{"id":1009,"date":"2012-11-03T13:48:38","date_gmt":"2012-11-03T12:48:38","guid":{"rendered":"http:\/\/dhd-blog.org\/?p=1009"},"modified":"2012-11-04T10:25:46","modified_gmt":"2012-11-04T09:25:46","slug":"die-vision-humboldts-in-der-digitalen-welt-start-der-ringvorlesung-digital-humanities-an-der-tu-darmstadt-mit-einem-vortrag-von-gregory-crane-uber-humanities-in-a-digital-age","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dhd-blog.org\/?p=1009","title":{"rendered":"Die Vision Humboldts in der Digitalen Welt: Start der Ringvorlesung Digital Humanities an der TU Darmstadt mit einem Vortrag von Gregory Crane \u00fcber &#8218;Humanities in a Digital Age&#8216;"},"content":{"rendered":"<p>Gregory Crane von der <a href=\"http:\/\/www.tufts.edu\/\" target=\"_blank\">Tufts University<\/a> in Medford\/Boston (Massachusetts), der in den n\u00e4chsten Jahren eine <a href=\"http:\/\/www.zv.uni-leipzig.de\/service\/presse\/pressemeldungen.html?ifab_modus=detail&#038;ifab_id=4468\" target=\"_blank\">Humboldt-Professur an der Universit\u00e4t Leipzig<\/a> wahrnehmen wird, stellte sich der Aufgabe, f\u00fcr den Auftakt der <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=20\" target=\"_blank\">Darmst\u00e4dter Ringvorlesung<\/a> einen \u00dcberblick zu geben, gro\u00dfe Fragen zu stellen und gro\u00dfe Linien zu ziehen und beeindruckte die Zuh\u00f6rerInnen durch seine Offenheit, seine Energie, seine Leidenschaft f\u00fcr das Thema und den Respekt, mit dem er allen InteressentInnen begegnete. <\/p>\n<p>Eines der gro\u00dfen Themen, das er ansprach, war beispielsweise die Frage danach, was der gesellschaftliche Auftrag und was die Ziele der Geisteswissenschaften seien. F\u00fcr Greg Crane besteht ihre Rolle darin, das intellektuelle Leben der Menschen zu verbessern. Dazu hat man seiner Ansicht nach zwei M\u00f6glichkeiten: B\u00fccher zu schreiben, die keiner mehr liest, oder den Menschen zu helfen, mehr \u00fcber fremde Sprachen und Kulturen zu wissen und ihnen den Zugang dazu ohne Voraussetzungen, ohne Sprachenkenntnisse zu erm\u00f6glichen. Wer die Entwicklung und die Erfolgsgeschichte des <a href=\"http:\/\/www.perseus.tufts.edu\/\" target=\"_blank\">Perseus-Projekts<\/a> verfolgt hat, wei\u00df, dass diese Vision eingel\u00f6st werden kann: Die antiken Texte sind so umfangreich erschlossen durch W\u00f6rterb\u00fccher und weitere Materialien, dass man einen Zugang findet \u2013 und dieser Zugang war und ist bei Perseus stets transparent und <em>open access<\/em>. Die intensive Erschlie\u00dfung der Materialien wird auch durch Crowd Sourcing-Aktivit\u00e4ten erreicht: Studierende werden bei der Lemmatisierung, Kommentierung und Vernetzung eingebunden, jede entsprechende Leistung ist durch Identifier den BearbeiterInnen zugeordnet, so dass jeder Kommentar zu einer <em>micropublication<\/em> wird. Greg ist immer f\u00fcr unerwartete Vergleiche und \u00dcberraschungen gut: Wenn ein World-of-Warcraft-Spieler 500 Stunden \u00dcbung ben\u00f6tigt, um einen Charakter zu beherrschen, dann ist es genauso gut m\u00f6glich, dass er in 500 Stunden Einsatz mit den digitalen Materialien eine antike Sprache besser beherrscht als nach einigen Semestern Studium an der Universit\u00e4t! Die Aufgabe der Lehrenden ist es, den Studierenden zu erm\u00f6glichen, <em>digital citizens<\/em> in der digitalen Welt zu werden. Auf diese Weise sieht er uns erstmals in die Lage versetzt, das alte Humboldtsche Ideal, dass Lehrende und Lernende dazu da sind, der Wissenschaft zu dienen, zu verwirklichen (&#8222;Wenn ich etwas neu und cool finde, stelle ich fest, dieser alte Preu\u00dfe hat es schon geschrieben.