{"id":13108,"date":"2020-03-10T12:40:56","date_gmt":"2020-03-10T11:40:56","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=13108"},"modified":"2020-03-11T13:40:40","modified_gmt":"2020-03-11T12:40:40","slug":"tadirah-goes-linked-open-data","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=13108","title":{"rendered":"TaDiRAH goes Linked Open Data"},"content":{"rendered":"<h4><em>von Luise Borek, Canan Hastik und Vera Khramova.<\/em><\/h4>\n<p>Mit der Etablierung und Verstetigung der Digital Humanities (DH) als eigenst\u00e4ndige Disziplin wuchs der Bedarf der Wissenschaftsgemeinschaft, die Forschungsaktivit\u00e4ten in diesem Bereich zu definieren und dar\u00fcber hinaus zu kategorisieren und zu klassifizieren. Mit TaDiRAH, der Taxonomie digitaler Forschungsaktivit\u00e4ten in den Geisteswissenschaften (<strong>Ta<\/strong>xonomy of <strong>Di<\/strong>gital <strong>R<\/strong>esearch <strong>A<\/strong>ctivities in the <strong>H<\/strong>umanities), ist eine praxisnahe Taxonomie entwickelt worden mit der sich DH-Projekte, -Webseiten, -Bibliographien und -Werkzeuge strukturieren lassen und somit \u00fcber die traditionellen Disziplingrenzen hinweg sichtbar und zug\u00e4nglich gemacht werden. TaDiRAH kann aber auch zum Einsatz kommen, um beispielsweise die Planungsphase von Drittmittelprojekten der digitalen Geisteswissenschaften zu unterst\u00fctzen, siehe hierzu den Beitrag <a href=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/3666690\">Partizipatives Design in Digital Humanities Projekten: Checklist, Ma\u00dfnahmenkatalog und Use-Case<\/a> von Swantje Dogunke auf der diesj\u00e4hrigen DHd-Konferenz &#8222;Spielr\u00e4ume. Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation&#8220;.<\/p>\n<p>TaDiRAH wurde gemeinsam mit der DH-Community entworfen, um Forschung und Aktivit\u00e4ten in den Geisteswissenschaften und angrenzenden Bereichen verst\u00e4ndlich, zug\u00e4nglich und besser sichtbar zu machen. F\u00fcr weiterf\u00fchrende Information zum Entstehungskontext von TaDiRAH und zu den Vorbildern der Taxonomie siehe <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.org\/dhq\/vol\/10\/1\/000235\/000235.html\">TaDiRAH: a Case Study in Pragmatic Classification<\/a>. In vielen unterschiedlichen Anwendungskontexten wurde das Vokabular bereits weiterentwickelt und angepasst. Als praxisorientierte Taxonomie ist TaDiRAH in engem Austausch mit der Community entwickelt worden, was dazu f\u00fchrte, dass TaDiRAH bisher neben dem Englischen ins Franz\u00f6sische, Deutsche, Spanische und Serbische \u00fcbersetzt wurde.<\/p>\n<p>Im Zuge der strategischen Bem\u00fchungen zum nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten, fachspezifischen Werkzeugen und Infrastrukturen, insbesondere im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) Initiative sowie aufgrund eines gesteigerten Interesses der Geisteswissenschaften an Linked Open Data (LOD) verzeichnet TaDiRAH zurzeit eine exponentiell steigende Nachfrage. Eine wichtige Aufgabe der Geisteswissenschaften besteht darin, diese Forschungsdaten interoperabel in maschinenlesbarer Form verf\u00fcgbar zu machen, um die Suche nach relevanten Informationen durch die semantischen Verkn\u00fcpfungen zwischen diesen Daten zu vereinfachen. Mit der Motivation und dem Interesse, Informationen im Bereich der Geisteswissenschaften digital abzubilden und in Form von Linked Data zur freien Verf\u00fcgung zu stellen, werden in verschiedenen Fachdisziplinen neue Werkzeuge und Standards entwickelt, um die semantische Integration multimodaler Daten herzustellen und Informationen f\u00fcr Nutzer und Nutzerinnen frei verfu\u0308gbar zu machen. Als formale, auf dem Resource Description Framework (RDF) beruhende Sprache bietet sich SKOS (Simple Knowledge Organization System) als generisches System an. Mit seiner \u00fcbersichtlichen Struktur und einem niedrigen Detaillierungsgrad k\u00f6nnen Anpassungen und Erweiterungen des Modells leichter durchgef\u00fchrt werden. Das Modell wurde gezielt f\u00fcr die Repr\u00e4sentation von Daten aus kontrollierten Vokabularen und Taxonomien entwickelt. SKOS kann in das Semantic Web integriert werden und die modellierten Daten k\u00f6nnen als Linked Data gespeichert und mit externen Quellen verkn\u00fcpft werden. Auf diese Weise k\u00f6nnen nicht nur die Verf\u00fcgbarkeit und Sichtbarkeit von Wissen im Bereich der Geisteswissenschaften verbessert werden,\u00a0 sondern es kann gleichzeitig Interoperabilit\u00e4t zu angrenzenden Fachdisziplinen hergestellt werden.