{"id":1258,"date":"2013-02-07T17:57:12","date_gmt":"2013-02-07T16:57:12","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=1258"},"modified":"2013-02-07T17:57:12","modified_gmt":"2013-02-07T16:57:12","slug":"das-nachste-kapitel-aufschlagen-die-digital-humanities-auf-den-hochschul-und-berufsinformationstagen-hobit-in-darmstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=1258","title":{"rendered":"Das n\u00e4chste Kapitel aufschlagen! Die Digital Humanities auf den Hochschul- und Berufsinformationstagen (hobit) in Darmstadt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/collage-new1_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1267 aligncenter\" title=\"I love DH\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/collage-new1_web.jpg\" alt=\"\" width=\"408\" height=\"336\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was sind eigentlich diese Digital Humanities, was macht man da(mit) denn? Diese Fragen unserer &#8222;traditionell&#8220; ausgerichteten FachkollegInnen haben wir sicherlich alle schon h\u00e4ufig beantworten m\u00fcssen. Nun, da die DH im Begriff sind, sich zu institutionalisieren, Professuren eingerichtet werden, Module, Schwerpunkte und Studieng\u00e4nge entstehen, m\u00fcssen wir auch die Fragen von Sch\u00fclerInnen, Studieninteressierten und wissenschaftlichem Nachwuchs beantworten. Da an der TU Darmstadt zum einen bereits Erfahrungen in dem seit 2006\/07 akkreditierten Masterstudiengang Linguistic and Literary Computing (LLC) bestehen, zum anderen konkrete Pl\u00e4ne zur Entwicklung eines BA-Studienganges Digital Philologies verfolgt werden, sollten Wege gefunden und Materialien konkret erprobt werden, diese Adressatengruppe zu informieren \u2013 im Idealfall zu begeistern! Eine weitere \u00dcberlegung war, dass Studierende nicht nur die InteressentInnen am besten informieren k\u00f6nnen, sondern dass es dar\u00fcber hinaus zu den Berufs- und Schl\u00fcsselkompetenzen geh\u00f6ren muss, adressatenorientierte Info-Materialien zu erstellen. Im Rahmen des Seminars &#8222;<a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=34\" target=\"_blank\">Was sind Digital Humanities?<\/a> Grundlagen, Voraussetzungen, Vermittlung&#8220; des laufenden Wintersemesters 2012\/13 haben daher Studierende aus den Studieng\u00e4ngen Joint BA Germanistik, Master Germanistik und Master LLC verschiedene Materialien zusammengestellt, die \u00fcber die Digital Humanities und entsprechende Studienm\u00f6glichkeiten an der TU Darmstadt informieren. Diese Materialien kamen gewisserma\u00dfen im Praxistest zum ersten Mal auf den Darmst\u00e4dter Hochschul- und Berufsinformationstagen (<a href=\"http:\/\/www.hobit.de\/\" target=\"_blank\">hobit<\/a>) zum Einsatz, wo die Seminar-Gruppe ebenfalls die Betreuung des Infostandes, der <a href=\"http:\/\/www.linglit.tu-darmstadt.de\/index.php?id=2513\" target=\"_blank\">alle Studieng\u00e4nge<\/a> des Instituts f\u00fcr Sprach- und Literaturwissenschaft pr\u00e4sentierte, mit\u00fcbernahm. Da die hobit von zahlreichen <a href=\"http:\/\/www.darmstadtnews.de\/2013\/02\/01\/hobit-2013-auf-dem-weg-in-die-zukunft\/\" target=\"_blank\">Sch\u00fclerInnen der Rhein-Main-Region<\/a> besucht werden, die sehr <a href=\"http:\/\/www.tu-darmstadt.de\/vorbeischauen\/aktuell\/einzelansicht_64192.de.jsp\" target=\"_blank\">gezielte Fragen<\/a> nach Ausbildungsinhalten, bedingungen und Berufsperspektiven mitbringen, bot sich eine ausgezeichnete Gelegenheit zum Praxistest. Flankiert wurden die Stand-Aktivit\u00e4ten durch <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=41\" target=\"_blank\">Vortr\u00e4ge der Lehrenden<\/a>, die mit jeweils \u00fcber 100 Interessenten gut besucht waren.