{"id":11513,"date":"2019-04-09T19:12:49","date_gmt":"2019-04-09T17:12:49","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=11513"},"modified":"2019-04-09T19:15:06","modified_gmt":"2019-04-09T17:15:06","slug":"ueber-den-sinn-und-unsinn-von-konferenzen-ein-dhd2019-bericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=11513","title":{"rendered":"\u00dcber den Sinn und Unsinn von Konferenzen \u2013 Ein DHd2019-Bericht"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit ich mit meiner Dissertation begonnen habe, konnte ich\nschon h\u00e4ufiger mein Thema bzw. einen Aspekt daraus bei einer Tagung vorstellen.\nEigentlich lief das ganze immer gleich ab: Ich erz\u00e4hlte Aspekte meines\nDissertationsthemas und es gab hinterher entweder \u00fcberhaupt keine Wortmeldungen\ndazu oder solche, die mich nicht wirklich im Nachdenken \u00fcber mein Thema weiterbrachten.\nIch hatte es schon fast aufgegeben, auf hilfreiches Feedback nach einer\nPr\u00e4sentation zu hoffen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Sinn und Zweck von Konferenzen<\/h2>\n\n\n\n<p>Da stellt sich (nicht nur) mir die Frage, wozu sind Tagungen, Konferenzen und Workshops eigentlich da? Auch w\u00e4hrend der diesj\u00e4hrigen DHd-Konferenz wurde viel auf <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Twitter  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23DHd2019\" target=\"_blank\">Twitter <\/a>dar\u00fcber diskutiert, welche Art von Vortr\u00e4gen denn gew\u00fcnscht seien. Viel zu wenig kritische Fragestellungen oder \u00fcberhaupt Forschungsfragen w\u00fcrden pr\u00e4sentiert, eigentlich gehe es nur um Projekt- und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Toolvorstellungen  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/methodos.hypotheses.org\/1490\" target=\"_blank\">Toolvorstellungen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch wenn ich zur\u00fcckblicke auf die Vortr\u00e4ge, die ich\nbesucht habe, und deren Output f\u00fcr mich, stelle ich fest, dass es vor allem diejenigen\nsind, die \u00fcber eine Projektpr\u00e4sentation hinaus gehen, die mich nachhaltig\nbesch\u00e4ftigen. Vielleicht liegt dies aber auch ein wenig daran, dass ich keinen\nVortrag im Programm gefunden habe, der sich mit den Fragestellungen\nbesch\u00e4ftigt, die mich tagt\u00e4glich begleiten. Denn es ist eben keine\nLinguistik-Tagung, sondern eine DH-Tagung. Und man merkt nach meinem Empfinden\nrecht deutlich, dass ein Schwerpunkt der DH auf digitalen Editionen liegt; was\nkeinesfalls uninteressant ist, aber man muss sich irgendwann entscheiden, wof\u00fcr\nnoch Platz im eigenen Hirn ist und welchen Platz man f\u00fcr seine eigene Forschung\nund Arbeit reservieren muss.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bis zur Konferenz und noch viel weiter<\/h2>\n\n\n\n<p>Doch au\u00dfer in den Sektionen auf der DHd wird auch auf\nTwitter \u00fcber die Themen diskutiert, wie auf keiner anderen Konferenz in meinem\nBereich. Ich finde es jedes Jahr aufs Neue erstaunlich, welche Diskussionen\nhier gef\u00fchrt werden und mit wem man nicht alles ins Gespr\u00e4ch kommt (was\ndurchaus auch Auswirkungen ins reale Leben hat). Besonders besch\u00e4ftigen werden\nmich wohl auch nach der Konferenz noch (oder gerade da) die Fragen: <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Welchen Stellenwert <strong>Blogposts<\/strong> (und -kommentare) in unseren Literaturlisten im CV haben (sollten)? Der Aspekt kam im Vortrag von Mareike K\u00f6nig \u00fcber die hypotheses-Umfrage auf. Siehe hierzu: <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/twitter.com\/msiemund\/status\/1111545454548914176\" target=\"_blank\">https:\/\/twitter.com\/msiemund\/status\/1111545454548914176<\/a><\/li><li>Welche Rolle ein DH-Mitarbeiter\/Koordinator (u.a. im Projekt, im Verh\u00e4ltnis mit anderen Disziplinen) hat? Und viele weitere Fragen, die sich im Panel <strong>#DHFromScratch<\/strong> entwickelt haben. Siehe dazu: <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23DHfromScratch\" target=\"_blank\">https:\/\/twitter.com\/search?q=%23DHfromScratch<\/a> <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Eine Woche nach der Konferenz hat mich allerdings der\nArbeitsalltag voll geschluckt und ich konnte noch nicht genauer dar\u00fcber nachdenken.\nAlso zumindest nicht allein. F\u00fcr zweite Frage hat sich ein ziemlich\numfangreicher Twitter-Thread entwickelt, an dem ich teilweise ein bisschen\nmitwirken konnte. Vielleicht ergibt sich daraus sogar ein eigener Workshop oder\nein AG-Kickoff o.\u00e4., da w\u00e4re dann auch noch mal Zeit zum Nachdenken gegeben.\nIch denke mir gerade w\u00e4hrend ich diesen Blogpost schreibe, dass man eigentlich\nnach guten Konferenzen noch ein paar Tage \u201efrei\u201c haben m\u00fcsste, in denen man die\nganzen Eindr\u00fccke und Ideen nach-denken und verarbeiten kann. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nachwirkungen der DHd<\/h2>\n\n\n\n<p>Zeit zum Nach-denken braucht es definitiv auch f\u00fcr die\nReaktionen auf meinen eigenen Vortrag. Denn endlich einmal habe ich eine\nwirklich hilfreiche und inspirierende R\u00fcckmeldung erhalten. Diese war zwar\nkritisch, aber vielleicht ist es genau das, was ich ben\u00f6tige: kritische\nR\u00fcckmeldungen, die mich dazu anregen, \u00fcber Aspekte nachzudenken und sie zu\nhinterfragen, die ich sonst f\u00fcr gesetzt gesehen h\u00e4tte, Erfahrungen von anderen\nbekommen, die an ganz \u00e4hnlichen Stellen bereits standen. Daf\u00fcr sind schlie\u00dflich\nKonferenzen da, oder? Nicht ein \u201eIch-zeig-Euch-wie-toll-ich-bin\u201c, sondern ein \u201eHelft-mir-wo-Ihr-schon-weiter-gedacht-habt-als-ich\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich bedanke mich noch\neinmal herzlich daf\u00fcr, dass mir diese Erfahrung finanziell durch ein Reisestipendium\nunterst\u00fctzt wurde!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit ich mit meiner Dissertation begonnen habe, konnte ich schon h\u00e4ufiger mein Thema bzw. einen Aspekt daraus bei einer Tagung vorstellen. 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