{"id":10669,"date":"2018-10-24T16:47:41","date_gmt":"2018-10-24T14:47:41","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=10669"},"modified":"2018-10-29T14:08:13","modified_gmt":"2018-10-29T13:08:13","slug":"workshop-bericht-nicht-lateinische-schriften-in-multilingualen-umgebungen-forschungsdaten-und-digital-humanities-in-den-regionalstudien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=10669","title":{"rendered":"Workshop-Bericht \u201eNicht-lateinische Schriften in multilingualen Umgebungen: Forschungsdaten und Digital Humanities in den Regionalstudien\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Welche Anforderungen und Bedarfe hinsichtlich der Ausgestaltung einer (nationalen) Forschungsdateninfrastruktur bestehen aus Sicht geisteswissenschaftlicher F\u00e4cher? Diese Frage wird derzeit &#8211; nicht zuletzt auf Initiative des DHd-Verbands &#8211;\u00a0 intensiv diskutiert und in Positionspapieren dokumentiert.<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\"><sup>[i]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ein vom <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/foerderungen\/bekanntmachung-1233.html\">BMBF-Forschungsprojekt FDM_OAS-Orient<\/a><a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\"><sup>[ii]<\/sup><\/a> am 03.07.2018 an der <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/campusbib\/index.html\">Campusbibliothek der Freien Universit\u00e4t Berlin<\/a> organisierter Workshop\u00a0 nahm in diesem Zusammenhang das Thema <strong>\u201eNicht-lateinische Schriften in multilingualen Umgebungen: Forschungsdaten und Digital Humanities in den Regionalstudien\u201c<\/strong> in den Blick.\u00a0 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, IT-\/Daten-Expertinnen und Experten, Bibliothekarinnen und Bibliothekare kamen aus ganz Deutschland<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\"><sup>[iii]<\/sup><\/a> zusammen, um Herausforderungen und Bedarfe der Erstellung, Verarbeitung, Analyse, Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten in nicht-lateinischen Schriften im allgemeinen sowie vor dem Hintergrund der im Entstehen begriffenen Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) im Besonderen zu diskutieren.<\/p>\n<p>Hauptanliegen des Workshops war es, die verschiedenen Problemstellungen im Umgang mit Daten in nicht-lateinischen Schriften zusammenzutragen und diesbez\u00fcgliche Bedarfe von Forschungsprojekten zu b\u00fcndeln. Es gab Gelegenheit, bisherige Erfahrungen mit Software und Originalschrift \/ nicht-lateinischen Schriften zu teilen und gemeinsam m\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze zu skizzieren.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Einf\u00fchrung in den wissenschaftspolitischen Kontext von Aufgabenstellungen des Forschungsdatenmanagements (DFG Anforderung bei Drittmittelprojekten, Anschreiben von DFG und RfII an die Fachgesellschaften, sich zum Thema \u201cFDM\u201d zu positionieren),\u00a0 wurde die Frage \u201cWas sind Forschungsdaten in den jeweiligen Arbeitsbereichen und welche Rolle spielt der Aspekt \u2018Originalschrift\u2019\/nicht-lateinische Schriften?\u201d anhand einiger Beispiele von Projektdaten der Teilnehmenden diskutiert. Im Anschluss gab die Workshop-Methode \u201cPro Action Caf\u00e9\u201d am Nachmittag die M\u00f6glichkeit, an vier Arbeitstischen zu den Themen <em>Infrastruktur<\/em>, <em>Digitale Werkzeuge<\/em>, <em>Technische Anforderungen<\/em> und <em>Lehre und Weiterbildung<\/em> in drei Durchl\u00e4ufen tiefer in die jeweilige Thematik einzusteigen und gemeinsam Herausforderungen, Bedarfe und n\u00e4chste Schritte zu formulieren.