{"id":13550,"date":"2020-05-05T21:00:23","date_gmt":"2020-05-05T19:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=13550"},"modified":"2020-05-05T21:00:23","modified_gmt":"2020-05-05T19:00:23","slug":"cfp-korrigieren-eine-kulturtechnik-19-20-11-20-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=13550","title":{"rendered":"CFP: Korrigieren \u2013 eine Kulturtechnik (19.-20.11.20, Dortmund)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"news-body\">\n<p><strong>Konferenz am 19.\u201320. November 2020 | Fritz-H\u00fcser-Institut, Dortmund<\/strong><\/p>\n<p><strong>Veranstalter*in: Dr. Iuditha Balint (Dortmund) &amp; Prof. Dr. Thomas Ernst (Amsterdam\/Antwerpen) unter Mitarbeit von Janneke Eggert (Dortmund)<\/strong><br>&nbsp;<br>Prozesse des Korrigierens bilden neben dem eigentlichen Schreibprozess das Fundament der literarischen und wissenschaftlichen Produktion. Sie bleiben jedoch zumeist im Verborgenen, was eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Beobachtung sein k\u00f6nnte, dass sie bislang lediglich peripher untersucht worden sind. So bietet es sich an, sich im Rahmen einer Konferenz intensiver dem Korrigieren zu widmen, wobei wir einerseits die Korrektur in einem allgemeinen Sinne (angelehnt an lat. corrigere) als das Verbessern von Fehlern in einer Schrift begreifen, andererseits jedoch erst auf der Konferenz eine genauere begriffliche Differenzierung verschiedener Korrekturformen und eine Abgrenzung des Begriffs bzw. der Kulturtechnik gegen verwandte Verfahren diskutieren m\u00f6chten (man denke an Kommentar, Annotation, Redigat, Druckfehler, \u00dcbersetzung etc.).<br>&nbsp;<br>Betrachten m\u00f6chten wir diese Kulturtechnik vor dem Hintergrund zunehmender kollaborativer Schreib- und Korrekturprozesse \u2013 die durch die Nutzung Sozialer Medien verst\u00e4rkt zu beobachten sind \u2013, f\u00fcr deren Analyse sowohl eine historische Aufarbeitung als auch eine breitere Diskussion verschiedener Korrekturph\u00e4nomene notwendig ist. Auch interessiert uns das Korrigieren als T\u00e4tigkeit, die einerseits den Produktionsverh\u00e4ltnissen unterworfen ist und andererseits selbst zur Produktion und Destruktion, Erg\u00e4nzung und Verbesserung, Entstellung und \u00dcberschreibung von Texten beitr\u00e4gt. Zudem sind im Regelfall literarische und wissenschaftliche Schreibprozesse mit der Vorstellung einer singul\u00e4ren und souver\u00e4nen Autorschaft verbunden, diese wird im Korrekturprozess jedoch m\u00f6glicherweise erweitert. Schlie\u00dflich werden im (zumeist nicht \u00f6ffentlichen) Korrekturprozess \u00e4sthetische, stilistische, grammatikalische und inhaltliche Regelsysteme angewandt, die zugleich eine normierende Funktion haben.<br>&nbsp;<br>Im Fokus der Konferenzgespr\u00e4che sollen textbasierte Medien wie Buchmanuskripte, Handschriften, Postings in Sozialen Medien oder etwa Klausuren und Hausarbeiten stehen. Insbesondere interessieren wir uns f\u00fcr Korrekturen im Bereich der Literatur im engeren Sinne sowie in den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften, wobei unterschiedliche Forschungsbereiche und Disziplinen wie etwa (Editions-)Philologien oder die Digital Humanities in den Blick genommen werden k\u00f6nnen. Ein besonderes Augenmerk wollen wir auf die Potenziale der automatisierten Korrektur mit digitalen Methoden sowie die kollaborative Korrektur in Sozialen Medien legen. M\u00f6gliche Themenbereiche der Konferenz sind die folgenden (wobei die Organisator*innen auch f\u00fcr Themen offen stehen, die an diese Fragestellungen anschlie\u00dfen oder sie erg\u00e4nzen):<br>&nbsp;<br><strong>Korrigieren im Medienwandel: die technische und medienhistorische Dimension<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Inwiefern lassen sich medienhistorisch spezifische Korrekturprozesse in Handschriften \/ im Zeitalter des Buchdrucks \/ in der digitalen Gesellschaft bzw. in Sozialen Medien beschreiben?