<\/p>\n<p>Konkrete Erfahrungen: 1. Bei der Erstellung 2. Auf der Messe 3. Lessons learned.<\/p>\n<p>1. Bei der Erstellung: Eine Herausforderung des Seminars bestand darin, dass die 18 TeilnehmerInnen unterschiedliche Voraussetzungen in Bezug auf den Kenntnisstand zu den DH mitbrachten, da es polyvalent f\u00fcr unterschiedliche Module eingesetzt werden konnte. Im <a href=\"http:\/\/www.linglit.tu-darmstadt.de\/index.php?id=ba-germanistik&amp;L=0\" target=\"_blank\">Joint BA Germanistik<\/a> stand es f\u00fcr die Module Sprache in Texten sowie f\u00fcr den Optionalbereich zur Verf\u00fcgung, im <a href=\"http:\/\/www.linglit.tu-darmstadt.de\/index.php?id=ma-germanistik&amp;L=0\" target=\"_blank\">Master Germanistik<\/a> deckte es die Felder Texte und Editionen, Angewandte Linguistik und Sprache im Beruf ab, und im <a href=\"http:\/\/www.linglit.tu-darmstadt.de\/index.php?id=ma-llc&amp;L=0\" target=\"_blank\">Master LLC<\/a> schlie\u00dflich die Bereiche Texte und Editionen sowie die Projekte Corpuslinguistik oder Computerphilologie. Diese bewusst gew\u00e4hlte Zusammenstellung von Voraussetzungen und Anforderungen erwies sich jedoch wie erhofft als Vorteil f\u00fcr die Kreativit\u00e4t und die M\u00f6glichkeiten zur Zusammensetzung und Ausrichtung der Teams: In vier eng zusammenarbeitenden und st\u00e4ndig interagierenden Unter-Gruppen wurden folgende Materialien erstellt:<\/p>\n<p>\u2022 Gruppe 1: <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=33\" target=\"_blank\">Homepage- und Flyertexte<\/a> \u2013 Salmana Iqbal, Christina Klingler, Nicole Volz, Nicole Woitzik<br \/>\n\u2022 Gruppe 2: <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=41\" target=\"_blank\">Poster &amp; Flyer<\/a> \u2013 Sascha Bay, Florian Enders, Tim Feuerbach, Antoine McCracken<br \/>\n\u2022 Gruppe 3: <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=40\" target=\"_blank\">Berufsperspektiven<\/a> \u2013 Karla Ayllon, Raissa Breder-Bigoszewski, Lena Jungbauer, Sebastian Steinhaus, Nurhayat Yasar<br \/>\n\u2022 Gruppe 4: <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=41\" target=\"_blank\">Filme, Pr\u00e4sentationen &amp; Interviews<\/a> \u2013 Leonie Blumenschein, Fenja Kastendiek, Nadezhda Petrova, Christopher Tauchmann, Livia Weber<\/p>\n<p>In den ersten Sitzungen wurde gekl\u00e4rt, wo die notwendigen Sachinformationen eingeholt werden konnten, wo die Kompetenzen und Interessen der TeilnehmerInnen lagen und welche Materialien erstellt werden sollten. Die entsprechenden Gruppen fanden sich zusammen, erste Konkretisierungen der gemeinsam beschlossenen Ideen wurden in den Gruppen selbst\u00e4ndig erarbeitet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/DH-Seminargruppe2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1264 aligncenter\" title=\"DH-Seminargruppe TU Darmstadt WS 2012\/13\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/DH-Seminargruppe2.