<\/p>\n<p><strong>Im Folgenden sind einige wichtige Diskussionsbefunde und -ergebnisse dieser gemeinsamen Arbeit zusammengefasst:<\/strong><\/p>\n<p>Grundtenor des Workshops war, dass die Diskussion um das Thema \u201cForschungsdaten in den Geistes- und Sozialwissenschaften\u201d in den jeweils vertretenen Fachcommunities noch nicht oder nur in Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt wird, Positionspapiere wie beispielsweise vom Historiker-Verband noch nicht vorliegen &#8211; geschweige denn, in Arbeit sind. Ebenso wenig bestehe bereits ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis dessen, was in den jeweiligen Fachcommunities\/Regionalstudienf\u00e4cher unter dem Begriff \u201cForschungsdaten\u201d zu verstehen sei.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\"><sup>[iv]<\/sup><\/a> Der Aspekt \u201cOriginalschrift \/ nicht-lateinische Schriften\u201d stelle jedoch eine grundlegende Klammer f\u00fcr die jeweiligen Anforderungen an ein fachspezifisches Datenmanagement dar.<\/p>\n<p>Die Teilnehmenden er\u00f6rterten anhand von Projektbeispielen die Schwierigkeiten des Managements von heterogenen Daten (Textkorpora, Archivmaterialien, audiovisuelle Daten, Metadaten etc.) im allgemeinen sowie bei der Verwendung nicht-lateinischer Schriften im Besonderen. <strong>Software, Informationssysteme und Informationsinfrastruktur seien in der Regel nicht oder nur bedingt f\u00fcr die Verwendung von Originalschrift ausgelegt<\/strong> und k\u00f6nnten diese zum einen nicht abbilden, z.B. nicht mit den verschiedenen Schreibrichtungen (links \u2013 rechts; rechts \u2013 links; oben \u2013 unten) umgehen oder zum anderen diese nicht auffinden (Discovery-Retrieval Problem), da Suchalgorithmen nicht f\u00fcr nicht-lateinische Sprachen optimiert seien (z.B. fehlendes Mapping zwischen verschiedenen Zeichensystemen, Transkriptionen, Einbezug von Schreibvarianten sowie Tokenisierung). Ebenso gebe es in den Ostasienwissenschaften, Orientwissenschaften und Altertumswissenschaften komplexe, bzw. sehr seltene Zeichen, die (bisher) nicht in Unicode enthalten sind. Selbst wenn Unicode verwendet werde, sei h\u00e4ufig nur die \u201cBasic Multilingual Plane\u201d eingebunden, die Ebene von Unicode, in der die meisten Zeichen moderner Sprachen codiert sind. Die f\u00fcr die Forschung mit Quellen zur Geschichte Asiens wichtigen &#8222;seltenen&#8220; CJK-Schriftzeichen befinden sich jedoch in der \u201cSupplementary Ideographic Plane\u201d und k\u00f6nnen nur abgebildet werden, wenn auch diese Ebene eingebunden wird.\u00a0 <strong>Um Werkzeuge und Systeme mit nicht-lateinischen Schriften zu nutzen, m\u00fcssten daher bislang h\u00e4ufig zeit- und kostenintensive Erweiterungen vorgenommen werden. Diese Anpassungen w\u00fcrden jedoch selten publiziert und seien dadurch nicht auffindbar bzw. nachnutzbar.