<\/p>\n<p>Das zunehmende Interesse an TaDiRAH wird zudem durch Aktivit\u00e4ten in CLARIAH-DE bef\u00f6rdert, wo die Taxonomie zur Herstellung der Interoperabilit\u00e4t von Werkzeugen und Infrastrukturen, die in den Vorg\u00e4ngerprojekten CLARIN-D und DARIAH-DE entwickelt wurden, in ein formalisiertes SKOS-Modell \u00fcberf\u00fchrt wird, um den Bedarf der Community zur Entwicklung von fachspezifischen Verarbeitungspipelines \u00fcber das Language Ressource Switschboard (LRS) besser unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Der Trgleichzeiansformationsprozess umfasst die Konzeptualisierung und Semantifizierung der bestehenden Summe an Begriffen. Bei den vorliegenden Daten handelt es sich um verschiedene Forschungsaktivit\u00e4ten (Research Activities), die im Bereich der Geisteswissenschaften angewendet werden. Das top concept \u201cCapturing\u201d (siehe Abbildung 1) wurde bereits inhaltlich vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitet und\u00a0 mit Beispielen aus TAPoR, Dighumlab, SSK und DARIAH-DE versehen. Anhand der vorhandenen Beispiele wurden die Narrower Terms (NT) und die Related Terms (RT) definiert, und damit das SKOS-Modell erweitert. Im Rahmen der Konzeptualisierung wurde eine Mindmap entworfen, die eine bessere visuelle \u00dcbersicht \u00fcber die hierarchischen Beziehungen zwischen den Konzepten geben kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_13127\" style=\"width: 532px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/mindmap.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13127\" class=\"wp-image-13127 \" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/mindmap-300x223.png\" alt=\"\" width=\"522\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2020\/03\/mindmap-300x223.png 300w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2020\/03\/mindmap-768x571.png 768w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2020\/03\/mindmap-1024x761.png 1024w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2020\/03\/mindmap-243x181.png 243w\" sizes=\"auto, (max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13127\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Mindmap TaDiRAH top concept &#8222;Capturing&#8220;<\/p><\/div>\n<p>Um den Interpretationsspielraum und gleichzeitig die semantische Heterogenit\u00e4t des Vokabulars zu reduzieren, ist es notwendig, einen konsistenten gemeinsamen ontologischen Nenner festzulegen und f\u00fcr jedes Konzept eine eindeutige Referenz zu verwenden. Mit diesem entsprechenden eindeutigen, konsistenten und koh\u00e4renten Vokabular k\u00f6nnen dann Wissensbereiche strukturiert und gezielt Suchanfragen durchgef\u00fchrt werden. Zur Gew\u00e4hrleistung der Wiederverwendbarkeit von TaDiRAH muss somit die Bedeutung der Konzepte klar definiert sein. Vollst\u00e4ndigkeit hingegen muss dabei nicht zwingend angestrebt werden. Vielmehr soll ein Weg gefunden werden, die Taxonomie so auszurichten und f\u00fcr bestimmte Anwendungsf\u00e4lle zu optimieren, dass sie f\u00fcr Erweiterungen offen bleibt, ohne dass eine Revision der existierenden Definitionen notwendig wird.<\/p>\n<p>Die Dokumentation von TaDiRAH findet sich auf <a href=\"https:\/\/github.com\/dhtaxonomy\/TaDiRAH\">GitHub <\/a>wobei die bisherige <a href=\"http:\/\/tadirah.dariah.eu\/vocab\/index.php\">mittels TemaTres dargestellte Variante des Modells<\/a> k\u00fcnftig unter eigenem Namensraum von einer Instanz abgel\u00f6st und in die <a href=\"https:\/\/vocabs.dariah.eu\">Vocabs Services von DARIAH-EU<\/a> integriert wird. Aktuelle Entwicklungen k\u00f6nnen auf Twitter mitverfolgt werden: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/tadirah_dh\">@tadirah_dh<\/a>.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Luise Borek, Canan Hastik und Vera Khramova. 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