{"id":1214,"date":"2013-01-07T15:53:17","date_gmt":"2013-01-07T14:53:17","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=1214"},"modified":"2013-10-31T21:24:30","modified_gmt":"2013-10-31T20:24:30","slug":"tagung-digitale-rekonstruktionen-mittelalterlicher-bibliotheken-18-19-januar-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=1214","title":{"rendered":"Tagung &#8222;Digitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken&#8220; (Trier, 18.\/19. Januar 2013)"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Tagung \u201eDigitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken\u201c werden verschiedene Projekte vorgestellt, deren Ziel es ist, Best\u00e4nde mittelalterlicher Bibliotheken, die heute weltweit zerstreut sein k\u00f6nnen, digital zusammenzuf\u00fchren und zu erschlie\u00dfen. Auch werden M\u00f6glichkeiten aufgezeigt, diese Best\u00e4nde wissenschaftlich zu nutzen und die vorhandenen Daten und Metadaten in \u00fcbergreifende Portale einzuspeisen. Schlie\u00dflich sollen die Anforderungen diskutiert werden, die aktuelle Arbeiten aus der Sprach- und Literaturwissenschaft, der Kunstgeschichte und der Musikwissenschaft an solche digitalen Rekonstruktionen stellen. Am 18. Januar 2013 wird in der Benediktinerabtei St.\u00a0Matthias in Trier, am 19. Januar in der Stadtbibliothek Trier getagt. Ein Anmeldung ist nicht erforderlich.<\/p>\n<h1>Programm am 18. Januar 2013<\/h1>\n<h4>Begr\u00fc\u00dfung<\/h4>\n<p>09:00 \u2013 10:00: Gru\u00dfworte von Abt Ignatius Maa\u00df OSB, Prof. Dr. Michael J\u00e4ckel (Pr\u00e4sident der Universit\u00e4t Trier) sowie Prof. Dr. Martin Przybilski (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Leiter des Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums Trier)<\/p>\n<h4>Sektion I: Das Virtuelle Skriptorium und seine Kooperationsprojekte<\/h4>\n<p><em>Moderation: Prof. Dr. Andrea Rapp<\/em><\/p>\n<p align=\"left\">10:00 &#8211; 10:45: Das Virtuelle Skriptorium St. Matthias<br \/>\n(Prof. Dr. Michael Embach, Prof.\u00a0Dr.\u00a0Claudine Moulin, Prof. Dr. Andrea Rapp)<\/p>\n<p>Ziel des Projekts \u201eVirtuelles Skriptorium St. Matthias\u201c ist es, den \u00fcberlieferten Bestand an mittelalterlichen Handschriften aus der Trierer Abtei St. Matthias zu digitalisieren und damit virtuell zu rekonstruieren. Hierbei handelt es sich um eine Zahl von ungef\u00e4hr 500 Kodizes, die weltweit auf etwa 25 Standorte verteilt sind. Die Digitalisierung soll einen Bestand zug\u00e4nglich machen, der f\u00fcr ganz unterschiedliche Disziplinen von Wert ist. Mit einer derart rekonstruierten virtuellen Bibliothek ist die Absicht verbunden, das geistige Profil eines wichtigen Bildungszentrums und dessen Wachstum nachzuzeichnen und neuartige Einblicke in die Produktions- und Rezeptionsbedingungen seiner Best\u00e4nde zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<p align=\"left\">11:00 &#8211; 11:45: Textual Gridicism \u2013 Edieren mit TextGrid<br \/>\n(Florian Enders BA, Celia Krause M.A., Philipp Vanscheidt)<\/p>\n<p>Digitalisierung ist nur ein m\u00f6glicher Schritt bei der Erstellung digitaler Editionen. Bei der Erschlie\u00dfung eines mittelalterlichen Bibliotheksbestandes aber ist sie ein wesentliches Moment, an das sich weitere Schritte wie Transkription und Kommentierung anschlie\u00dfen. Aus diesem Grund werden die Faksimiles des \u201eVirtuellen Skriptoriums St. Matthias\u201c auch in TextGrid eingespeist. Mit dieser virtuellen Forschungsumgebung f\u00fcr die Geisteswissenschaften ist ebenso ein Konzept f\u00fcr die Langzeitarchivierung verbunden wie die M\u00f6glichkeit, die Daten f\u00fcr Editionen mit einem Ensemble von elektronischen Werkzeugen zu bearbeiten. In dem Vortrag wird ein \u00dcberblick \u00fcber TextGrid (<a href=\"http:\/\/www.textgrid.de\">www.textgrid.de<\/a>) gegeben und eine Edition vorgestellt, die in dieser Umgebung entsteht.