{"id":10523,"date":"2018-10-15T09:02:28","date_gmt":"2018-10-15T07:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=10523"},"modified":"2018-10-15T10:28:09","modified_gmt":"2018-10-15T08:28:09","slug":"vorstellung-der-dariah-dh-award-preistraegerinnen-2018-lisa-brandt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=10523","title":{"rendered":"Vorstellung der DARIAH DH-Award-Preistr\u00e4gerInnen 2018: Linda Brandt"},"content":{"rendered":"<p><i>Mit einem\u00a0<\/i><a style=\"font-style: italic;\" href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=7883\">DARIAH-DE DH-Award<\/a><i>\u00a0wurde dieses Jahr Linda Brandt ausgezeichnet. Der DARIAH-DE DH-AWARD f\u00f6rdert NachwuchswissenschaftlerInnen, die in ihren Forschungsvorhaben innovative digitale Ans\u00e4tze und Methoden einsetzen und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Digital Humanities leisten. Im DHd-Blog stellen wir Preistr\u00e4gerInnen und\u00a0Projekte in den n\u00e4chsten Wochen vor.<\/i><\/p>\n<div id=\"attachment_10525\" style=\"width: 170px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/LB.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10525\" class=\"wp-image-10525 size-medium\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/LB-160x300.png\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2018\/09\/LB-160x300.png 160w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2018\/09\/LB-768x1437.png 768w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2018\/09\/LB-547x1024.png 547w, https:\/\/dhd-blog.org\/app\/uploads\/2018\/09\/LB.png 909w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10525\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: privat<\/p><\/div>\n<p><em>Linda Brandt begann nach ihrem Abitur zun\u00e4chst ein Praktikum bei einem Zeitungsverlag in ihrer Heimatstadt und arbeitete sp\u00e4ter f\u00fcr diesen auf freier Basis redaktionell. Danach machte sie eine Ausbildung als PR-Diplom-Kauffrau in D\u00fcsseldorf und arbeitete f\u00fcr verschiedene Agenturen in K\u00f6ln und Hamburg. Im Anschluss daran entschied sie sich an die Universit\u00e4t G\u00f6ttingen zu gehen, um dort im Bachelor Deutsche Philologie und Geschichte zu studieren. Seit Februar 2018 ist sie Masterstudentin an der Universit\u00e4t Basel f\u00fcr \u201eSprache und Kommunikation\u201c.<\/em><\/p>\n<p><strong>Worum geht es in Ihrer Arbeit? <\/strong><\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der Informatik und hier mit Georg Roth-Kleyer haben wir Daten aus dem deutschen <a href=\"https:\/\/www.psychologieforum.de\">Psychologieforum<\/a> erhoben, um mit dem sprachanalytischen Tool LIWC Indikatoren f\u00fcr Depressionen und deren Reliabilit\u00e4t zu finden. Unsere gewonnenen Kerndaten des Forums bestehen aus insgesamt 368.746 Beitr\u00e4gen, wobei sich f\u00fcr die empirische Analyse der Arbeit auf den Thread <em>Depressionen <\/em>des Psychologieforums beschr\u00e4nkt werden musste, um das Verfahren LIWC anzuwenden.<\/p>\n<p>Das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit war es, die wichtigsten linguistischen Konzepte (Demj\u00e9n 2011\/2014 und Pennebaker 2011\/2014) zum Sprachgebrauch von psychischen Erkrankungen theoretisch einzuordnen und empirisch zu \u00fcberpr\u00fcfen. Wir m\u00f6chten wissen: <em>Welche sprachlichen Indikatoren gibt es f\u00fcr Depressionen? <\/em>Erg\u00e4nzend hierzu war es interessant zu beobachten, wer diese Foren nutzt, dort interagiert und was genau der sprachliche Inhalt der User ist. Die Ergebnisse best\u00e4tigen \u00fcberwiegend die Annahmen von Pennebaker und Demj\u00e9n. Es konnten Assoziationen zwischen dem Gebrauch von Pronomen und Depressionserkrankten teilweise best\u00e4tigt werden. Mithilfe der absoluten Worth\u00e4ufigkeit konnte festgestellt werden, dass Funktionsw\u00f6rter (\u201efunctions\u201c) und Pronomen (\u201epronouns\u201c) sowie Personalpronomen (\u201eppron\u201c) h\u00e4ufiger vorkommen als alle anderen W\u00f6rter. Auch die 1. Person Plural (\u201eI\u201c) kann einige Nennungen verzeichnen. Wie immer in den Wissenschaften sind Ergebnisse wie die mit einer gewissen Vor- und Umsicht zu betrachten.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Methoden, Theorien und Tools, welche f\u00fcr diese Aufgabe besonders interessant sind?<\/strong><\/p>\n<p>Besonders interessante Methoden f\u00fcr diese Aufgabe ist die Sentimentanalyse, welche eine automatische Auswertung von Texten verfolgt mit dem Ziel, die Texte in positive oder negative Aussagen zu einzuteilen. Zumeist wird diese Forschung anhand von englischen Texten unternommen. F\u00fcr eine solche Kategorisierung ist das Programm LIWC konzipiert, welches von dem amerikanischen Psychologen James W. Pennebaker und seinem Team entwickelt wurde.<\/p>\n<p>LIWC kann W\u00f6rter in mehr als 80 Stimmungskategorien klassifizieren, welche zuvor von Psychologen in aufw\u00e4ndigen Testverfahren in positive und negative Wortlisten eingestuft wurden. Die deutsche Version hat der in Z\u00fcrich ans\u00e4ssige Psychologe Markus Wolf entwickelt, der auch in das Projekt involviert ist. Daher sind au\u00dfer den Arbeiten von James W. Pennebakers auch die von Markus Wolf und nicht zuletzt auch die von der Linguistin Zsofia Demj\u00e9n f\u00fcr meine Arbeit von Bedeutung. Demj\u00e9n arbeitet im Bereich der Medical Humanities, welches besonders im angels\u00e4chsischen Raum vertreten ist.