<\/strong><\/p>\n<p>Weiterhin wurden Erfahrungen mit<strong> semantischen Kuratierungstechnologien wie Mustererkennung, Deep Learning, OCR und HTR<\/strong> er\u00f6rtert, die in vielen Bereichen f\u00fcr Originalschrift noch gar nicht bzw. nicht gleichwertig weit entwickelt seien wie f\u00fcr lateinische Schriften. Druckqualit\u00e4t, Scanqualit\u00e4t und Mischung verschiedener Schrifts\u00e4tze in einem Dokument minderten die OCR-Genauigkeit zus\u00e4tzlich. Als ein wichtiges Desiderat wurde w\u00e4hrend des Workshops formuliert, dass zust\u00e4ndige IT-Mitarbeiter\/innen auf die vielf\u00e4ltigen Herausforderungen aufmerksam gemacht werden (\u201craising awareness\u201d), um existierende Werkzeuge, Infrastrukturen und Suchmaschinen zu optimieren und erarbeitete Erweiterungen und Optimierungen aktiv zu teilen. Au\u00dferdem k\u00f6nnten bei einer st\u00e4rkeren Vernetzung von Digital-Humanities-Projekten untereinander Erfahrungswerte ausgetauscht und somit die Forschungsprozesse effizienter gestaltet werden. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang, ob und wie die FIDs (anwesend waren die Leiter der FIDs CrossAsia und Nahost-, Nordafrika- und Islamstudien) ein solcher Ort der \u201cVernetzung\u201d bzw. zentralen Speicherung von Erkenntnissen und Tools f\u00fcr DH-Projekte und Originalschrift sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wurde eine <strong>mangelnde Standardisierung bei der Vergabe von Metadaten, der Verwendung\/Programmierung von Schnittstellen sowie bei der Festlegung von Austauschformaten<\/strong> thematisiert, die bislang ebenfalls die Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit von Daten mindere. Einheitliche Metadatenelemente, die Mehrsprachigkeit kennzeichnen, sowie sprachliche Spezifika (z.B. verwendete Transkription) beschreibbar machen, wurden daher als genauso empfehlenswert wie standardisiertes Vokabular und Taxonomien zur inhaltlichen Beschreibung angesehen. Verwiesen wurde jedoch darauf, dass dabei nationale Standards (auch in den Regionen vor Ort, z.B. aus Japan, China, Deutschland) auf internationale Standards (wie ISO und Unicode) abgestimmt sein sollten.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt war f\u00fcr die anwesenden Vertreter der <strong>Regionalstudienf\u00e4cher (\u00c4gyptologie, Altorientalistik, Japanologie, Judaistik, Sinologie)<\/strong>, die h\u00e4ufig mit Partnern in und Daten aus den Regionen zusammenarbeiten, die <strong>internationale Interoperabilit\u00e4t ihrer Forschung(sdaten)<\/strong> eine Grundvoraussetzung, um einen wissenschaftlichen Diskurs mit der Fachcommunity zu f\u00fchren. Multilinguale Normdaten und semantische Verkn\u00fcpfung der Daten w\u00fcrden den Zugang zu und die Nachnutzung von Forschungsdaten in nicht-lateinischen Schriften verbessern bzw. insbesondere bei Forschungsprojekten mit Partnern in den Regionen erst erm\u00f6glichen. Angeregt wurde, verwendete Software, Packages und Workflows sowie das verwendete Metadatenschema zuk\u00fcnftig in den Metadaten zu dokumentieren, damit die Daten f\u00fcr Dritte verst\u00e4ndlich und nachnutzbar seien. Eine diesbez\u00fcgliche Leitlinie k\u00f6nne im Rahmen des NLS-Netzwerks erarbeitet und in die jeweiligen Fachcommunities zur weiteren Ausgestaltung getragen werden.