<\/p>\n<p align=\"left\">11:45 &#8211; 12:30: Integration von eCodicology in die DARIAH Dienstewelt<br \/>\n(Danah Tonne M.Sc., Dr.\u00a0Rainer Stotzka)<\/p>\n<p>Im BMBF gef\u00f6rderten Projekt \u201eeCodicology\u201c werden Methoden entwickelt und in Software implementiert, um makro- und mikrostrukturelle Elemente digitalisierter Handschriftenseiten automatisch zu messen, zu speichern und zu analysieren. Durch die Auswertung gro\u00dfer Mengen von Handschriften erh\u00e4lt der Kodikologe eine Datenbasis mit reproduzierbaren Merkmalen, mit denen Handschriftengruppen identifiziert, Kontinuit\u00e4tslinien und Br\u00fcche aufgezeigt und Zusammenh\u00e4nge zwischen Handschrifteninhalten und Layoutmustern entdeckt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die automatische Auswertung birgt zus\u00e4tzliche Anforderungen an die Infrastruktur, die den Geisteswissenschaften in der Regel selten zur Verf\u00fcgung steht. Die Prozessierung einer Seite kann je nach Komplexit\u00e4t der Operationen bis zu mehrere Minuten auf einer Standard-Workstation ben\u00f6tigen. Sch\u00e4tzt man den Zeitaufwand auf ca. eine Minute pro Seite, dauert die einmalige Prozessierung des Virtuellen Skriptoriums St. Matthias mit ca. 170.000 Seiten ca. 4\u00a0Monate.<\/p>\n<p>Zu diesem Zweck werden sowohl die Infrastruktur des vom BMBF gef\u00f6rderten Projektes TextGrid als auch der des europaweiten Projektes DARIAH genutzt. In diesem Vortrag wird die \u201eDienstewelt\u201c von DARIAH beschrieben und gezeigt, wie sich der Ablauf der automatischen Datenauswertung in DARIAH und TextGrid integriert und der Mehrwert f\u00fcr die kodikologische Forschung aufgezeigt.<\/p>\n<h4>Sektion II: Rekonstruktionen von Bibliotheken I<\/h4>\n<p><em>Moderation: Prof. Dr. Claudine Moulin<\/em><\/p>\n<p align=\"left\">15:15 &#8211; 16:00: Bibliotheca Laureshamensis \u2013 digital: Pr\u00e4sentation der Virtuellen Klosterbibliothek Lorsch<br \/>\n(Alexandra B\u00fcttner M.A., Michael Kautz M.A.)<\/p>\n<p>Das Digitalisierungs- und Erschlie\u00dfungsprojekt \u201eBibliotheca Laureshamensis \u2013 digital\u201c (<a href=\"http:\/\/www.bibliotheca-laureshamensis-digital.de\">www.bibliotheca-laureshamensis-digital.de<\/a>) vereint auf der Grundlage der Studien Bernhard Bischoffs und Hartmut Hoffmanns alle bekannten Handschriften aus der Bibliothek und dem Skriptorium des ehemaligen Klosters Lorsch in einer virtuellen Bibliothek im Internet. Heute sind die 330 noch erhaltenen sp\u00e4tantiken und mittelalterlichen Handschriften auf 70 Institutionen in Europa und den USA verstreut. Die Zusammenf\u00fchrung der Lorscher Codices und Fragmente erm\u00f6glicht es, neben der Buchproduktion auch die kulturellen Grundlagen des Klosters und seiner Umwelt auf breiter Grundlage zu erforschen.<\/p>\n<p align=\"left\">16:00 &#8211; 16:45: Tausend Jahre Wissen \u2013 Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey: Internetplattform \u2013 Digitalisierung \u2013 Wanderausstellung \u2013 virtuelle Ausstellung<br \/>\n(Anja Jackes M.A.)<\/p>\n<p>Ein Forschungsprojekt des Lehrstuhls f\u00fcr Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO an der Universit\u00e4t Paderborn widmet sich der Rekonstruktion der seit zweihundert Jahren im Zuge der S\u00e4kularisation aufgel\u00f6sten Klosterbibliothek Corvey, deren Gr\u00fcndung ins fr\u00fche 9.