<\/li>\n<li>Welche neuen Standards f\u00fcr Korrekturprozesse haben sich unter Zuhilfenahme digitaler Verfahren (DH) u.a. im Bereich der Edition, der Forschungsdatenaufbereitung, der Spracherkennung durchgesetzt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<br><strong>Korrigieren als Kommunikationssystem und Prozess: die logistische, \u00f6konomische und rechtliche Dimension<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Welche logistischen Verfahren haben sich f\u00fcr unterschiedliche Korrekturprozesse (wie das (Selbst-)Lektorat, die Finalisierung von Druckfahnen etc.) etabliert? Welche Personen sind daran beteiligt und was\/wen repr\u00e4sentieren sie?<\/li>\n<li>Welche rechtlichen und\/oder \u00f6konomischen Dimensionen spielen im Korrekturprozess eine Rolle und inwiefern bestimmen diese Dimensionen den Korrekturprozess (und damit auch das finale Werk)?<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<br><strong>Normen und \u00d6ffentlichkeiten des Korrigierens: die normative Dimension<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Welche Regularien f\u00fcr den Sprachgebrauch, den Stil, die Argumentation, die Inhalte, die Rechtschreibung, Zitationen etc. existieren f\u00fcr die Korrektur?<\/li>\n<li>Welche (verborgenen) Normen bzw.&nbsp; Ideale spielen dabei eine Rolle (z.B. einheitliche Rechtschreibvorschriften) und welche normative bzw. ausschlie\u00dfende Funktion erf\u00fcllen diese Normen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<br><strong>Korrigieren in der Praxis: die praxeologische Dimension<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wir werden selbst Praktiker*innen des Korrigierens (Autor*innen und Lektor*innen wie Mara Genschel und Dirk von Gehlen) einladen, die aus ihrer Praxis berichten und mit denen wir ins Gespr\u00e4ch kommen m\u00f6chten (bitte nicht bewerben).<\/li>\n<li>Die Konferenzbeitr\u00e4ge werden vorab einem Online-Korrekturprozess unterzogen, der auf der Konferenz reflektiert werden soll (siehe unten).<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<br>Abstracts von max. einer Seite f\u00fcr einen 25-min\u00fctigen Vortrag, kurzbiographische und ggf. themenbezogene bibliographische Angaben k\u00f6nnen bis zum <strong>17. Mai 2020<\/strong> bei Janneke Eggert unter <a href=\"mailto:jeggert@stadtdo.de\">jeggert@stadtdo.de<\/a> eingereicht werden. Im Juni erhalten Sie eine R\u00fcckmeldung zur Beitragsannahme.<br>&nbsp;<br>Zur Planung: Eingeladene Referent*innen werden gebeten, eine erste Version ihres Konferenzbeitrags (max. 15.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) bis zum <strong>11. Oktober 2020 <\/strong>einzureichen. Jede*r Referent*in \u00fcbernimmt dann die Online-Korrektur\/Annotation eines anderen Beitrags. Die Open-Access-Ver\u00f6ffentlichung ausgew\u00e4hlter Beitr\u00e4ge in einer renommierten Buchreihe ist geplant.<br>&nbsp;<br>Die Konferenz findet am <strong>19. und 20. November 2020<\/strong> in Dortmund statt. Kosten f\u00fcr Reise und Unterkunft werden \u00fcbernommen. Sollte es die Bek\u00e4mpfung der COVID-19-Pandemie notwendig machen, werden wir die Tagung auf einer stabilen digitalen Plattform durchf\u00fchren.<br>&nbsp;<br>Eine Kooperation des Fritz-H\u00fcser-Instituts f\u00fcr Literatur und Kultur der Arbeitswelt mit dem Department Moderne Vreemde Talen en Culturen der Universiteit van Amsterdam und dem Departement Letterkunde der Universiteit Antwerpen.<\/p>\n<p>Die Informationen in der \u00dcbersicht finden Sie auch hier:<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/networks.h-net.org\/node\/79435\/discussions\/6097669\/cfp-korrigieren-\u2013-eine-kulturtechnik\">https:\/\/networks.h-net.org\/node\/79435\/discussions\/6097669\/cfp-korrigieren-\u2013-eine-kulturtechnik<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konferenz am 19.\u201320. 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