<\/p>\n<p>Wie auch die kurzen <strong>Vorstellungen der Projektdaten von den Teilnehmenden<\/strong> widerspiegelten, sind Forschungsdaten in den Regionalwissenschaften wegen der multi-disziplin\u00e4ren Ans\u00e4tze (philologisch, empirisch, ethnologisch, medienwissenschaftlich, geschichtswissenschaftlich etc.) sehr heterogen. Dazu geh\u00f6rten u.a. Digitalisate (z.B. von Archivmaterialien), Texte, Bilder, Filme, Audio-, Videospieledaten, dynamische Daten und Datenbanken. Insbesondere die Teilnehmenden aus den arch\u00e4ologischen F\u00e4chern betonten, dass viele ihrer digital erfassten Forschungsgegenst\u00e4nde einzige \u201cZeugen\u201d von zum Teil zerst\u00f6rten Kulturg\u00fctern seien und dauerhaft (\u00fcber die in den Empfehlungen der guten wissenschaftlichen Praxis<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><sup>[v]<\/sup><\/a> empfohlenen 10 Jahre hinaus) als Quellen gesichert werden m\u00fcssten. Langzeitarchivierung wird daher als ein wichtiger Faktor f\u00fcr ein qualitatives Forschungsdatenmanagement in diesen Disziplinen angesehen.<\/p>\n<p>Aufgegriffen wurde zudem die <strong>Frage der \u201cAnwendungskonservierung\u201d<\/strong> <strong>von Forschungsdaten<\/strong>. Wie in anderen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen entstehen auch in regionalwissenschaftlichen Forschungsprojekten nicht nur \u201cstatische\u201d Daten, sondern nicht zuletzt dank der Zunahme an Digital Humanities Projekten auch Anwendungen wie z.B. Digitale Editionen. Diese \u201cdynamischen\u201d Daten k\u00f6nnten jedoch bislang in der Regel nicht in Repositorien an Hochschulen vor Ort gespeichert werden, daher bed\u00fcrfe es neuer L\u00f6sungen f\u00fcr solche Anwendungskonservierungen. Hier wurde auf das <a href=\"http:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.1134760\">Grundsatzpapier der AG Datenzentren<\/a> des Verbands DHd verwiesen, in dem eine Bestandsaufnahme an derartigen, bereits bestehenden Datenzentren sowie Empfehlungen und Zukunftsperspektiven skizziert wurden.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\"><sup>[vi]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Bez\u00fcglich des Themas <strong>Forschungsdaten-Repositorien<\/strong> wurde zudem festgestellt, dass die Mehrzahl von ihnen bislang noch nicht f\u00fcr nicht-lateinische Schriften ausgelegt sind. Eine Ver\u00f6ffentlichung der Daten ist i.d.R. m\u00f6glich, wichtige Informationen k\u00f6nnen jedoch nicht in den vorgegebenen Metadaten abgebildet werden. Das schwerwiegendste Hindernis f\u00fcr die Auffindbarkeit von FD in nicht-lateinischen Schriften stellt jedoch die mangelnde multilinguale Anpassung von Suchalgorithmen in g\u00e4ngigen Suchmaschinen\/Discovery-Systemen der Repositorien dar. Die Daten bleiben somit trotz Publikation \u201cunsichtbar\u201d. Dies mache die Nutzung derartiger (institutioneller) Repositorien f\u00fcr Forschende unattraktiv.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wurden auch <strong>Lehre und Weiterbildung<\/strong> als wichtige Ansatzpunkte f\u00fcr die Ver\u00e4nderung der Forschungsdatenmanagementpraxis er\u00f6rtert. Hierbei wurde festgestellt, dass die Methodenkompetenz Studierender im Bereich digitaler Werkzeuge bislang kaum vorhanden sei und FDM z.B. f\u00fcr Abschlussarbeiten \/ Promotionen wie in der Forschung auch in der Lehre bisher selten eine Rolle spiele. Ebenso best\u00fcnde ein hoher Bedarf an der Vermittlung von \u00a0Informationskompetenz und Suchstrategien im Zusammenhang mit nicht-lateinischen Schriften.