\u00a0Jahrhundert zur\u00fcck reicht. Der \u00fcbergeordnete Aspekt des Projekts liegt bei der Erforschung des immateriellen Erbes Corveys und damit bei der Untersuchung der Klosterbibliothek als Aufbewahrungsst\u00e4tte bedeutender geistiger Errungenschaften. Die Zielstellung des Forschungsprojektes ist die Rekonstruktion der heute nicht mehr als Ganze existierende Klosterbibliothek und zugleich die Erforschung der Wissensbest\u00e4nde, die \u00fcber tausend Jahre hinweg in dem benediktinischen Kloster versammelt wurden und f\u00fcr Bildung, Lehre, Mission, Gottesdienst, aber auch f\u00fcr das allt\u00e4gliche Leben und zur Unterhaltung der M\u00f6nche im Kloster zur Verf\u00fcgung standen. Um die zerstreuten Corveyana wieder in ihren urspr\u00fcnglichen Bibliothekskontext einzubetten, wurde die Internetplattform \u201eNova Corbeia\u201c aufgebaut, die als zentrale Schnittstelle die erhaltenen Buchbest\u00e4nde virtuell wieder zusammenf\u00fchrt. Insbesondere unikale Objekte wie die Handschriften, die heute weltweit zerstreut sind, werden in diesem Kontext am UNESCO Kompetenzzentrum volldigitalisiert und auf der Plattform f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Was \u00fcber die im Internet zug\u00e4ngliche Datenbank virtuell geleistet wird, findet seine materielle Entsprechung in der Wanderausstellung \u201eTausend Jahre Wissen \u2013 Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey\u201c, die an sechs Orten (Corvey, Bonn, Marburg, Ziesar, M\u00fcnster und Fulda) in Deutschland gezeigt wurde, und zwar da, wo sich weitere Konvolute der Bibliothek nachweisen lie\u00dfen, die jeweils in den Ausstellungen gemeinsam pr\u00e4sentiert wurden.<\/p>\n<p align=\"left\">17:00 &#8211; 17:45: Die digitale Kaiser-Heinrich-Bibliothek der Staatsbibliothek Bamberg<br \/>\n(Dr. Stefan Knoch)<\/p>\n<p>Die Staatsbibliothek Bamberg besitzt insgesamt rund 1.000 mittelalterliche Handschriften, von denen 165 nachweislich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Bistumsgr\u00fcnder Kaiser Heinrich II. zur\u00fcckgehen. Diese 165 Kodizes und Fragmente wurden bis zum Oktober 2012 sukzessive vom hauseigenen Fotografen der Staatsbibliothek Bamberg digitalisiert und mit technischer Unterst\u00fctzung der Bayerischen Staatsbibliothek M\u00fcnchen im Internet frei zug\u00e4nglich gemacht. Ein weiterer Mehrwert entsteht durch die Anreicherung der Digitalisate mit Strukturdaten, mit Beschreibungen zweier gedruckter Handschriftenkataloge in PDF und mit Daten der Forschungsdokumentation. Der Vortrag wird einen \u00dcberblick \u00fcber die Hintergr\u00fcnde und Genese des Projekts sowie die Funktionen der digitalen Kaiser-Heinrich-Bibliothek geben.<\/p>\n<p align=\"left\">17:45 &#8211; 18:30: Libri Sancti Kiliani digital: Technische Infrastruktur, Digitalisierung und vertiefte Erschlie\u00dfung der W\u00fcrzburger Dombibliothek<br \/>\n(Dr. Hans-G\u00fcnter Schmidt)<\/p>\n<p>Die W\u00fcrzburger Dombibliothek (\u201eLibri Sancti Kyliani\u201c) geh\u00f6rt zu den bedeutenden mittelalterlichen Handschriftenensembles in Mitteleuropa. Ihre Wurzeln reichen bis in die Anf\u00e4nge des 742 gegr\u00fcndeten Bistums W\u00fcrzburg zur\u00fcck, mit \u00e4ltesten Handschriften aus dem 5.\u00a0Jahrhundert. Bis heute ist die Dombibliothek f\u00fcr die Erforschung der Bildungsgeschichte des Fr\u00fchmittelalters international von gro\u00dfer Bedeutung, insbesondere auch in der angels\u00e4chsischen und irischen Welt. Das 2010-2013 von der DFG gef\u00f6rderte Projekt \u201eLibri Sancti Kiliani digital\u201c strebt an,<\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li>den Dombibliotheksbestand der Universit\u00e4tsbibliothek W\u00fcrzburg vollst\u00e4ndig digitalisiert im Internet zur Verf\u00fcgung zu stellen,<\/li>\n<li>bereits vorliegende Katalog- und Dokumentationsdaten in ein vernetztes Lokalsystem zu \u00fcberf\u00fchren, zu erweitern und zu aktualisieren,<\/li>\n<li>neue Visualisierungstools