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist Machine Learning ein vielversprechendes Verfahren, um zum Beispiel einzelne, sehr aktive User \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu betrachten. Daraus k\u00f6nnte ersichtlich werden, inwiefern sich dessen Sprache ver\u00e4ndert. Ebenso interessant sind statistische Matchingverfahren, um \u00fcber jede Variable Mittelwerte zu errechnen. Aber da sind wir noch in den Anf\u00e4ngen.<\/p>\n<p><strong>Wie haben Sie begonnen, sich mit digitalen Geisteswissenschaften zu besch\u00e4ftigen?<\/strong><\/p>\n<p>Mein erster Kontakt mit den digitalen Geisteswissenschaften habe ich in einem fr\u00fchen Stadium meines Bachelorstudiums erhalten. Ich war im dritten Semester und begann als Hilfskraft bei der jungen Forschungsgruppe eTRAP von Marco B\u00fcchler zu arbeiten. Gemeinsam haben wir insbesondere an dem Projekt \u201eBrother Grimm\u201c gearbeitet. Ankn\u00fcpfend an dieser T\u00e4tigkeit begann ich mich f\u00fcr Kurse im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen zu interessieren und so wuchs auch mein Forschungsinteresse daran kontinuierlich. Danach habe ich gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Simone Winko an ihrem Lyrik Projekt \u201eEmotionen in Lyrik-Anthologien um 1900\u201c gearbeitet. F\u00fcr meinen Master bin ich an die Universit\u00e4t Basel gewechselt, weil es f\u00fcr ein solches Interesse dort ein besseres Angebot f\u00fcr mich gibt.<\/p>\n<p><strong>Welche Angebote der digitalen Geisteswissenschaften f\u00e4nden Sie f\u00fcr Ihre Forschungsprojekte in Zukunft besonders hilfreich?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube, dass es vor allem darum geht, sich besser untereinander zu vernetzten, sodass verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten k\u00f6nnen. In meiner Vorstellung w\u00e4ren gemeinsame \u201eWorking Spaces\u201c an Universit\u00e4ten eine ideale Basis, um sich austauschen zu k\u00f6nnen. Es w\u00e4re zudem hilfreich, wenn es an den Universit\u00e4ten ein breiter aufgestelltes Lehrangebot seitens der Digital Humanities gibt. Vor allem fehlen Kurse f\u00fcr die Erlernung von (statistischen) Methoden, um digitale Projekte verwirklichen zu k\u00f6nnen. Auch w\u00e4re es gro\u00dfartig, wenn es unter (digitalen) StundentInnen eine bessere Vernetzung g\u00e4be, sodass wir uns gegenseitig bei (technischen) Schwierigkeiten unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Eine tolle Gelegenheit um solche Kontakte zu kn\u00fcpfen ist beispielsweise die internationale Summer School in Leipzig, die es uns erm\u00f6glicht Menschen mit \u00e4hnlichen Interessen zu treffen und gemeinsam Neues zu lernen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><a href=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/DARIAH-DE-Logo-mit-deutscher-Unterschrift-CMYK-1.1-700_0.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7275\" src=\"https:\/\/dhd-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/DARIAH-DE-Logo-mit-deutscher-Unterschrift-CMYK-1.1-700_0.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"68\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/de.dariah.eu\">DARIAH-DE<\/a>\u00a0unterst\u00fctzt mit digitalen Ressourcen und Methoden arbeitende Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen in Forschung und Lehre.\u00a0Daf\u00fcr baut das Projekt eine digitale Forschungsinfrastruktur f\u00fcr Werkzeuge und Forschungsdaten auf und entwickelt Materialien f\u00fcr Lehre und Weiterbildung im Bereich der Digital Humanities (DH). DARIAH-DE ist der deutsche Beitrag von DARIAH-EU\u00a0und arbeitet in diesem Kontext mit einer Vielzahl von europ\u00e4ischen Partnern und Projektverb\u00fcndeten zusammen.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/D2B81B06-7A7F-4B31-BCC5-7E4767EDDD1C#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem\u00a0DARIAH-DE DH-Award\u00a0wurde dieses Jahr Linda Brandt ausgezeichnet. Der DARIAH-DE DH-AWARD f\u00f6rdert NachwuchswissenschaftlerInnen, die in ihren Forschungsvorhaben innovative digitale Ans\u00e4tze und Methoden einsetzen und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Digital Humanities leisten. Im DHd-Blog stellen wir Preistr\u00e4gerInnen und\u00a0Projekte in den n\u00e4chsten Wochen vor. Linda Brandt begann nach ihrem Abitur zun\u00e4chst ein Praktikum bei einem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":193,"featured_media":10525,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10523","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/193"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10523"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10621,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10523\/revisions\/10621"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}