{"id":1077,"date":"2012-11-19T17:13:01","date_gmt":"2012-11-19T16:13:01","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=1077"},"modified":"2012-11-19T20:51:21","modified_gmt":"2012-11-19T19:51:21","slug":"trancribe-bentham-in-a-panopticon-verspatete-berichterstattung-zum-vortrag-von-philipp-schofield-im-rahmen-der-darmstadter-ringvorlesung-am-8-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=1077","title":{"rendered":"Trancribe Bentham in a Panopticon: versp\u00e4tete Berichterstattung zum Vortrag von Philipp Schofield im Rahmen der Darmst\u00e4dter Ringvorlesung am 8.11."},"content":{"rendered":"<p>Text von J\u00f6rg Lehning, TU Darmstadt<\/p>\n<p>Im Rahmen der Ringvorlesung &#8222;<a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=20\" target=\"_blank\">Digital Humanities<\/a>&#8220; war Philip Schofield, Leiter des <a href=\"http:\/\/www.ucl.ac.uk\/Bentham-Project\/\" target=\"_blank\">Bentham-Projektes<\/a> und General Editor der Gesammelten Werke Jeremy Benthams zu Gast und erfreute die interessierten H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer mit seinem Vortrag &#8222;Transcribe Bentham &#8211; An experiment in scholarly crowdsourching&#8220;.<\/p>\n<p>Das (im \u00dcbrigen preisgekr\u00f6nte) <a href=\"http:\/\/www.ucl.ac.uk\/Bentham-Project\/transcribe_bentham\" target=\"_blank\">interdisziplin\u00e4re Bentham-Projekt<\/a> ist ein gro\u00dfartiges Beispiel f\u00fcr ein wissenschaftliches Projekt, das mit den neuen Technologien zusammenw\u00e4chst. Das &#8222;scholarly crowdsourcing&#8220;, was man vielleicht mit &#8222;wissenschaftliche Bearbeitung durch unwissenschaftliche Mengen&#8220; etwas wenig elegant umschreiben k\u00f6nnte, ist hierbei ein elementarer Baustein des Projekts.<\/p>\n<p>Wie Schofield ausf\u00fchrte, sei es  auch in diesem Projekt zun\u00e4chst wichtig, Ziele zu definieren. In diesem Fall sei das die Erstellung einer neuen gedruckten Edition gewesen, ein weiteres, dass diese kosteng\u00fcnstig sein sollte.<\/p>\n<p>Bentham, so Schofield, h\u00e4tte den technologischen Fortschritt mit offenen Armen begr\u00fc\u00dft, und das nicht nur, weil er zeitlebens Technik zur Vereinfachung von Arbeitsabl\u00e4ufen erfunden hatte, sondern auch, weil er mit ihr seine Ideen wesentlich besser h\u00e4tte umsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Computerzeitalter w\u00e4re mitunter auch hilfreich, veraltete oder nicht hilfreiche Strukturen zu \u00fcberwinden, meinte Schofield mit Blick auf diverse alte Regularien (Oxford Standard of storage rules), etwas was auch in den Debatten um die Definition der Digital Humanities eine Rolle spielt.<\/p>\n<p>Die Bentham Dokument Datenbank, die von 2003-2006 bearbeitete Dokumente bereitstellt, ist eine zentrale Quelle f\u00fcr Metadaten, die von Editoren und Forschern genutzt werden kann.<br \/>\nDie Technik hat jedoch nicht nur Vorteile: im Rahmen des Arbeitsablaufs wird durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter die Qualit\u00e4t der fertig bearbeiteten Dokumente gepr\u00fcft, bevor sie hochgeladen werden k\u00f6nnen. Die Erfahrung zeigt hier, dass h\u00e4ndisches XML\/TEI-Tagging zu steigender Fehlerzahl und somit auch zu steigendem Zeitverbrauch f\u00fchren kann. Aber: Die Probleme mit der Technik k\u00f6nnen mitunter auch durch die Technik behoben werden, so z.B. durch das Interface, das die Text-XML-TEI-Erstellung erleichtert und somit die menschlichen Fehlerquellen in diesem Fall umgeht.<\/p>\n<p>Mitarbeiter werden bei Wunsch genannt und bekommen auch R\u00fcckmeldung zu ihrer Arbeit. Von den Transkripten werden 95% von sogenannten &#8222;super-transcribers&#8220; bearbeitet. Bemerkenswert ist, dass viele der &#8222;User&#8220;, die an dem Projekt arbeiten, gar nicht unbedingt an Bentham interessiert waren und sind, sondern vor allem die Art der Arbeit im Rahmen des Projekts interessant fanden. Auch die digitale Komponente schien zu reizen.<\/p>\n<p>Projekte wie dieses haben als limitierende Faktoren oft Zeit und Komplexit\u00e4t. Wirtschaftliche Argumente f\u00fcr diese Projekte sind wichtig, wenn es darum geht, sie \u00fcberhaupt in die Tat umzusetzen. Die \u00f6konomische Rechtfertigung kann hier darin bestehen, dass die Methode des &#8222;scholarly crowdsourcing&#8220; kosteneffizient ist, z.B. im Vergleich zu bezahlten Forschern.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend stellte sich Schofield Fragen nach der Berechtigung und dem Erfolg des Projekts und kam zu dem Schluss, dass es ein Erfolg sei, weil Bedarf daran besteht und es wissenschaftlich fundiert sei. Die digitalen Geisteswissenschaften indes w\u00fcrden das Projekt dazu zwingen, die Funde auch mit neuen Methoden aufzubereiten und zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Fragen hinsichtlich der Existenzberechtigung des Projektes beinhalten die \u00dcberpr\u00fcfung der Zielsetzung Druck im Hinblick auf Ideen und Modelle der &#8222;freien Information&#8220;. So taucht zum Beispiel die Frage auf, ob nicht nur noch eine editierte Fassung online stehen soll, die die gedruckte Ausgabe ersetzt. Hier stehen sich die Punkte Kosteneffektivit\u00e4t und best\u00e4ndige, gesicherte Referenz durch physikalische Permanenz gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Follow us on Twitter: @DHDarmstadt @RappAndrea #DHDarmstadtLecture<\/p>\n<p>Am 22.11.2012 ist Martin Wynne (Oxford University) zu Gast: \u201cCorpus and Text Analysis for Research in the Humanities\u201d; 18.00 Uhr s.t., Schloss, Raum 36. G\u00e4ste sind herzlich willkommen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text von J\u00f6rg Lehning, TU Darmstadt Im Rahmen der Ringvorlesung &#8222;Digital Humanities&#8220; war Philip Schofield, Leiter des Bentham-Projektes und General Editor der Gesammelten Werke Jeremy Benthams zu Gast und erfreute die interessierten H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer mit seinem Vortrag &#8222;Transcribe Bentham &#8211; An experiment in scholarly crowdsourching&#8220;. 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