und eine neuartige Nutzerschnittstellen zu erstellen, die in einem moderierten Wiki-System \u00fcber Web Services erm\u00f6glicht, Informationen (z.B. Transkriptionen) von au\u00dfen einzubringen und Daten auf Basis von Creative-Commons-Lizenzen f\u00fcr eigene Forschungen zu entnehmen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Kernst\u00fcck des Unternehmens ist der Aufbau einer neuen technischen Infrastruktur auf der Basis eines Workflowsystems, Metadatenstandards wie TEI P5 und METS und klassischer relationaler Datenbanken, die Vernetzung mit unterschiedlichen nationalen und internationalen Portalsystemen (z.B. Manuscripta Mediaevalia oder Europeana) zul\u00e4sst und zugleich den Anschluss an Langzeitarchivierungssysteme erm\u00f6glicht. Der Vortrag berichtet vom Projektstand, von bereits auf <a href=\"http:\/\/www.libri-kiliani.de\">www.libri-kiliani.de<\/a> online gegangenen Projektbausteinen, aber auch von den Problemen und schwierigen Randbedingungen eines anspruchsvollen, knapp kalkulierten DFG-Projektes.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>Programm am 19. Januar 2013<\/h1>\n<h4>Sektion II: Rekonstruktionen von Bibliotheken II<\/h4>\n<p><em>Moderation: Prof. Dr. Claudine Moulin<\/em><\/p>\n<p align=\"left\">09:00 &#8211; 09:45: The Nuns&#8216; Network. Editing the Medingen Manuscripts<br \/>\n(Prof. Dr. Henrike L\u00e4hnemann, Andres Laubinger)<\/p>\n<p>Between 1479, the reform of the convent, and 1526, the Lutheran Reformation, the Medingen nuns produced a wealth of devotional manuscripts, for their own use and for feeding it into the regional network of the city and the convents of L\u00fcneburg, using both Latin and Low German. All the prayer-books are interlinked by being based on the same set of material which is edited, amplified, commented and translated. The only adequate way of presenting this complex of textually and visually linked manuscripts is in digital form. The paper will present the \u201cMedingen Manuscript\u201d project (<a href=\"http:\/\/research.ncl.ac.uk\/medingen%29;\">http:\/\/research.ncl.ac.uk\/medingen);<\/a> by using the example of prayer-books dedicated to the apostle Mathias and other saints, I will show how the digital presentation allows us to gain new insights in the linguistic and devotional set-up of this Northern German scriptorium.<\/p>\n<p align=\"left\">09:45 &#8211; 10:30: Digital Libraries and Federated Searching: The Manuscripts Online Project<br \/>\n(Dr. Orietta Da Rold)<\/p>\n<p>This paper will discuss a new Project \u201cManuscripts Online\u201d. The outcome of this project can be described as a digital library on its own, as it was inspired by methodologies relating to data mining, data clustering, federated searching which are intertwined with detailed studies of medieval manuscripts, artefacts and texts. The project was founded by JISC, a UK national funding body, and is of relevance to researchers in the fields of language, literature and history. The Manuscripts Online website is developed and hosted by the Humanities Research Institute (HRI) at the University of Sheffield, under the direction of an Editorial Group which will comprise six members from the Universities of Birmingham, Glasgow, Leicester, York, Sheffield and Queen&#8217;s University Belfast. The project has the ultimate aim to study the written culture of medieval Britain between 1000 and 1500 by pulling together and providing access to written and early printed primary sources in this period. This project will bring together will bring together the necessary data for lager data analysis and interpretation.