{"id":12132,"date":"2019-08-13T17:39:42","date_gmt":"2019-08-13T15:39:42","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=12132"},"modified":"2019-08-14T12:33:24","modified_gmt":"2019-08-14T10:33:24","slug":"dh-kolloquium-an-der-bbaw-13-9-2019-martin-groetschel-digital-humanities-aus-der-sicht-von-mathematik-und-informatik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=12132","title":{"rendered":"DH-Kolloquium an der BBAW, 13.9.2019: Martin Gr\u00f6tschel: Digital Humanities \u2013 aus der Sicht von Mathematik und Informatik"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Rahmen des DH-Kolloquiums an der BBAW m\u00f6chten wir Sie herzlich zum n\u00e4chsten Termin am Freitag, <strong>13. September 2019, 17 Uhr s.t.<\/strong> im Einstein-Saal der BBAW einladen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"mce_15\"><em>Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Martin Gr\u00f6tschel, Pr\u00e4sident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW)<\/em><\/h3>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Digital Humanities \u2013 aus der Sicht von Mathematik und Informatik<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Seit der Gr\u00fcndung der Telota-Initiative vor fast 20 Jahren, zu der ich den Ansto\u00df gegeben habe, und speziell seit dem Beginn meiner BBAW-Pr\u00e4sidentschaft 2015 habe ich mich bem\u00fcht, dabei zu helfen, dass Werkzeuge der Informatik Einzug in die Geisteswissenschaften finden. Das wichtigste Ziel war zun\u00e4chst, die Forschungsergebnisse der Akademie digital zu erarbeiten, zu dokumentieren, zu pr\u00e4sentieren und der Allgemeinheit kostenlos und nutzerfreundlich zur Verf\u00fcgung zu stellen. Hierbei wird Informationstechnik insbesondere als wichtiges und n\u00fctzliches Hilfsmittel zur Erleichterung der Arbeit, zur Verbesserung der Ergebnisdarstellung und zur Vergr\u00f6\u00dferung der Reichweite der Forschung eingesetzt. Das war und ist \u2013 trotz einiger Widerst\u00e4nde \u2013 in vielen F\u00e4llen erfolgreich geschehen und war der Anfang dessen, was wir heute mit Digital Humanities (DH) bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit sind meiner Meinung nach die Forschungspotentiale bei weitem noch nicht ausgesch\u00f6pft. Was fehlt, ist eine echte wissenschaftliche Zusammenarbeit von Geisteswissenschaftlern mit Mathematikern und Informatikern. Um diese zu erreichen, muss gew\u00e4hrleistet sein, dass beide Seiten in den jeweils eigenen F\u00e4chern wissenschaftliche Ertr\u00e4ge erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p>In meinem Vortrag werde ich auf die Entwicklung des Fachgebietes Operations Research (OR) eingehen, mit dem ich mich \u00fcber viele Jahre befasst habe. OR entstand in den 1950er Jahren. Viele Wirtschaftswissenschaftler gaben dem OR keine Zukunft, sie bezweifelten noch 20\u201330 Jahre sp\u00e4ter, dass Mathematik beispielsweise in der \u00d6konomie sinnvoll eingesetzt werden kann. Heute ist OR sehr erfolgreich, viele Teilgebiete der Wirtschaftswissenschaften sind von Mathematik und Informatik durchdrungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte die Parallelen, aber auch die Unterschiede von Digital Humanities und Operations Research erl\u00e4utern und insbesondere darlegen, was aus meiner Sicht zu einer erfolgreichen Symbiose noch fehlt. Im Kern liegt das daran, dass sich mathematische Modellbildung (ich werde erkl\u00e4ren, was das ist) in den Geisteswissenschaften aus verschiedenen Gr\u00fcnden als schwierig erweist \u2013 schwieriger als ich mir das gedacht hatte. Dazu ist es mit Blick auf die Geisteswissenschaften zum einen notwendig, dass Informatik, Mathematik, Softwareentwicklung und angrenzende Gebiete innerhalb gemeinsamer Projekte nicht l\u00e4nger vornehmlich als Dienstleister, insbesondere zur L\u00f6sung infrastruktureller Probleme, angesehen werden. Dienstleister denken nicht mit! Zum anderen fehlt m. E. in der geisteswissenschaftlichen Forschung das Bewusstsein f\u00fcr die Notwendigkeit einer st\u00e4rkeren Konkretisierung und v. a. Formalisierung (bzw. Modellierung) der eigenen Forschungsfragen. Erst dadurch wird Quantifizierung (und somit Bearbeitung durch Mathematik, Statistik, Informatik) m\u00f6glich. Sind beide Voraussetzungen gegeben, k\u00f6nnen gemeinsame Projekt auf Augenh\u00f6he f\u00fcr beide Seiten gelingen. Es gibt bereits Lichtblicke, vornehmlich in der Arch\u00e4ologie und der Linguistik. Einige werde ich erw\u00e4hnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, mit meinem Vortrag Anregungen geben zu k\u00f6nnen, wie die Digital Humanities weiter gest\u00e4rkt werden k\u00f6nnen. Das Ziel muss sein, wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen, die mit anderen Methoden nicht erhalten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p>Die Veranstaltung findet im <strong>Einstein-Saal<\/strong> der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, J\u00e4gerstr. 22\/23, 10117 Berlin statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir Sie um Anmeldung per E-Mail an:&nbsp;<a href=\"mailto:DH-Kolloquium@bbaw.de\">DH-Kolloquium@bbaw.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des DH-Kolloquiums an der BBAW m\u00f6chten wir Sie herzlich zum n\u00e4chsten Termin am Freitag, 13. September 2019, 17 Uhr s.t. im Einstein-Saal der BBAW einladen: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. 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