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"299\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es folgte eine Plenumsphase, in der die Ideen zur Diskussion gestellt, kritisch reflektiert, optimiert und untereinander abgestimmt wurden. In weiteren Iterationen wechselten sich Gruppenarbeitsphasen und Plenums-R\u00fcckkopplung ab. Viel Zeit wurde au\u00dferhalb der Seminarsitzungen investiert. Alle TeilnehmerInnen blieben dem Seminar treu, niemand sprang ab.<\/p>\n<p>2. Auf der Messe.<\/p>\n<div id=\"attachment_1286\" style=\"width: 458px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/stand1_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1286\" class=\"size-full wp-image-1286\" title=\"Hobit Darmstadt 2013 - Stand des Instituts f\u00fcr Sprach- und Literaturwissenschaft\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/stand1_web.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1286\" class=\"wp-caption-text\">Hobit Darmstadt 2013 &#8211; Stand des Instituts f\u00fcr Sprach- und Literaturwissenschaft<\/p><\/div>\n<p>Realit\u00e4tskonfrontation: Der Stand ist klein, eng, versteckt. Die Poster dr\u00e4ngeln sich auf den erk\u00e4mpften Stellw\u00e4nden, der Bildschirm, auf dem der Film l\u00e4uft, k\u00f6nnte gr\u00f6\u00dfer sein, der Ton geht im L\u00e4rm des allgemeinen Messe-Gewirrs unter. Dennoch: Die Lust, mit der alles zusammengestellt wurde, wird deutlich, der Stand quillt \u00fcber vor Material, Konventionelles (B\u00fccher, Gummib\u00e4rchen) mischt sich mit Originellem (Poster, Film, Quiz, Buttons \u2026).<\/p>\n<div id=\"attachment_1291\" style=\"width: 346px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/buttons_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1291\" class=\"size-full wp-image-1291\" title=\"DH Darmstadt Buttons\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/buttons_web.jpg\" alt=\"\" width=\"336\" height=\"336\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1291\" class=\"wp-caption-text\">DH Darmstadt Buttons<\/p><\/div>\n<p>Mit viel Aufregung und ein wenig Unsicherheit (Wieviele InteressentInnen werden vorbeikommen? Werden sie uns \u00fcberhaupt finden? Wie spreche ich sch\u00fcchtern vorbeischauende Sch\u00fclerInnen an? Welche Fragen werden sie stellen? Wei\u00df ich genug \u00fcber unsere Studieng\u00e4nge und Berufsperspektiven?) werden die ersten Gespr\u00e4che gef\u00fchrt und Flyer verteilt, schlie\u00dflich sogar gezielt Sch\u00fclerInnen an den Stand gelockt. Zu den Sto\u00dfzeiten geraten wir in den Beratungsflow \u2013 die Zeit verfliegt, wir reden und reden. Bei Flaute (am Nachmittag) tauschen wir uns untereinander und mit den KollegInnen an den Nachbarst\u00e4nden aus. Was uns erstaunt (warum eigentlich?): Viele Sch\u00fclerInnen erz\u00e4hlen uns, dass sie gerne und besessen lesen, gerne mit Sprache umgehen, dass sie daher den dringenden Wunsch versp\u00fcren, Germanistik zu studieren; viele finden die Digital Humanities aufregend, weil sie neu sind, die Sch\u00fclerInnen \u00e4u\u00dfern sich mutig und experimentierfreudig; sehr viele interessieren sich vor allem f\u00fcr konkrete Berufsperspektiven und wissen die Darmst\u00e4dter Germanistik-Einbettung in das spezifische Umfeld einer technischen Universit\u00e4t, die Ausrichtung auf <a href=\"http:\/\/www.linglit.tu-darmstadt.de\/index.php?id=ma-germanistik&amp;L=0 \" target=\"_blank\">Angewandte Linguistik, Deutsch als Fremdsprache<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.linglit.tu-darmstadt.de\/index.php?id=ma-llc&amp;L=0\" target=\"_blank\">Digital Humanities<\/a> besonders zu sch\u00e4tzen, k\u00f6nnen die Rahmenbedingungen kritisch einordnen und w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p>3. Lessons learned: Man hat immer zu wenig Zeit. Die Materialien werden trotzdem fertig, denn alle geben 200%. Die M\u00f6glichkeit, nicht nur f\u00fcr die Schreibtischschublade der Lehrenden, sondern f\u00fcr einen praktischen Einsatz zu arbeiten, verbunden mit der M\u00f6glichkeit zu konkreter pers\u00f6nlicher Bew\u00e4hrung setzt Kreativit\u00e4t, Arbeitslust und Verantwortungsbewusstsein frei. Spa\u00df!