<\/p>\n<h4>Sektion III: \u00dcbergreifende Portale<\/h4>\n<p>Moderation: Prof. Andrea Rapp<\/p>\n<p align=\"left\">10:45 &#8211; 11:30: Leben! Einzeln und frei &#8230; \u2013 Daten zu mittelalterlichen Handschriften an der Herzog August Bibliothek Wolfenb\u00fcttel<br \/>\n(Torsten Scha\u00dfan)<\/p>\n<p>Anhand der Datenorganisation und der darauf aufsetzenden Verwendung von Daten zu mittelalterlichen Handschriften an der Herzog August Bibliothek Wolfenb\u00fcttel soll gezeigt werden, wie die vorhandenen Informationen in anderen Kontexten, also auch zur Rekonstruktion von Bibliotheken, genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"left\">11:30 &#8211; 12:15: Der Europeana Lizenzrahmen als Basis f\u00fcr Digital Humanities<br \/>\n(Patrick Peiffer)<\/p>\n<p>Patrick Peiffer arbeitet mit dem Europeana Team im Auftrag der Nationalbibliothek Luxemburg am \u201eEuropeana Licensing Framework\u201c, das seit Herbst 2011 operationell und online ist. Der Vortrag wird anhand des Luxemburger Beitrags zu Europeana Regia und der virtuellen Rekonstruktion eines Manuskriptes die Schl\u00fcsselaspekte der (vertrags)-rechtlichen Standardisierung ansprechen und anschliessend die aktuellen Vorgaben des \u201eEuropeana Licensing Framework\u201c vorstellen: Public Domain Charter, Public Domain Mark und Data Exchange Agreement (<a href=\"http:\/\/pro.europeana.eu\/licensing\">http:\/\/pro.europeana.eu\/licensing<\/a>).<\/p>\n<h4>Sektion IV: Nutzen rekonstruierter Bibliotheken<\/h4>\n<p><em>Moderation: Prof. Michael Embach<\/em><\/p>\n<p align=\"left\">13:30 &#8211; 14:15: Die althochdeutsche \u00dcberlieferung aus St. Matthias<br \/>\n(Falko Klaes)<\/p>\n<p>Im Vortrag wird die mutma\u00dflich aus St. Matthias stammende althochdeutsche \u00dcberlieferung vorgestellt. Aus St. Matthias sind insgesamt vier Glossenhandschriften, eine Handschrift mit den Wind- und Monatsbezeichnungen der Karls-Vita Einhards und die \u201eTrierer Verse\u201c \u00fcberliefert. Diesen und dem bekannten Glossar aus der Handschrift 61 des Priesterseminars Trier soll besondere Aufmerksamkeit zuteil werden.<\/p>\n<p align=\"left\">14:15 &#8211; 15:00: LapiDat \u2013 LAPIDARIUM der Abtei St. Matthias in Trier<br \/>\n(Prof. Dr. Gottfried Kerscher, Peter Pfeiffer M.A.)<\/p>\n<p>Das Lapidarium von St. Matthias war bisher nur wenigen bekannt. Es enth\u00e4lt weit mehr als tausend Artefakte vom fr\u00fchen Mittelalter bis zur Gegenwart, darunter nicht nur Bruchst\u00fccke mit Ornamenten, sondern Figuren, ein Portal und weitere, zumeist in Zusammenhang mit Restaurierungen abgenommene St\u00fccke. Etwa 600 Exponate wurden in einem ersten Durchgang zusammen mit den Studierenden der Universit\u00e4t Trier erfasst, von diesen sowie Frau stud. phil. A. Molter und Herrn P. Pfeiffer M.A., beide Projektmitarbeiter, sowie dem Fotografen des VBB des Fachbereiches III, Herrn A. Thull, in die Datenbank eingestellt. In einem zweiten Schritt solle eine genauere Bestimmung, Datierung und Zuordnung einzelner St\u00fccke erfolgen. Das Projekt soll nicht nur der Restaurierung des Kreuzgangs von St. Matthias dienen, sondern sp\u00e4ter in eine Ausstellung m\u00fcnden bzw. der Forschung zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr hat Herr Pfeiffer eine entsprechende Datenbank erstellt. Diese wird hinsichtlich ihres Aufbaus und in ihrer Funktionsweise kurz erl\u00e4utert. F\u00fcr die Unterst\u00fctzung bei den nicht ohne Weiteres von Seiten der Universit\u00e4t Trier zu realisierenden Arbeitsg\u00e4nge danken wir dem HKFZ.