<\/p>\n<p>Zum Erwerb von <strong>Kompetenzen im Bereich \u201cdigitale Tools\u201d \/ DH-Projekte<\/strong> wurde festgestellt, dass es aktuell eine Frage des pers\u00f6nlichen Engagements von befristet angestellten Wissenschaftlichen Mitarbeiter\/innen sei, sich neben ihren eigentlichen Qualifizierungsaufgaben im Forschungsprojekt in digitale Grundlagen wie Programmiersprachen und digitale Methoden einzuarbeiten, sodass diese auch kompetent gelehrt bzw. angewendet werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem fehlten \u201csafe spaces\u201d mit restriktiven Zugangsrechten, in denen FD und digitale Werkzeuge Studierenden als \u201cTrainingsmaterial\u201d zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen. W\u00fcnschenswert seien DH-Weiterbildungsprogramme f\u00fcr Fachwissenschaftler\/innen, diese sollten institutionalisiert und kontinuierlich erweitert werden, um gezielt DH-Kompetenzen allgemein sowie mit Fokus auf DH-Werkzeuge f\u00fcr nicht-lateinischen Schriften zu erwerben. Des Weiteren w\u00fcnschten sich Forschende Informationen und Beratung zu neuen Arten der Publikation von Forschungsergebnissen (<em>enhanced publication<\/em>, Open Access etc.).<\/p>\n<p>Am Ende wurden \u00dcberlegungen ge\u00e4u\u00dfert, inwiefern <strong>Informatik-Methodenkompetenzen in den genannten Feldern bereits als fester Bestandteil von Bachelor- und Masterstudium-Curricula<\/strong> in den Geistes- und Sozialwissenschaften eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Wichtige Inhalte w\u00e4ren hier: Informationskompetenz, Retrieval\/Suchmethoden, Metadaten, Repositorien, TEI und digitale Werkzeuge.<\/p>\n<h2><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n<p>Die Teilnehmenden des Workshops waren sich einig, dass als ein wichtiger n\u00e4chster Schritt eine st\u00e4rkere Vernetzung untereinander erfolgen m\u00fcsse, um den <strong>Wissensaustausch zu Spezifika des Managements von Daten in nicht-lateinischen Schriften<\/strong> und eine engere Zusammenarbeit bei der Erarbeitung von L\u00f6sungen zu f\u00f6rdern. Ein Format hierf\u00fcr sollen weitere Workshops sein, aber auch eine Mailingliste, \u00fcber die Erfahrungen mit Software und selbst entwickeltem Code oder fachspezifische Kurationsleitf\u00e4den geteilt werden k\u00f6nnen. Hierzu wurde die Mailingliste \u201cnicht-lateinische Schriften\u201d eingerichtet, die unter dem Link <a href=\"https:\/\/lists.fu-berlin.de\/listinfo\/nicht-lateinische-schriften\">https:\/\/lists.fu-berlin.de\/listinfo\/nicht-lateinische-schriften<\/a> allen am Netzwerk NLS Interessierten zum Abonnement offen steht.<\/p>\n<p>Als eine weitere M\u00f6glichkeit, bestehende L\u00f6sungen sichtbar zu machen, ist der <strong>Aufbau einer kuratierten Webseite mit digitalen Werkzeugen und Software, die f\u00fcr die Arbeit mit nicht-lateinischen Schriften(weiter-) entwickelt wurden<\/strong>, angedacht.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\"><sup>[vii]<\/sup><\/a> Eine zentrale Informationsstelle f\u00fcr DH-Werkzeuge und -Anwendungen w\u00fcrde nicht nur neue Forschungsm\u00f6glichkeiten sichtbar machen, es w\u00fcrde vor allem den Zeitaufwand, den Projekte bisher in der Planungsphase f\u00fcr Recherche nach m\u00f6glicher Software und L\u00f6sungen f\u00fcr nicht-lateinische Schriften haben, stark reduzieren und Doppelentwicklungen vermeiden.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re au\u00dferdem denkbar, <strong>Handreichungen f\u00fcr die Forschungssoftwareentwicklung<\/strong> zu formulieren, in denen die speziellen technischen Herausforderungen, die im Zusammenhang mit nicht-lateinischen Schriften beachtet werden m\u00fcssen, erl\u00e4utert werden. Diese k\u00f6nnten durch generisch nachnutzbare L\u00f6sungen (wie z.B. Code-Segmente) erg\u00e4nzt werden.