&#8220;). <\/p>\n<p>Einen Gedanken m\u00f6chte ich noch herausgreifen, denn er betrifft einen Punkt, der von vielen diskutiert wird. Greg leitete seine Vorlesung folgenderma\u00dfen ein: &#8222;Ich bin jetzt ein Professor f\u00fcr Digital Humanities, obwohl ich nicht an das Fach glaube.&#8220; Er betrachtet sich nach wie vor als Altphilologe, sein Haupt-Forschungsinteresse war und ist die antike Sprache und Kultur, deren Erforschung und Erschlie\u00dfung von ihm u.a. mit computergest\u00fctzten Ans\u00e4tzen und Methoden betrieben wird. Dieser Sichtweise w\u00fcrde ich mich anschlie\u00dfen, sie markiert auch mein Selbstverst\u00e4ndnis und die Ausrichtung und Weiterentwicklung der Darmst\u00e4dter Digital Humanities in einer spezifischen Auspr\u00e4gung als Digital Philology. Unsere Forschungsgegenst\u00e4nde sind Sprache, Literatur und Kultur, wir integrieren hermeneutische und algorithmische Ans\u00e4tze zu ihrer Erforschung. Wir d\u00fcrfen also gespannt sein auf die weiteren Positionen und Beitr\u00e4ge zur <a href=\"http:\/\/www.digitalhumanities.tu-darmstadt.de\/index.php?id=20\" target=\"_blank\">Ringvorlesung<\/a> und werden uns bem\u00fchen, an dieser Stelle weiter dar\u00fcber zu berichten. Aufnahmen davon werden Dank einer Kooperation mit dem <a href=\"http:\/\/www.e-learning.tu-darmstadt.de\" target=\"_blank\">eLearning-Center der TU Darmstadt<\/a> auch online zur Verf\u00fcgung gestellt werden. <\/p>\n<p>Follow us on Twitter: @DHDarmstadt @RappAndrea #DHDarmstadtLecture<\/p>\n<p>Am 8.11.2012 ist <a href=\"http:\/\/www.ucl.ac.uk\/laws\/academics\/profiles\/index.shtml?schofield\" target=\"_blank\">Philip Schofield<\/a> (University College London) zu Gast: &#8222;<a href=\" http:\/\/www.ucl.ac.uk\/Bentham-Project\/transcribe_bentham\" target=\"_blank\">TRANSCRIBE BENTHAM<\/a> \u2013 An experiment in scholarly crowdsourcing&#8220;. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gregory Crane von der Tufts University in Medford\/Boston (Massachusetts), der in den n\u00e4chsten Jahren eine Humboldt-Professur an der Universit\u00e4t Leipzig wahrnehmen wird, stellte sich der Aufgabe, f\u00fcr den Auftakt der Darmst\u00e4dter Ringvorlesung einen \u00dcberblick zu geben, gro\u00dfe Fragen zu stellen und gro\u00dfe Linien zu ziehen und beeindruckte die Zuh\u00f6rerInnen durch seine Offenheit, seine Energie, seine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,103,11,10,4],"tags":[],"class_list":["post-1009","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-community","category-forschung","category-reflektion","category-veranstaltungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1009","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1009"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1009\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1024,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1009\/revisions\/1024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1009"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1009"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dhd-blog.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1009"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}