{"id":11277,"date":"2019-03-15T08:55:57","date_gmt":"2019-03-15T07:55:57","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=11277"},"modified":"2019-03-15T09:05:41","modified_gmt":"2019-03-15T08:05:41","slug":"dh-discovery-humanists-meet-computers-ein-erster-werkstattbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=11277","title":{"rendered":"DH Discovery \u2013 Humanists meet Computers. Ein erster Werkstattbericht"},"content":{"rendered":"<p>Der \u201eKollege Computer\u201c ist aus unserer t\u00e4glichen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken \u2013 aber wie genau sieht diese Arbeitswelt in der Wissenschaft aus? Wie begegnet man dem Kollegen Computer, wenn sein Einsatzbereich in der gewohnten Arbeitswelt noch neu und ungewohnt ist? Wie ver\u00e4ndert der neue Kollege die eigene Arbeit, welche (Anfangs-)Schwierigkeiten gibt es, wie entwickelt sich die Zusammenarbeit und welche Erfolge kann man gemeinsam erzielen? Um diese Fragen f\u00fcr den geisteswissenschaftlichen Forschungsprozess beantworten und die entsprechenden Rahmenbedingungen, Vorg\u00e4nge und Entwicklungen m\u00f6glichst genau beschreiben zu k\u00f6nnen, begeben sich Historiker_innen, Philolog_innen, Digitale Geisteswissenschaftler_innen und Wirtschafts- und Medieninformatiker_innen gemeinsam in ein Reallabor \u2013 lassen sich beobachten und beobachten und reflektieren gemeinsam die Ergebnisse. F\u00fcr die Betroffenen ist das zun\u00e4chst durchaus eine ungewohnte Situation, aber wie unsere Workshops zeigen: Supereffektiv, um zu erfahren, wie (wir und die) Geisteswissenschaftler_innen mit mehr oder weniger DH-Kenntnissen ticken!<\/p>\n<p>In unserem BMBF-gef\u00f6rderten Projekt <a href=\"https:\/\/humanist.hs-mainz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Humanist Computer Interaction auf dem Pr\u00fcfstand<\/a> untersuchen wir empirisch mit verschiedenen Methoden (dazu demn\u00e4chst mehr) das innovative Potenzial, das sich durch den Einsatz digitaler Tools f\u00fcr die Forschungsarbeit von Geisteswissenschaftler_innen entfalten kann. Ein Team aus Mitarbeitenden verschiedener Disziplinen und von drei Standorten \u2013 der JGU Mainz, der Hochschule Mainz und der TU Darmstadt \u2013 sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz als assoziiertem Partner widmet sich der Analyse konkreter Nutzungsszenarien und Forschungspraktiken beim Einsatz digitaler Werkzeuge in geisteswissenschaftlichen Forschungsprozessen. In der BMBF-F\u00f6rderma\u00dfnahme <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/vip-technologische-und-gesellschaftliche-innovationspotenziale-erschliessen-563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung \u2013 VIP+<\/em><\/a> sind wir mit dieser Ausrichtung auf geisteswissenschaftliche Innovations-Prozesse durchaus \u201eexotisch\u201c, so dass dem Projekt \u00a0eine Vorreiterrolle zukommt.<\/p>\n<p>Die empirische Validierung erfolgt in einer internationalen Kollaboration von Forschergruppen, unseren Probandenteams, die alle in der Sp\u00e4tantike bzw. dem fr\u00fchen Mittelalter ausgewiesen sind. Die ersten Usability-Studien als Teil der Validierung laufen derzeit mit unseren Workshops in Deutschland. Konkret testen wir gleicherma\u00dfen an und mit digitalophoben wie digitalaffinen Geisteswissenschaftler_innen (Masterstudierende bis Professor_innen) in unseren Reallaboren den Einsatz von<\/p>\n<ul>\n<li>Annotieren und Kollaborieren,<\/li>\n<li>Netzwerkanalyse und Georeferenzierung,<\/li>\n<li>korpusbasierter linguistischer Analyse sowie<\/li>\n<li>Digital Publishing.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am Beispiel der Schriften Cassiodors, eines in Italien aktiven \u201eMinisters\u201c der Ostgoten und zugleich Autor des 6. Jahrhunderts, bekommen die Teilnehmer_innen in Hands-On-Sessions, unterst\u00fctzt durch Moderator_innen, die M\u00f6glichkeit, Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden kennenzulernen und zu erleben. Begleitet werden diese praktischen Sessions von Diskussionsrunden und Fokusgruppeninterviews.<\/p>\n<p>Wir wurden bisher nicht nur mit Begeisterung \u00fcbersch\u00fcttet \u2026, aber genau das wollten wir ja auch analysieren und gemeinsam reflektieren! Aufschlussreich ist, dass die einzelnen Tools selbst bei den eher \u201ezur\u00fcckhaltend\u201c und eher analog arbeitenden Kolleg_innen sehr viel Zustimmung erfuhren, die Labor- und Testsituation zum Teil dagegen als befremdlich empfunden wurde. Die Workshops scheinen zumindest was das Klima (positive Grundstimmung \/ Offenheit) und die Kenntnisse der digitalen M\u00f6glichkeiten betrifft, sehr unterschiedlich zu laufen, aber insgesamt doch mit positivem Feedback. Au\u00dferdem werden wir bei Beibehalten der einheitlichen Standards in der Performanz immer besser.<\/p>\n<p>Jetzt sind wir gemeinsam mit unseren engagierten Testgruppen (DANKE \u2013 an alle, die bisher dabei waren!) gespannt darauf, was wir nach der Auswertung aller Workshops innerhalb und au\u00dferhalb Deutschlands durch die Mitarbeiter an der Hochschule Mainz \u00fcber unsere User erfahren werden. Je nach Ergebnis werden wir dann die Untersuchungsmethode und Ziele unserer n\u00e4chste Validierungsrunde anpassen, die im Herbst\/Winter 2019\/20 laufen wird.<\/p>\n<p>Informationen \u00fcber unser Projekt: <a href=\"https:\/\/humanist.hs-mainz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/humanist.hs-mainz.de<\/a><\/p>\n<p>Unseren Stand auf der Jahrestagung <a href=\"https:\/\/dhd2019.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DHd 2019 in Mainz und Frankfurt<\/a> vom 25.3.-27.3.2019 findet man im EG des H\u00f6rsaalzentrums vom Campus Westend (Aussteller IV). Wir freuen uns \u00fcber Besuch und auf Erfahrungsaustausch, Gespr\u00e4che und Diskussionen!<\/p>\n<p>Laborgr\u00fc\u00dfe senden Marietta Horster, Sven Pagel, Andrea Rapp und Torsten Schrade mit Team<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u201eKollege Computer\u201c ist aus unserer t\u00e4glichen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken \u2013 aber wie genau sieht diese Arbeitswelt in der Wissenschaft aus? 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