<\/p>\n<p>Solche Werkzeugsammlungen und Handreichungen k\u00f6nnten von den jeweiligen fachspezifischen Netzwerken im NLS-Netzwerk erarbeitet und von Institutionen, Fachgesellschaften und Fachinformationsdienste &#8211; z. B. auf den Portalen der beteiligten FIDs CrossAsia oder Nahost-, Nordafrika- und Islamstudien &#8211; verbreitet werden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sei eine Diskussion in den Fachgesellschaften \u00fcber die Anerkennung der Produktion und Publikation von Software, Erweiterungen, Metadatenschemata, Mapping-Tabellen usw. als wissenschaftliche Leistung w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>Aus dem Workshop gingen zwei Arbeitsgruppen hervor, von denen eine sich mit der Formulierung einer Vorlage f\u00fcr Positionspapiere von Fachgesellschaften befasst und die andere einen gemeinsamen Projektantrag im Rahmen der neuen Ausschreibung des BMBF,\u00a0 F\u00f6rderlinie zur \u201cF\u00f6rderung von Forschungsvorhaben zur Entwicklung und Erprobung von Kurationskriterien und Qualit\u00e4tsstandards von Forschungsdaten im Zuge des digitalen Wandels im deutschen Wissenschaftssystem\u201d, erarbeitet hat.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chste Schritte sind ein weiterer Workshop im Fr\u00fchsommer 2019 und ein Themenheft \u201cDigital Humanities\/ Forschungsdatenmanagement und nicht-lateinische Schriften\u201d bei der Open Access Zeitschrift <em>027.7 Zeitschrift f\u00fcr Bibliothekskultur <\/em>geplant.<\/p>\n<p><strong>Workshop-Leitung:<\/strong> Martin Lee<\/p>\n<p><strong>(Co-)Moderator\/innen:<\/strong> Esther Asef, Dr. Andreas Gr\u00e4ff, Dr. Cosima Wagner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Interessierte am Netzwerk NLS:<\/strong><\/p>\n<p>Freie Universit\u00e4t Berlin<\/p>\n<p>Campusbibliothek<\/p>\n<p>E-Mail: fdm@campusbib.fu-berlin.de<\/p>\n<p>Web: <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/campusbib\/bibliothek\/Forschungsdatenmanagement\">https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/campusbib\/bibliothek\/Forschungsdatenmanagement<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mailingliste \u201cnicht-lateinische Schriften\u201d<\/strong>: <a href=\"https:\/\/lists.fu-berlin.de\/listinfo\/nicht-lateinische-schriften\">https:\/\/lists.fu-berlin.de\/listinfo\/nicht-lateinische-schriften<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vertretene Sprachen\/ Schriften (Stand: Juli 2018):<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Akkadisch<\/li>\n<li>Alt\u00e4gyptisch (alle Sprachstufen ohne Koptisch)\n<ul>\n<li>Hieratisch<\/li>\n<li>Abnorm- oder Kursivhieratisch<\/li>\n<li>Kursivhieroglyphen<\/li>\n<li>Hieroglyphen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Arabisch<\/li>\n<li>Bengali<\/li>\n<li>Chinesisch (hant \/ traditional und hans \/ simplified)<\/li>\n<li>Deutsch<\/li>\n<li>Englisch<\/li>\n<li>Franz\u00f6sisch<\/li>\n<li>Hattisch<\/li>\n<li>Hebr\u00e4isch<\/li>\n<li>Hethitisch<\/li>\n<li>Hindi<\/li>\n<li>Hurritisch<\/li>\n<li>Japanisch<\/li>\n<li>Jiddisch<\/li>\n<li>Koreanisch<\/li>\n<li>Luwisch<\/li>\n<li>Mandschu<\/li>\n<li>\/chem. Sonderzeichen<\/li>\n<li>Nepali<\/li>\n<li>Palaisch<\/li>\n<li>Persisch<\/li>\n<li>Russisch<\/li>\n<li>Sanskrit<\/li>\n<li>Turksprachen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Endnoten:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\"><sup>[i]<\/sup><\/a> F\u00fcr einen \u00dcberblick zu vorliegenden FDM-Positionspapieren aus