<\/p>\n<p>Was haben die Studierenden (f\u00fcr die Digital Humanities und f\u00fcr ihre pers\u00f6nliche Bildung) erreicht?<br \/>\n\u2022 neues Wissen, Wissen recherchieren, b\u00fcndeln, ausw\u00e4hlen<br \/>\n\u2022 Texte adressatenad\u00e4quat konzipieren und schreiben<br \/>\n\u2022 Text- und Bildsprache reflektieren<br \/>\n\u2022 Verantwortung f\u00fcr gemeinsame Projektergebnisse \u00fcbernehmen, Qualit\u00e4tssicherungsprozesse<br \/>\n\u2022 Team- und Zeitmanagement, Organisation verteilter Arbeitsprozesse<br \/>\n\u2022 Ber\u00fccksichtigung von Designvorgaben und Urheberrecht<br \/>\n\u2022 Softwarekenntnisse<br \/>\n\u2022 Kommunikationskompetenz (untereinander und nach au\u00dfen), Umgang mit Kritik (\u00e4u\u00dfern und annehmen, produktiv umsetzen)<br \/>\n\u2022 Vermittlungskompetenz, schriftlich und m\u00fcndlich<br \/>\n\u2022 Selbstreflexion: warum studiere ich eigentlich Germanistik\/LLC, was erwarte ich f\u00fcr mich und meine<br \/>\nBerufsperspektiven davon? Identifikation mit der Institution und der &#8222;Fachheimat&#8220;<\/p>\n<p>Was haben wir als Lehrende und als VertreterInnen der sich entwickelnden und etablierenden Digital Humanities gelernt? Das Interesse f\u00fcr neue Studieninhalte und Studienf\u00e4cher ist riesig \u2013 das best\u00e4rkt uns im Plan der Entwicklung eines BA-Studiengangs. Gute Beispiele, die veranschaulichen, was Digital Humanists machen, womit sie sich besch\u00e4ftigen, sind wichtig, genauso wichtig ist aber auch die Zukunfts-, die konkrete Berufsperspektive \u2013 ich denke, damit k\u00f6nnen wir besonders gut punkten. Die Verbindung von Forschung, Abstraktionsverm\u00f6gen, Theorie- und Modellbildung, die einhergeht mit der R\u00fcckbindung an die Praxis, an materielle Artefakte des kulturellen Erbes, an Werkzeuge, an konkrete Anwendungsm\u00f6glichkeiten \u2013 was die Digital Humanities ja auszeichnet \u2013, st\u00f6\u00dft auf gr\u00f6\u00dftes Interesse und vermag zu \u00fcberzeugen. Studierende als &#8222;Vermittlungsinstanzen&#8220; k\u00f6nnen \u00c4ngste der InteressentInnen gut abbauen (Ist die Informatik zu schaffen? Muss ich diesen oder jenen Leistungskurs belegt haben?). Die Digital Humanities haben sich hier als &#8222;junge&#8220;, offene, mutige Disziplin best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Fazit: Im n\u00e4chsten Jahr unbedingt wieder! Ein herzlicher Dank geht an alle TeilnehmerInnen des Seminars, alle HelferInnen, alle InteressentInnen und an die diesj\u00e4hrigen Organisatorinnen des Instituts-Messestandes <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=19\" target=\"_blank\">Sandra Denzer<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.linglit.tu-darmstadt.de\/index.php?id=rhein\" target=\"_blank\">Lisa Rhein<\/a>!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sind eigentlich diese Digital Humanities, was macht man da(mit) denn? 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