<\/p>\n<p align=\"left\">15:15 &#8211; 16:00: Ein mittelalterliches Euchariumsoffizium aus dem 17. Jh. \u2013 \u00dcberlieferung eines lokalen Heiligenkultes in der Trierer Liturgie<br \/>\n(Kristin Hoefener)<\/p>\n<p>Im Skriptorium der Trierer Sankt-Matthias-Abtei wurden auch nach der Einf\u00fchrung des Buchdruckes noch Papierhandschriften hergestellt, u.a. ein Benediktionale, das heute in der Bibliothek des Bisch\u00f6flichen Priesterseminars (Hs. 14) aufbewahrt wird. Die Handschrift aus dem Jahre 1667 \u00fcberliefert eine Vesper und eine Messe zu Ehren des hl. Eucharius. Wenn dieses Offizium aus Sankt-Matthias mit den Texten eines Liber ordinarius des Trierer Doms aus dem 14. Jh. (London, British Library Harley 2956) verglichen wird, kann festgestellt werden, dass die Vesperges\u00e4nge \u2013 alles Eigenges\u00e4nge, deren Texte u.a. auf einer Vita s. Eucharii basieren \u2013 zwischen dem 14. und dem 17. Jh. nahezu unver\u00e4ndert geblieben sind. Die Messe dagegen \u00fcberliefert, abgesehen von den Sequenzen, kein Eigenmaterial, sondern nur Ges\u00e4nge aus dem Commune martyrum. Es sollen Trierer Eigenges\u00e4nge pr\u00e4sentiert werden mit dem Ziel, eine lokale Patronatsliturgie und deren Bedeutung in der Kontinuit\u00e4t der Jahrhunderte vorzustellen.<\/p>\n<p align=\"left\">16:00 &#8211; 16:45: Neumen und Neumentrennung \u2013 Herausforderungen in der Arbeit im Optical Neume Recognition Project (ONRP)<br \/>\n(Dr. Inga Behrendt)<\/p>\n<p>ONRP (<a href=\"http:\/\/www.cs.bham.ac.uk\/%7Eaps\/research\/projects\/neumes\/project-description.php\">http:\/\/www.cs.bham.ac.uk\/~aps\/research\/projects\/neumes\/project-description.php<\/a>) ist ein interdisziplin\u00e4res Projekt von Computerwissenschaftlern (Alan Sexton) und Musikwissenschaftlern (Kate Helsen, Jennifer Bain, Inga Behrendt) aus Kanada, England und Deutschland, das die Erstellung einer Lesehilfe in Scans der Handschrift Hartker (Stiftsbibliothek St. Gallen &#8211; CH-SG 390\/391, sogenannte St. Galler Neumennotation) von um 1000 mit Neumennotation hat: Einzelne Notationszeichen (Neumen), Neumengruppen und Neumen kombiniert mit Text sollen mithilfe eines Computerprogramms in den digitalen Bildern der Handschrift gesucht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das umfassende System, das in den n\u00e4chsten Jahren erstellt werden soll, ist f\u00fcr die Computertechnik der Optischen Wiedererkennung eine herausfordernde Aufgabe. Ein Aspekt der Arbeit ist, in den Scans alle verbundenen Komponenten zu isolieren und zu gruppieren, etwa 70 verschiedene Einzelzeichen. In der Notation bestehen jedoch die Notationszeichen, genannt Neumen, <em>zum Teil<\/em> aus einzelnen Komponenten und <em>mehrheitlich<\/em> aus mehreren Komponenten. Es gibt demnach etwa 70 Komponenten, aber sehr viel mehr <em>Neumen<\/em>, insbesondere wenn als Neume alle Zeichen \u00fcber einer Textsilbe definiert sind (G\u00f6schl).<\/p>\n<p>Die Modifikation der Neumenschreibweise sowie die Kombination von mehreren Neumenzeichen \u00fcber einer Silbe haben verschiedene rhythmische Bedeutungen, wie die semiologische Erforschung der Neumennotation durch komparative Studien beschrieben hat. Ein Ph\u00e4nomen des rhythmischen Bedeutungswandels von Zeichen wird <em>Neumentrennung<\/em> genannt, und soll m\u00f6glichst ebenfalls mit dem System \u201egelesen\u201c werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Abschlussdiskussion (16:45 &#8211; 17:00)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Tagung \u201eDigitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken\u201c werden verschiedene Projekte vorgestellt, deren Ziel es ist, Best\u00e4nde mittelalterlicher Bibliotheken, die heute weltweit zerstreut sein k\u00f6nnen, digital zusammenzuf\u00fchren und zu erschlie\u00dfen. Auch werden M\u00f6glichkeiten aufgezeigt, diese Best\u00e4nde wissenschaftlich zu nutzen und die vorhandenen Daten und Metadaten in \u00fcbergreifende Portale einzuspeisen. 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