unsere kulturelle Identit\u00e4t zu sch\u00fctzen und zu bewahren. Denkmale zu sch\u00fctzen bedeutet Geschichte, Geschichten und Zeitgeist an authentischen Orten der Erinnerung lebendig zu halten.\u201c[1] schreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auf ihrer Webseite. Doch was hei\u00dft das konkret? Welche und wessen kulturelle Identit\u00e4t soll gesch\u00fctzt und bewahrt werden und wessen Geschichten werden an welchen Orten lebendig gehalten?<\/p>\n<p>Um Denkmale sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen, muss zun\u00e4chst ihr Denkmalwert erkannt werden. Die beh\u00f6rdlichen Abteilungen zur Inventarisation des Denkmalbestandes der Landes\u00e4mter f\u00fcr Denkmalpfleger \u00fcbernehmen hierbei die Erfassung und Erforschung des jeweiligen Denkmalbestandes. Ebenso obliegt den Beh\u00f6rden die Vermittlung des Denkmalbestandes. Dabei geh\u00f6ren zum Denkmalbestand nicht nur Objekte, die als Zeugnisse positiver Ereignisse oder Entwicklungen bewahrt oder gew\u00fcrdigt werden sollen, sondern auch Denkmale, die aus heutiger Perspektive ein \u201eschwieriges\u201c Erbe darstellen und unvorstellbare Verbrechen sowie das Versagen von staatlichen Institutionen und unserer Gesellschaft in unserer Vergangenheit thematisieren.<\/p>\n<p>Insbesondere dieses \u201eschwierige\u201c Erbe verlangt nach besonders differenzierten Betrachtungs- und Vermittlungsstrategien. Dass dies bislang h\u00e4ufig nur punktuell geschah und viele Auseinandersetzungen mit Geschichte und Geschichten nicht oder nur sehr oberfl\u00e4chlich erfolgten, zeigen derzeitige Diskussionen und Initiativen wie \u201eBerlin Postkolonial\u201c[2] , \u201eFreedom Roads \u2013 Wanderausstellung zu kolonialen Stra\u00dfennahmen&#8220;[3] oder die Webseite bzw. Online-Initiative \u201eTear down this shit\u201c[4].<\/p>\n<p>Ikonoklastische Bewegungen k\u00f6nnen jedoch nicht das Ziel sein, wenn es darum geht, in einer Gesellschaft leben zu wollen, die sich ihrer Vergangenheit stellt, um offener, diverser, antirassistischer und gerechter zu sein bzw. zu werden. Nur durch eine echte und ernstgemeinte Auseinandersetzungen mit dieser Geschichte und den baulichen Zeugnissen aus dieser Zeit k\u00f6nnen Perspektivwechsel m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p>Dabei stellt sich die Frage, wie divers die Denkmalpflege und der Denkmalschutz bislang gewesen sind? Welche Geschichten und Identit\u00e4ten werden bislang gesch\u00fctzt und gepflegt? Ziel sollte es sein, die Diversit\u00e4t unserer Gesellschaft und die Pluralit\u00e4t unserer Geschichten und Kulturen auch im Bereich der staatlichen Denkmalpflege und des Denkmalschutzes abzubilden und zu verankern, u.a. durch Stra\u00dfenumbenennungen, neue Denkmalsetzungen oder Neubewertungen von (historischen) Orten. Um dieses Ziel zu unterst\u00fctzen erscheint es zun\u00e4chst notwendig, die bisherigen Denkmale, Denkmaltradierungen und Inventarisierungen zu untersuchen und zu kl\u00e4ren, wie divers Denkmalpflege und Denkmalschutz bislang in Deutschland gewesen sind.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Vortrags m\u00f6chte ich eine Projektidee vorstellen, die ich im Verlauf des n\u00e4chsten Jahres verwirklichen m\u00f6chte. Anhand eines exemplarisch ausgew\u00e4hlten Bestandes der Denkmaltopographien Deutschlands sowie anhand eines Teilbestandes des Bildkorpus aus Wiki Loves Monuments m\u00f6chte ich eine Art bilddiskursanalytische Untersuchung durchf\u00fchren. Die Umsetzung des Projektes erfolgt einerseits durch die Analyse und Auswertung der Denkmaltopographien. Andererseits soll bei der Analyse und Auswertung des frei verf\u00fcgbaren Bildkorpus von Wiki Loves Monuments zudem der Versuch unternommen werden, mithilfe von Deep Learning Klassifikatoren zur Bilderkennung zu entwickeln und zu nutzen.\u00a0Hierf\u00fcr m\u00f6chte ich im Folgenden zun\u00e4chst das Vorhaben sowie in einem zweiten Schritt meine Zielsetzungen f\u00fcr das Projekt erl\u00e4utern, um abschlie\u00dfend, am Beispiel von OpenCV und Keras, auf die Anwendung von Computer Vision\/Deep Learning-Tools f\u00fcr die Analyse von Wiki Loves Monuments eingehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8212;<br \/>[1] https:\/\/www.denkmalschutz.de\/ueber-uns\/die-deutsche-stiftung-denkmalschutz\/aufgaben-ziele.html [Stand: 13.07.2020].<br \/>[2] https:\/\/www.berlin-postkolonial.de\/ [Stand: 13.07.2020].<br \/>[3] http:\/\/www.freedom-roads.de\/frrd\/willkom.htm [Stand: 13.07.2020].<br \/>[4] https:\/\/www.tearthisdown.com\/de\/ [Stand: 13.07.2020].<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. 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