geisteswissenschaftlichen F\u00e4chern siehe <a href=\"https:\/\/forschungsinfrastrukturen.de\/doku.php\/positionspapiere\">https:\/\/forschungsinfrastrukturen.de\/doku.php\/positionspapiere<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\"><sup>[ii]<\/sup><\/a> F\u00f6rderkennzeichen: 16FDM022. Laufzeit: 1. April 2017 bis 30. September 2018. F\u00f6rderma\u00dfnahme \u201eErforschung des Managements von Forschungsdaten in ihrem Lebenszyklus an Hochschulen und au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen\u201c <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/foerderungen\/bekanntmachung-1233.html\">https:\/\/www.bmbf.de\/foerderungen\/bekanntmachung-1233.html<\/a><\/p>\n<p>Projektseite auf der Webseite der Campusbibliothek: <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/campusbib\/bibliothek\/Forschungsdatenmanagement\/16fdm022.html\">https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/campusbib\/bibliothek\/Forschungsdatenmanagement\/16fdm022.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\"><sup>[iii]<\/sup><\/a> Herkunftsorte der Teilnehmenden: Berlin, Essen, Erlangen, Frankfurt\/Main, Halle, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Mainz, Potsdam, T\u00fcbingen, W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\"><sup>[iv]<\/sup><\/a> F\u00fcr eine kritische Analyse des Begriffs \u201cForschungsdaten\u201d aus Sicht der Geisteswissenschaften siehe Fabian Cremer, Lisa Klaffki, &amp; Timo Steyer (2018). Der Chim\u00e4re auf der Spur: Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften. <em>O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal \/ Herausgegeben Vom VDB<\/em>, <em>5<\/em>(2), 142-162 <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5282\/o-bib\/2018H2S142-162\">https:\/\/doi.org\/10.5282\/o-bib\/2018H2S142-162<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\"><sup>[v]<\/sup><\/a> Deutsche Forschungsgemeinschaft (2013): Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Online verf\u00fcgbar unter <a href=\"http:\/\/www.dfg.de\/download\/pdf\/dfg_im_profil\/reden_stellungnahmen\/download\/empfehlung_wiss_praxis_1310.pdf\">http:\/\/www.dfg.de\/download\/pdf\/dfg_im_profil\/reden_stellungnahmen\/download\/empfehlung_wiss_praxis_1310.pdf<\/a>, zuletzt gepr\u00fcft am 02.08.2018.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\"><sup>[vi]<\/sup><\/a> Siehe: DHd AG Datenzentren. Geisteswissenschaftliche Datenzentren im deutschsprachigen Raum \u2013 Grundsatzpapier zur Sicherung der langfristigen Verf\u00fcgbarkeit von Forschungsdaten (Version 1.0). Zenodo, 03. 02. 2018. Link: <a href=\"http:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.1134760\">http:\/\/doi.org\/10.5281\/zenodo.1134760<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\"><sup>[vii]<\/sup><\/a> Eine beispielhafte Sammlung ist auf der Webseite der Campusbibliothek an der Freien Universit\u00e4t Berlin einsehbar: <u><a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/campusbib\/bibliothek\/Forschungsdatenmanagement\/tools-os\/index.html\">https:\/\/www.fu-berlin.de\/sites\/campusbib\/bibliothek\/Forschungsdatenmanagement\/tools-os\/index.html<\/a><\/u><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Anforderungen und Bedarfe hinsichtlich der Ausgestaltung einer (nationalen) Forschungsdateninfrastruktur bestehen aus Sicht geisteswissenschaftlicher F\u00e4cher? 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